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Kinderkrebs: Neuroblastom und DIPG

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Behandlungsmethoden bei Kinderkrebs: Neuroblastom

Die Behandlung von Neuroblastom hängt stark von dem Stadium ab, in dem die Krankheit erkannt wird, von den biologischen Merkmalen des Tumors und dem Risikoprofil. Da Neuroblastom eine sehr heterogene Erkrankung ist, variiert der Behandlungsansatz erheblich von Patient zu Patient. Im Folgenden sind die Behandlungsmethoden aufgeführt, die in verschiedenen Stadien angewendet werden.

Chirurgie

Die Operation zur möglichst vollständigen Entfernung des Tumors ist ein Eckpfeiler der Neuroblastombehandlung, besonders bei früher Erkennung. Das Ziel ist es, so viel Tumorgewebe wie möglich aus dem Körper zu entfernen, ohne vitale Organe unnötig zu beschädigen.

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Chirurgie kann in verschiedenen Stadien durchgeführt werden. Bei einem kleinen, lokalisierten Neuroblastom kann eine Operation bereits ausreichend sein. Bei ausgedehnten Tumoren wird vor der Chemotherapie eine Operation durchgeführt, um den Tumor zu verkleinern, worauf eine zweite Operation folgt. Der Eingriff kann komplizierter sein, wenn der Tumor an wichtigen Blutgefäßen oder Nerven liegt. Mögliche Nebenwirkungen hängen davon ab, wo im Körper operiert wird, können aber Infektionen, Blutungen und Beschädigungen umliegender Strukturen umfassen.

Chemotherapie

Chemotherapie ist bei Neuroblastomen mit höherem Risiko essentiell. Die Kombination mehrerer Zytostatika wird verwendet, da dies wirksamer ist als ein einzelnes Mittel allein.

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Die Standardchemotherapie bei Neuroblastom nutzt üblicherweise Kombinationen von Mitteln wie Vincristin, Cisplatin, Etoposid und Doxorubicin. Diese Stoffe wirken, indem sie die DNA-Synthese von Tumorzellen stören oder Zellen in der Teilung blockieren, wodurch sie absterben. Nebenwirkungen der Chemotherapie sind vielfältig und können Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall, erhöhte Infektionsanfälligkeit durch eine niedrige Anzahl weißer Blutkörperchen und Neuropathie (Nervenschmerzen in Händen und Füßen) umfassen. Einige Mittel können langfristig Herz- oder Nierenfunktion beeinflussen. Die Behandlung verläuft üblicherweise in Zyklen mit Ruhezeiten dazwischen.

Hochdosis-Chemotherapie mit Stammzelltransplantation (HDCT-ASCT)

Dieser intensive Behandlungsansatz wird bei Neuroblastomen mit hohem Risiko verwendet, meist nach initialer Chemotherapie.

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Der Patient erhält sehr hohe Chemotherapie-Dosen – viel höher als normalerweise möglich – um alle Tumorzellen zu bekämpfen. Dies zerstört jedoch auch das Knochenmark, daher werden vorher Stammzellen aus dem Blut oder Knochenmark gesammelt. Nach der Hochdosis-Behandlung werden diese Stammzellen wieder eingebracht, um das Knochenmark wiederherzustellen. Die Nebenwirkungen dieses Verfahrens sind erheblich: schwere Infektionsanfälligkeit, Blutungen, Verdauungsprobleme, Organerschöpfung und im schlimmsten Fall bleibende Organschäden. Dies ist eine intensive Behandlung, die in spezialisierten Zentren stattfindet und mehrere Wochen Krankenhausaufenthalt erfordert.

Immuntherapie mit monoklonalen Antikörpern

In den letzten Jahren ist Immuntherapie, die auf Tumormerkmale abzielt, für Neuroblastom verfügbar geworden.

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Dinutuximab (Unitig) ist ein monoklonaler Antikörper gegen GD2, ein Protein, das häufig auf Neuroblastomzellen vorkommt. Es funktioniert, indem es das Immunsystem dazu bringt, auf Zellen anzugreifen, die dieses Protein tragen. Dieses Mittel wird nach Hochdosis-Chemotherapie und Stammzelltransplantation gegeben, oft in Kombination mit Interleukin-2 (ein immunstimulierendes Mittel). Bekannte Nebenwirkungen sind Schmerzen (manchmal schwerwiegend), Fieber, allergische Reaktionen und immunbezogene Nebenwirkungen.

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren (Anti-PD-1/PD-L1-Mittel) und natürlichen Killerzellen in Kombination mit anderen Mitteln wird als Ergänzung untersucht, besonders für wiederkehrende oder resistente Tumoren. Dieser Ansatz basiert auf der Idee, dass das Immunsystem besser 'aktiviert' werden kann, um den Tumor selbst anzugreifen.

Strahlentherapie

Bestrahlung wird selektiv bei bestimmten Patienten eingesetzt.

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Strahlentherapie zielt auf Tumoren ab, die nicht vollständig chirurgisch entfernt werden können, oder auf Bereiche mit hohem Rezidivrisiko. Dies kann externe Bestrahlung sein (von außen) oder Radiojodtherapie (bei der radioaktives Jod per Infusion in den Körper gebracht wird, besonders wirksam, weil Neuroblastomzellen Jod aufnehmen). Nebenwirkungen der externen Strahlentherapie umfassen Hautreaktionen, Müdigkeit und langfristig das Risiko von Zweittumoren in bestrahlten Bereichen.

Unterstützende Behandlung

Unterstützung ist keine direkte Krebsbekämpfung, aber essentiell, um die Behandlung durchzuhalten.

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Patienten erhalten Antibiotika zur Infektionsprophylaxe, Antiemetika, Bluttransfusionen und Wachstumsfaktoren (G-CSF), um das Knochenmark nach der Chemotherapie schneller zu regenerieren. Dies reduziert Infektionsrisiken und Nebenwirkungen erheblich.

Zielgerichtete Therapie (auf spezifische genetische Aberrationen ausgerichtet)

Untersuchungen von Medikamenten, die auf bestimmte genetische Mutationen in Neuroblastomtumoren abzielen, sind in vollem Gange.

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Für Neuroblastome mit NTRK-Aktivierung (neurotrophic tyrosine kinase receptor) werden NTRK-Inhibitoren untersucht. Tumoren mit ALK-Mutationen können auf ALK-Inhibitoren ansprechen. TrkB-Inhibitoren werden untersucht, da TrkB am Wachstum bestimmter Neuroblastomtumoren beteiligt ist. Diese gezielten Ansätze haben den Vorteil, dass sie spezifischer gegen Tumorzellen wirken können und möglicherweise weniger Nebenwirkungen auf normale Zellen haben, befinden sich aber meist noch in der klinischen Studienphase.

Behandlung von Komplikationen

Eine spezifische Komplikation ist das Opsoklonus-Myoklonus-Ataxie-Syndrom (OMAS), eine seltene neurologische Erkrankung, die durch Immunreaktionen gegen das Neuroblastom verursacht wird.

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OMAS kann mit intravenösem Immunglobulin (IVIG, Antikörper von gesunden Spendern) und intensiver Chemotherapie mit Stammzelltransplantation behandelt werden. Auch Kortikosteroide werden eingesetzt, um die Immunreaktion unter Kontrolle zu halten.

Neu in der Forschung

Aktuelle Studien konzentrieren sich auf bessere Bildgebung (PET-Tracer mit höherer Spezifität für Neuroblastomgewebe) und auf die Optimierung von Chemotherapie-Kombinationen. Forscher untersuchen auch 3D-Kulturmodelle von Tumoren, um schneller zu bestimmen, welche Mittel für einen einzelnen Patienten wirksam sind.

ExperimentelliLäuft im Studienzusammenhang, das Ergebnis ist noch unbekannt

Nanopartikelformulierungen bekannter Chemotherapien, beispielsweise Topotecan in Nanopartikelform, werden untersucht, um Medikamente besser in Tumoren zu bringen. Auch die gleichzeitige Kombination mehrerer Immuntherapien befindet sich in der Studiophase.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Forschung geht, damit du dich nicht auf einen englischen Fachtitel verlassen musst. Mehr Studien über Kinderkrebs: Neuroblastom und DIPG findest du unter Veröffentlichungen und Studien.

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