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Progressive supranukleäre Parese (PSP)

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Behandlungsmethoden bei progressiver supranukleärer Lähmung

PSP ist eine Tauopathie, deren Verlauf stark durch neurologischen Abbau bestimmt wird. Obwohl es kein Medikament gibt, das die zugrunde liegende Krankheit stoppt, zielen Behandlungen darauf ab, Symptome zu lindern und die Funktionsfähigkeit so lange wie möglich zu erhalten. Die Wahl der Behandlung unterscheidet sich stark von Person zu Person und je nach Krankheitsstadium.

Medikamente für Bewegungssymptome

Die Symptome von PSP (Steifheit, Langsamkeit, Stürze) ähneln oberflächlich dem Parkinson, sprechen aber schlecht auf Levodopa an (das erste Mittel gegen Parkinson). Dennoch werden manchmal dieselben Arten von Medikamenten ausprobiert, weil sie in einigen Fällen gewisse Linderung bieten.

**Levodopa**
BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Levodopa ist seit Jahrzehnten Standardbehandlung für Parkinson. Bei PSP hilft es etwa 20–30% der Patienten, aber meist viel weniger stark als bei Parkinson selbst. Der Stoff sorgt dafür, dass mehr Dopamin (ein Signalstoff) im Gehirn verfügbar ist. Bei PSP wird die Wirkung oft geringer, je weiter die Krankheit fortschreitet. Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem Schläfrigkeit, Übelkeit, Halluzinationen und Bewegungsunruhe. Wenn Levodopa hilft, bringt es meist milde Verbesserung von Langsamkeit und Steifheit.

**Andere dopaminerge Medikamente (Dopaminagonisten)**
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Mittel, die Dopaminrezeptoren direkt aktivieren (wie Bromocriptin oder Ropinirol), werden manchmal als Ergänzung oder Alternative zu Levodopa ausprobiert. Der Nachweis für den Nutzen bei PSP ist begrenzt. Diese Mittel können die gleichen Nebenwirkungen wie Levodopa verursachen, und darüber hinaus manchmal Impulskontrollstörungen (wie Spielen, Einkaufen oder sexuelles Verhalten ohne normale Hemmung).

**Amantadin**
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Dieses antivirale Mittel wirkt auch auf Dopamin und Glutamat (ein anderer Signalstoff). In einigen Studien zeigte Amantadin bescheidene Verbesserung von Steifheit und Langsamkeit bei PSP-Patienten. Die Nebenwirkungen sind generell mild und umfassen verwirte Gedanken, Schläfrigkeit und manchmal Flüssigkeitsansammlungen in Beinen und Knöcheln.

Medikamente für Augenbewegungen und Steifheit

Der charakteristische starre Blick und verminderte vertikale Augenbewegungen sind eines der Erkennungszeichen von PSP. Medikamente dagegen sind begrenzt wirksam, aber einige werden ausprobiert.

**Botulinumtoxin (Botulin-Toxin, Botox)**
BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Dieser Stoff wird in die Muskeln um die Augen gespritzt, um okulographische Krisen zu verhindern (unwillkürliche starke Augenbewegungen nach oben) und manchmal um dafür zu sorgen, dass die Augen mehr offenbleiben. Der Stoff blockiert die Übertragung von Signalen vom Nerv zum Muskel, wodurch sich der Muskel entspannt. Nebenwirkungen sind lokal und gering: manchmal Augentrockenheit oder Schwellungen an der Injektionsstelle. Dies ist eine unterstützende Maßnahme, keine Heilung.

**Anticholinergika (Medikamente gegen Acetylcholin)**
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Einige Studien deuten darauf hin, dass Mittel, die bestimmte Hirnsinale blockieren (Anticholinergika, wie Benzatropin), gewisse Linderung von Steifheit bieten können. Die Verwendung ist in anderen Parkinsonsyndromen umfangreicher. Nebenwirkungen umfassen Mundtrockenheit, Verstopfung, Gedächtnisprobleme und Pupillenerweiterung.

Medikamente gegen Depression und Verhaltensveränderungen

Viele PSP-Patienten erleben Depression, Apathie oder Persönlichkeitsveränderungen. Dies kann eine direkte Folge von Hirnveränderung sein oder eine Reaktion auf die Diagnose und Invalidität.

**SSRIs (selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer)**
BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Antidepressiva wie Sertralin, Citalopram oder Paroxetin wurden für Depression entwickelt und wirken auch bei Angst und Zwangsgedanken. Sie erhöhen die Verfügbarkeit von Serotonin. Bei PSP werden sie hauptsächlich verwendet, weil Depression und Angst sehr häufig vorkommen. Nebenwirkungen können sein: Übelkeit, Schlafprobleme, sexuelle Dysfunktion und bei abruptem Absetzen Entzugserscheinungen. Viele PSP-Patienten erfahren gewissen Nutzen.

**Andere Antidepressiva**
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Trizyklische Antidepressiva (wie Amitriptylin) oder das Mittel Bupropion werden manchmal versucht, wenn SSRIs nicht helfen. Trizyklische Mittel haben mehr anticholinerge Nebenwirkungen (siehe oben). Bupropion wirkt anders und kann einigen mehr Energie geben, erhöht aber auch das Risiko für Schlaflosigkeit und Tremor.

Kognitive und neuropsychiatrische Symptome

Kognitiver Verfall ist zentral in PSP und verursacht oft das meiste Leid. Spezifische Medikamente dagegen existieren nicht, aber einige werden versucht.

**Cholinesterasehemmer (Rivastigmin, Donepezil)**
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Diese Mittel erhöhen die Verfügbarkeit von Acetylcholin im Gehirn. Sie werden häufiger bei Alzheimer verwendet, werden aber auch manchmal bei PSP für Gedächtnisprobleme versucht. Der Nachweis ist schwach. Nebenwirkungen umfassen Übelkeit, Durchfall und Herzrhythmusstörungen.

Experimentelle und Forschungsbehandlungen

Neuere Untersuchungen deuten auf wachsendes Interesse an Immunmechanismen, Eisenstoffwechsel und Tau-Behandlung hin.

**Tau-gerichtete Therapien**
ExperimentelliLäuft im Studienzusammenhang, das Ergebnis ist noch unbekannt

PSP ist eine Tauopathie: Tau-Proteine stapeln sich im Gehirn an. Dies ist ein wichtiges neues Forschungsgebiet. Studien mit monoklonalen Antikörpern gegen Tau (wie UCB0107, untersucht in einer laufenden klinischen Studie) testen, ob das Entfernen von Tau-Ablagerungen die Krankheitsprogression verlangsamen kann. Diese Mittel befinden sich noch in klinischen Forschungsphasen.

**Immunmodulatoren**
ExperimentelliLäuft im Studienzusammenhang, das Ergebnis ist noch unbekannt

Neuere Forschungen zeigen, dass Immunzellen und Entzündungsmarker bei PSP wichtig sind. Untersuchungen zur Modulation der Immunantwort (z.B. durch Blockade bestimmter Entzündungswege) laufen, sind aber noch nicht in breiter klinischer Anwendung.

**Metabolische und eisengerichtete Interventionen**
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Neuroimaging-Studien zeigen Anomalien im Eisenstoffwechsel im Gehirn von PSP-Patienten. Untersuchungen zu Eisen-Chelation-Techniken und metabolischer Unterstützung laufen, sind aber noch nicht Standard.

Unterstützende Maßnahmen

Vieles des täglichen Wohlbefindens hängt von nicht-medikamentöser Versorgung ab.

**Logopädische Therapie**
BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Sprache und Schlucken verschlechtern sich bei PSP. Logopäden können Übungsrouten lehren, die dafür sorgen, dass Kommunikation länger möglich bleibt und Ernährung sicherer werden kann. Dies hat keine Nebenwirkungen und ist Teil multidisziplinärer Versorgung.

**Physiotherapie und Ergotherapie**
BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Spezialisiertes Training von Balance, Gehen und täglichen Aktivitäten hilft, Sturzrisiken zu verringern und Unabhängigkeit zu bewahren. Dies ist keine Heilung, aber eine verlängerte Lebensqualität.

**Psychologische Unterstützung**
BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Gespräche mit Psychologen oder Psychotherapeuten helfen, mit der Diagnose, Depression und sozialer Isolation umzugehen. Dies ist Teil anerkannter Richtlinien.

**Kunsttherapie**
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Laufende Untersuchungen (u.a. 2026) untersuchen, ob Kunsttherapie zum emotionalen Wohlbefinden bei PSP beiträgt. Vorläufige Ergebnisse sind vorsichtig positiv, aber die Forschung ist noch nicht groß genug für starke Aussagen.

Behandlung spezifischer Probleme

**Orthostatische Hypotonie (plötzlicher Blutdruckabfall beim Aufstehen)**
BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Viele PSP-Patienten haben niedrigen Blutdruck, besonders wenn sie aufstehen. Dies verursacht Schwindel und Stürze. Prävention umfasst langsames Aufstehen, mehr Flüssigkeitszufuhr und manchmal Kompressionsstrümpfe. Medikamente wie Fludrocortison oder Midodrin werden verschrieben, wenn einfache Maßnahmen nicht helfen.

**Schlafprobleme**
BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Schlaflosigkeit, REM-Schlafverhaltensstörung und Schlafapnoe sind häufig. Schlafhygiene (feste Schlafenszeiten, dunkles Schlafzimmer) ist der erste Schritt. Schlaftabletten werden mit Vorsicht verwendet, da sie Apathie verschlimmern können.

Gesamtansatz pro Phase

**Frühe Phase: **
Diagnostik ist zentral. Medikamente sind optional, abhängig von Symptomen. Unterstützende Therapien (Logopäden, Physiotherapie) können bereits beginnen. Psychologische Unterstützung hilft bei der Verarbeitung.

**Mittlere Phase:**
Medikamente für Bewegung, Depression und Schlaf werden eingeleitet. Intensiver Kontakt mit Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie. Hilfsmittel (Rollator, Treppenlift) werden eingeführt.

**Späte Phase:**
Der Fokus verschiebt sich auf Komfort, Flüssigkeitszufuhr und Ernährung (manchmal über eine Magensonde). Psychotrope Medikamente können reduziert werden, um die geistige Klarheit zu bewahren. Krankenhausbetten, Pflege und Unterstützung für pflegende Angehörige stehen im Mittelpunkt.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es bei der Studie geht, sodass du dich nicht auf einen englischen Fachtitel verlassen musst. Weitere Studien zu Progressive supranukleäre Lähmung (PSP) findest du bei Veröffentlichungen und Studien.

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codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.