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Melanom (metastasiert)

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Behandlungsmethoden für metastasiertes Melanom

Die Behandlung von metastasiertem Melanom hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. Während Chemotherapie früher die erste Wahl war, stehen jetzt Immuntherapie und zielgerichtete Medikamente (gerichtet auf spezifische Mutationen in den Tumorzellen) im Vordergrund. Die Wahl hängt vom Melanomtyp, der Lage der Metastasen und davon ab, ob bestimmte genetische Veränderungen in den Tumorzellen gefunden wurden. Nachfolgend werden die regulären Behandlungsansätze pro Gruppe beschrieben.

Immuntherapie (Anti-PD-1 und Anti-CTLA-4)

Immuntherapie funktioniert, indem sie die Bremse des Immunsystems löst, damit der Körper die Krebszellen selbst erkennen und zerstören kann.

**Anti-PD-1-Inhibitoren (beispielsweise Nivolumab, Pembrolizumab)**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Diese Medikamente blockieren ein Protein (PD-1), das Tumorzellen nutzen, um dem Immunsystem zu entgehen. Dadurch kann das Immunsystem den Krebs besser bekämpfen. Anti-PD-1-Inhibitoren werden als Erstlinienbehandlung eingesetzt, sowohl für Melanome mit als auch ohne bekannte Mutationen.

Häufige Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Hautausschlag, Durchfall und Gelenkbeschwerden. Schwerwiegendere Nebenwirkungen können auftreten, wenn sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet (autoimmune Reaktionen), beispielsweise Entzündungen der Lunge, Leber, Nieren, des Darms oder der Hormondrüsen. Diese können akut auftreten, können aber auch Monate nach der Behandlung noch entstehen. Einige Patienten entwickeln Vitiligo (weiße Flecken auf der Haut), was auf eine starke Immunreaktion hinweisen kann, ist aber nicht gefährlich.

**Anti-CTLA-4-Inhibitoren (beispielsweise Ipilimumab)**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Diese Medikamente wirken auf ein anderes Immunckontrollpunkt. Sie können allein gegeben werden oder in Kombination mit Anti-PD-1. Die Kombination (Ipilimumab + Nivolumab) ist wirksamer, verursacht aber mehr Nebenwirkungen. Dieselben immunbezogenen Nebenwirkungen wie bei Anti-PD-1 können auftreten, aber häufiger und stärker.

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden nach Beendigung oder werden mit unterstützender Medikation beherrschbar. Das Immunsystem kann jedoch langsam reagieren: Es kann mehrere Wochen bis Monate dauern, bis ein Effekt auf den Tumor sichtbar wird.

Zielgerichtete Therapie (mutationsorientiert)

Diese Medikamente richten sich gegen spezifische erbliche Veränderungen in Tumorzellen.

**BRAF-Inhibitoren (beispielsweise Vemurafenib, Dabrafenib)**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Etwa die Hälfte der Melanome hat eine Mutation im BRAF-Gen. BRAF-Inhibitoren blockieren das fehlerhafte Signal, das die Krebszelle antreibt. Sie wirken schnell, oft innerhalb von Wochen, und werden normalerweise mit MEK-Inhibitoren kombiniert (siehe unten).

Häufige Nebenwirkungen sind Hautausschlag, Fußgängerleiden (schmerzhafte Schwellungen um die Nägel), Durchfall und Müdigkeit. Da diese Medikamente einen wichtigen Signalweg blockieren, können auch neue Hauttumoren entstehen, besonders in sonnenexponierten Bereichen. Diese sind normalerweise keine Melanome und können chirurgisch entfernt werden.

Krebsresistenz entsteht normalerweise nach einigen Monaten; daher wird die Kombination mit MEK-Inhibitoren empfohlen.

**MEK-Inhibitoren (beispielsweise Trametinib, Cobimetinib)**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

MEK liegt weiter in derselben Signalroute wie BRAF. Die Kombination von BRAF- und MEK-Inhibitoren verlangsamt die Resistenzentwicklung und verbessert den Gesamteffekt. MEK-Inhibitoren werden selten allein eingesetzt.

Nebenwirkungen können sein: Hautausschlag, Durchfall, Müdigkeit und Augenentzündung. Herzrhythmusstörungen und Flüssigkeitsansammlung um das Herz (sehr selten) sind bekannt.

**NRAS-Inhibitoren**

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

NRAS-Mutationen kommen in etwa 15–20% der Melanome vor. Traditionell gab es wenig zielgerichtete Medikamente dafür. Neuere NRAS-Inhibitoren (Sonomutide und ähnliche) werden untersucht, oft in Kombination mit MEK-Inhibitoren und Immuntherapie. Die ersten Ergebnisse sind ermutigend, aber sie sind noch nicht überall Standardbehandlung.

Nebenwirkungen scheinen ähnlich wie MEK-Inhibitoren zu sein, aber die Erfahrung ist noch begrenzt.

**c-Kit-Inhibitoren**

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Einige Melanome, besonders der akrale Subtyp (an Händen und Füßen), können c-Kit-Mutationen haben. Imatinib (auch bei bestimmten Blutkrebs verwendet) wurde untersucht. Die Evidenz ist weniger stark als für BRAF- oder NRAS-gerichtete Forschung.

**Wirkungsmechanismus und Nebenwirkungen**: gleich wie bei anderen Tyrosinkinase-Inhibitoren; üblicherweise gut verträglich.

Kombinationsansatz: Immuntherapie + zielgerichtete Therapie

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Die Idee ist, dass das Immunsystem das Gebiet besser erreicht, in dem die zielgerichteten Medikamente den Krebs geschädigt haben. Zum Beispiel: Ipilimumab + Nivolumab + BRAF/MEK-Inhibitoren, oder anti-PD-1 + NRAS-Inhibitoren + MEK-Inhibitoren.

Dies bietet eine stärkere Antitumor-Wirkung, aber mit erheblichen Nebenwirkungen. Dies wird hauptsächlich in klinischen Studien untersucht und ist noch nicht überall Standardpraxis.

Chemotherapie

Nachgewiesen (zweite und weitere Linien)

Chemotherapie (z. B. Dacarbazin oder platinumhaltige Mittel) wird weniger verwendet, jetzt da Immuntherapie und zielgerichtete Therapie verfügbar sind. Sie kann jedoch immer noch als erste Behandlung bei bestimmten Subtypen (z. B. Melanom des Auges, uvales Melanom) oder als Folgetherapie nach Immuntherapie oder zielgerichtetem Mittel gegeben werden.

Nebenwirkungen sind erheblich: Übelkeit, Erbrechen, Blutarmut, verringerte weiße Blutkörperchen (Infektionsrisiko), Müdigkeit und Haarausfall.

Strahlentherapie bei Gehirn- und Knochenmetastasen

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Hirnmetastasen können ein Notfall darstellen. Stereotaktische Radiochirurgie (gezielte Bestrahlung kleiner Tumoren im Gehirn) oder konventionelle Bestrahlung können Symptome schnell lindern und Hirnschwellungen verringern. Bei Knochenmetastasen kann Bestrahlung Schmerzlinderung und Stabilisierung bieten.

Strahlentherapie beschädigt Zellen direkt, trifft aber auch gesundes Gewebe. Bei Hirnbehandlung können Nebenwirkungen sein: Müdigkeit, Haarausfall im Bestrahlungsgebiet, und sehr selten Langzeiteffekte auf Gedächtnis oder Hormonproduktion.

Chirurgische Entfernung von Metastasen

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Wenn es nur eine oder wenige Metastasen gibt (z. B. eine Hirnmetastase, eine Lungenmetastase, eine Lebermetastase), kann operative Entfernung das krankheitsfreie Intervall verlängern und in einigen Fällen das Überleben verbessern. Dies wird besonders bei Patienten in sonst noch angemessenem Zustand in Betracht gezogen.

Unterstützende und palliative Maßnahmen

Schmerzen, Gelbsucht (bei Lebermetastasen), Husten (bei Lungenmetastasen) und andere Symptome können von Onkologie-Spezialisten in Zusammenarbeit mit Hausärzten und palliativer Versorgung behandelt werden. Dies ist unabhängig von tumorgerichteter Therapie und oft wesentlich für die Lebensqualität.

Experimentelle Ansätze

**CAR-T-Zelltherapie und adoptive T-Zelltherapie (TIL-Therapie)**

ExperimentelliLäuft im Studienzusammenhang, das Ergebnis ist noch unbekannt

Diese Behandlung sammelt T-Zellen aus dem Blut oder vom Tumor selbst, lässt sie im Labor wachsen und setzt sie dann zurück in den Körper, um Krebs zu bekämpfen. TIL-Therapie (tumorinfiltrierende Lymphozyten) wird in Studien für Melanom verwendet und zeigt vielversprechende Ergebnisse, besonders wenn kombiniert mit Immuntherapie.

Nebenwirkungen können sein: Reaktionen auf die Infusion selbst (Schüttelfrost, Fieber) und immunbezogene Nebenwirkungen wie bei Immuntherapie.

**Impfung und bakterielle Immunmodulatoren**

ExperimentelliLäuft im Studienzusammenhang, das Ergebnis ist noch unbekannt

Verschiedene Arten von Impfstoffen (z. B. BCG-basierte Impfstoffe, Peptidimpfstoffe) und immunaktivierende bakterielle Präparate werden untersucht, um die natürliche Immunantwort gegen Melanom zu wecken. Diese sind noch nicht im Routineeinsatz.

**Nanopartikel und neue intravaskuläre Behandlung**

ExperimentelliLäuft im Studienzusammenhang, das Ergebnis ist noch unbekannt

Für Melanome, die in die Leber ausgebreitet sind, wird perkutane hepatische Perfusion (Platzierung eines Katheters, um hohe Dosen Chemotherapie direkt in die Leber zu spritzen) untersucht. Dies begrenzt Nebenwirkungen auf dem Körper.

Neue Nanopartikel und biologische Plattformen werden erforscht.

Resistenz und aufeinanderfolgende Behandlungen

Wenn Tumoren nicht auf Immuntherapie oder zielgerichtete Therapie ansprechen oder im Laufe der Zeit resistent dagegen werden, kann ein Wechsel zu einem anderen Medikament oder einer anderen Kombination erfolgen. Einige Patienten profitieren von aufeinanderfolgenden Anti-PD-1- und Anti-CTLA-4-Behandlungen (oder umgekehrt) oder vom Wechsel von BRAF/MEK-Inhibitoren zu Immuntherapie oder Chemotherapie.

Neuere Studien zeigen, dass bestimmte Biomarker (z. B. der Spiegel von zirkulierender Thymidinkinase im Blut) helfen können, vorherzusagen, welche Patienten von bestimmten Behandlungssequenzen profitieren. Diese Tests sind jedoch noch nicht routinemäßig verfügbar.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Untersuchung geht, damit du dich nicht auf einen englischen Fachtitel verlassen musst. Weitere Studien zu Melanoom (metastasiert) findest du unter Veröffentlichungen und Studien.

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codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.