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Morbus Batten

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Batten-Krankheit

Was ist das

Die Batten-Krankheit ist eine erbliche, seltene Stoffwechselerkrankung des Nervensystems. Der Körper kann bestimmte Abfallstoffe nicht richtig abbauen und aus den Zellen entfernen. Diese Stoffe (vor allem Lipofuszin) sammeln sich in Nervenzellen und in anderen Geweben an. Dies führt allmählich zu einer Beschädigung des Gehirns und der Nerven, was ernsthafte Folgen für Bewegung, Sicht, Denken und Verhalten hat.

Die Krankheit gehört zur Gruppe der *neuronal ceroid lipofuscinoses* (NCL), bei der verschiedene genetische Varianten auftreten. Jede Variante hat ihren eigenen Namen (CLN1, CLN2, CLN3, usw.). Die häufigsten Formen treten in der Kindheit auf, aber es gibt auch Varianten, die erst im Erwachsenenalter auftreten oder langsamer voranschreiten.

Die Batten-Krankheit ist nicht ansteckend und entsteht nicht durch etwas, das man getan hat. Sie ist genetisch bedingt und wird nach einem autosomal-rezessiven Muster vererbt: Beide Eltern tragen eine Mutation, haben die Krankheit aber normalerweise selbst nicht.

Ursachen

Die Krankheit entsteht durch Mutationen in Genen, die für Proteine kodieren, die für die normale Funktion von Lysosomen in Zellen notwendig sind. Lysosomen sind kleine Organellen in Zellen, die Abfallprodukte abbauen und aufräumen. Ohne das richtige Protein können diese Lysosomen ihre Arbeit nicht richtig erfüllen.

Dies führt dazu, dass sich Lipofuszin und andere Abfallstoffe ansammeln. Im Gehirn ist diese Ansammlung besonders schädlich, da Nervenzellen sehr empfindlich sind und nicht gut gegen Beschädigungen widerstehen können. Allmählich sterben immer mehr Zellen ab oder funktionieren schlechter.

Es sind mindestens zehn verschiedene Gene an den verschiedenen Formen der Batten-Krankheit beteiligt. Welche Form jemand hat, hängt davon ab, welches Gen betroffen ist. Dies bestimmt auch, wie früh die Symptome auftreten und wie schnell die Krankheit fortschreitet.

Wie die Krankheit verläuft

Die Krankheit verläuft normalerweise in Phasen, obwohl das genaue Muster von Person zu Person und von Variante zu Variante unterschiedlich ist.

**Frühe Phase**: Manchmal gibt es keine Symptome oder nur subtile Probleme. Eltern können kleine Veränderungen in Verhalten oder Entwicklung bemerken, aber dies wird zunächst nicht immer als Krankheit erkannt.

**Phase mit zunehmenden Symptomen**: Dies ist normalerweise der Fall, wenn Kinder ihre ersten Jahre hinter sich haben. Die Symptome werden deutlicher: Sehschwierigkeiten, Unbeholfenheit, Stürze, Verhaltensprobleme oder Konzentrationsstörungen. Die Geschwindigkeit, mit der sich alles verschlechtert, ist sehr unterschiedlich.

**Fortgeschrittene Phase**: Der körperliche und kognitive Rückgang wird deutlich merkbar. Viele Patienten bekommen epileptische Anfälle. Die motorische Kontrolle verschlechtert sich – Gehen wird schwierig, Hände werden unbeholfener. Selbstversorgung wird immer schwieriger. Die Denkfähigkeit kann abnehmen, Stimmungsschwankungen sind möglich.

**Spätere Phase**: Einige Patienten werden schwer abhängig von Hilfe bei allen täglichen Aktivitäten. Die Krankheit manifestiert sich nicht überall gleich: Einige behalten mehr geistige Klarheit, andere verlieren früher die Fähigkeit, sich selbst zu bewegen.

Die Geschwindigkeit des Fortschreitens hängt von der spezifischen genetischen Variante ab. Einige Formen schreiten schnell voran (Jahre), andere langsamer (Jahrzehnte). Ein Teil der Patienten erreicht das Erwachsenenalter; andere nicht.

Symptome pro Stadium

**Frühe Warnsignale** (können Monate oder Jahre anhalten):
- Kleine Veränderungen in Verhalten oder Emotionen
- Leichter Sehverlust (beginnend mit Schwierigkeiten beim Sehen in der Dunkelheit oder peripherem Sehen)
- Leichte Unbeholfenheit oder Stürze
- Langsamkeit in der motorischen Entwicklung oder Rückgang

**Bei deutlicherem Fortschreiten**:
- Verschlechterung des Sehvermögens (kann zu Nachtblindheit oder Tunnelblick führen)
- Häufige Anfälle oder epileptische Anfälle
- Zunehmende Unbeholfenheit und Muskelschwäche oder -steifheit
- Schwierigkeiten bei Konzentration, Gedächtnis, Lernen
- Stimmungsschwankungen, Angst, Aggression oder Zurückgezogenheit
- Schlafprobleme
- Bei einigen Varianten: Bewegungsstörungen wie Dystonie (unwillkürliche Muskelkrämpfe)

**In fortgeschrittenen Stadien**:
- Fast vollständiger Sehverlust bei vielen Patienten
- Schwerwiegende motorische Beeinträchtigungen; manchmal völlige Unbeweglichkeit
- Kognitiver Verfall bis hin zu schwerer geistiger Behinderung
- Zunehmende Abhängigkeit in allen Bereichen (Essen, Toilettengang, Hygiene)
- Erhöhtes Infektions- und Lungenentzündungsrisiko
- Ernährungsprobleme

Die Symptome können sich von Person zu Person stark unterscheiden, auch innerhalb derselben genetischen Variante. Zwei Kinder mit derselben Mutation können völlig unterschiedlich erkranken.

Was es für das tägliche Leben bedeutet

Eine Diagnose von Batten-Krankheit verursacht große Veränderungen für Patienten und ihre Familie.

**Für schulpflichtige Kinder**: Viele Kinder benötigen Spezialunterricht. Seh- und motorische Probleme machen normalen Schulunterricht unmöglich. Auch soziale Kontakte werden schwieriger. Viele Kinder verlieren Freundschaften, weil sie nicht mehr an Aktivitäten teilnehmen können.

**Für die Familie**: Die Krankheit erfordert viel Pflege und Unterstützung. Eltern und Geschwister müssen sich an zunehmend umfangreichere Pflegebedürftigkeit gewöhnen. Die emotionale und praktische Belastung ist groß. Hilfe von Fachleuten im Gesundheitswesen und Sozialarbeit ist fast immer notwendig.

**Für Arbeit und Zukunft**: Jugendliche und Erwachsene können in vielen Fällen nicht arbeiten oder studieren. Vieles hängt davon ab, wie schnell und wie schwerwiegend die Symptome auftreten.

**Für die Wohnsituation**: Mit dem Fortschreiten der Krankheit können Wohnungsanpassungen notwendig werden. Letztendlich kann 24-Stunden-Beaufsichtigung und Pflege erforderlich sein.

**Medizinische Versorgung**: Regelmäßige Besuche bei Fachleuten, Medikamente gegen Anfälle, Unterstützung bei Seh- und Motorikbeeinträchtigungen, Physiotherapie.

**Unterstützungsleistungen**: Je nach Schweregrad können Patienten Anspruch auf Unterstützung durch Sozialdienste, Pflegeeinrichtungen und Leistungen haben.

Aussichten

Die Batten-Krankheit ist progressiv und unheilbar. Das bedeutet: Sie wird nicht von selbst besser, und es gibt keine Heilung, die alles rückgängig macht.

In Bezug auf die Prognose (wie lange man voraussichtlich lebt und wie sich die Krankheit entwickelt) gilt:
- Die verschiedenen genetischen Varianten haben völlig unterschiedliche Krankheitsverläufe.
- Einige Formen treten bereits früh im Leben auf (Babyalter oder Kleinkindalter); andere erst um das Schulalter oder später.
- Bei einigen Formen sterben viele Patienten vor oder kurz nach dem Erwachsenenalter.
- Bei anderen Varianten erreichen Patienten das Erwachsenenalter und manchmal sogar das mittlere Alter, obwohl sie stark beeinträchtigt sind.

**Überlebenszahlen auf Bevölkerungsebene** variieren enorm je nach Variante und stammen zudem aus Jahrzehnten zurück oder aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Pflegestandards. Diese Zahlen sagen nichts über deine oder die individuelle Situation deines Kindes aus – zwei Patienten mit derselben Mutation können völlig unterschiedliche Verläufe haben.

**Forschung**: Es werden laufend Forschungsarbeiten und Studien zu Behandlungen durchgeführt. Das gibt Hoffnung, aber es ist noch unklar, welche davon wirklich helfen und wann sie verfügbar sein werden. Pflege und Symptombekämpfung können die Lebensqualität verbessern, auch wenn sie die zugrunde liegende Krankheit nicht stoppen können.

Häufig gestellte Fragen

**Ist die Batten-Krankheit erblich und kann sie in meiner Familie auftreten?**

Ja, die Krankheit wird durch Gene vererbt. Beide Elternteile müssen ein mutiertes Gen in sich tragen (normalerweise ohne selbst krank zu werden). Wenn das der Fall ist, hat jedes Kind eine 25%ige Chance, die Krankheit zu bekommen. Genetische Beratung kann helfen zu verstehen, was dies für deine Familie bedeutet.

**Kann die Krankheit geheilt oder behandelt werden?**

Es gibt derzeit keine Heilung. Die Behandlung konzentriert sich auf die Linderung von Symptomen: Medikamente gegen Anfälle, Unterstützung bei Seh- und Bewegungsproblemen sowie Sorge um Komfort und Sicherheit. Die Forschung an neuen Therapien läuft, aber diese sind noch nicht weit verbreitet verfügbar.

**Wie wird die Diagnose gestellt?**

Die Diagnose erfolgt normalerweise durch Gentests (DNA-Analyse), um Mutationen in den beteiligten Genen nachzuweisen. Manchmal helfen auch Augenuntersuchungen, Hirnscans (MRT) und andere Tests. Es kann Monate dauern, bis alle Tests und Untersuchungen abgeschlossen sind.

**Wie schnell schreitet die Krankheit voran?**

Das unterscheidet sich stark. Die Geschwindigkeit hängt davon ab, welche genetische Variante es ist. Manche Patienten bemerken Veränderungen innerhalb von Monaten; bei anderen verläuft es langsamer. Niemand kann im Voraus sagen, wie schnell es bei dir oder deinem Kind ablaufen wird.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Untersuchung geht, damit du nicht auf einen englischen Fachtitel angewiesen bist. Weitere Studien über Morbus Batten findest du unter Veröffentlichungen und Studien.

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