# Behandlungsmethoden bei HIV und AIDS
Die Behandlung von HIV hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Während HIV früher schnell zu AIDS und zum Tod führte, ist es heute für viele Menschen eine chronische Erkrankung geworden, die gut unter Kontrolle gehalten werden kann. Dieser Tab beschreibt die Behandlungen, die in verschiedenen Stadien der HIV-Infektion eingesetzt werden.
Antiretrovirale Therapie (ART)
Der Eckpfeiler der HIV-Behandlung ist die antiretrovirale Therapie: Medikamente, die verhindern, dass sich das Virus vermehrt. Diese Therapie wird normalerweise als Kombination von mindestens drei verschiedenen Medikamenten aus verschiedenen Klassen verabreicht, da das Virus sonst schnell Resistenzen entwickeln kann.
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Antiretrovirale Mittel wirken, indem sie verschiedene Teile des Virus angreifen. Einige blockieren das Enzym Reverse-Transkriptase (das das Virus benötigt, um sich in Zellen einzunisten), andere blockieren Integrase (das das Virus in die DNA einarbeitet) oder Protease (erforderlich für die Herstellung neuer Viruspartikel). Eine dritte Art hemmt den Eintritt des Virus in Zellen.
Wenn ART gut wirkt, sinkt die Menge des Virus im Blut (die Viruslast) unter die Nachweisgrenze. Dies bedeutet nicht, dass das Virus weg ist — es sitzt noch in Reservoir-Lokationen im Körper — aber es bedeutet, dass es sich nicht mehr vermehrt und das Immunsystem sich erholen kann. Personen mit einer nicht nachweisbaren Viruslast können HIV nicht mehr an ihre Sexualpartner übertragen (das Prinzip ‚U=U', undetectable equals untransmittable).
Nebenwirkungen von ART variieren stark je nach Medikament und Person. Häufige Nebenwirkungen sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Durchfall, besonders am Anfang. Einige Mittel können metabolische Veränderungen verursachen (wie veränderte Fettverteilung oder Auswirkungen auf Blutzucker und Blutfette). Diese Nebenwirkungen nehmen normalerweise nach einigen Wochen ab. Ein Behandler kann die Kombination anpassen, wenn Nebenwirkungen lästig sind oder nicht tolerierbar.
Präexpositionsprophylaxe (PrEP)
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PrEP ist Prävention für Menschen, die HIV-negativ sind, aber ein hohes Infektionsrisiko haben (z. B. aufgrund ungeschützten Geschlechtsverkehrs mit wechselnden Partnern oder mit einem HIV-positiven Partner, dessen Viruslast nicht nicht nachweisbar ist). PrEP besteht aus täglicher Einnahme von antiretroviralen Medikamenten oder in einigen Fällen aus einer Injektion, die alle zwei Monate verabreicht wird.
PrEP wirkt, indem es das Virus daran hindert, sich in Zellen festzusetzen. Studien zeigen, dass PrEP wirksam ist, um HIV-Infektionen zu verhindern, wenn es regelmäßig angewendet wird. Nebenwirkungen sind normalerweise mild, ähnlich wie am Anfang von ART.
Neuere Studien untersuchen auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis von PrEP in verschiedenen Einrichtungen, einschließlich Online-Verfügbarkeit über Apotheken in Ländern mit begrenzten Ressourcen.
Postexpositionsprophylaxe (PEP)
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PEP ist Notfallschutz nach möglicher HIV-Exposition — zum Beispiel nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr, einer Stichverletzung mit infiziertem Material oder einem Unfall bei medizinischem Personal. PEP besteht aus antiretroviralen Medikamenten, die so schnell wie möglich nach der Exposition gestartet werden müssen, idealerweise innerhalb weniger Stunden und auf jeden Fall innerhalb von 72 Stunden.
PEP wirkt, indem es das Virus stoppt, bevor es sich im Körper festsetzen kann. Studien zeigen, dass PEP wirksam ist, wenn es schnell verabreicht wird. Die Behandlung dauert normalerweise 28 Tage. Nebenwirkungen können auftreten, sind aber normalerweise vorübergehend.
Behandlung opportunistischer Infektionen
Wenn das Immunsystem stark geschwächt ist (normalerweise wenn die CD4-Zellzahl unter bestimmte Werte fällt), besteht das Risiko sogenannter opportunistischer Infektionen: Infektionen mit Krankheitserregern, die ein gesundes Immunsystem normalerweise kontrollieren kann. Dies geschieht besonders bei fortgeschrittenem AIDS. Diese Infektionen werden mit Medikamenten behandelt, die gegen die spezifische Erregerart gerichtet sind.
Pneumocystis-Pneumonie (PCP)
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Dieser verursachende Pilz kann schwere Lungenentzündung verursachen. Die Standardbehandlung ist ein antibiotika-ähnlicher Stoff, häufig kombiniert mit Kortikosteroiden zur Bekämpfung von Entzündungen. Nebenwirkungen können Hautausschlag, Leberreizung und andere Erscheinungen umfassen.
Tuberkulose in Kombination mit HIV
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Tuberkulose (TB) ist eine häufige opportunistische Infektion bei Menschen mit fortgeschrittenem HIV. TB wird mit einer Standardkombination von Anti-TB-Medikamenten über mehrere Monate behandelt. Bei HIV-TB-Koinfektion muss sorgfältig abgestimmt werden, wann ART begonnen wird und wie sie mit TB-Medikamenten kombiniert wird, da diese sich gegenseitig beeinflussen können.
Aktuelle Forschung zeigt, dass die bakterielle Belastung und Entzündungsreaktion bei HIV-TB-Koinfektion mit Sterblichkeitsergebnissen zusammenhängen, und dass das Alter eine Rolle spielt.
Zytomegalovirus (CMV) und andere virale Infektionen
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CMV kann Probleme in den Augen (Retinitis), Magen-Darm-Trakt und Nervensystem verursachen. Dies wird mit antiviralen Medikamenten behandelt. Auch andere Herpesviren können reaktivieren; diese werden mit Medikamenten wie Aciclovir oder Valaciclovir bekämpft.
Cryptococcus-Meningitis
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Diese lebensbedrohliche Hirnhautentzündung wird durch einen Pilz verursacht. Die Behandlung besteht aus Antimykotika, zunächst intravenös und später oral verabreicht, über mehrere Monate. Dies ist eine ernsthafte Infektion mit erheblichen Nebenwirkungen der Medikamente.
Aktuelle Forschung untersuchte postmortale Diagnosemethoden für TB-Meningitis bei HIV-Patienten in Sambia.
Behandlung von HIV-bezogenen Krebserkrankungen
Kaposi-Sarkom
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Dies ist ein Krebs des Blutgefäßbildungsgewebes, stark mit dem Virus HHV-8 (humanes Herpesvirus 8) assoziiert, besonders wenn das Immunsystem stark geschwächt ist. Die erste Stufe der Behandlung besteht normalerweise darin, ART zu starten oder zu optimieren, um das Immunsystem wiederherzustellen. Wenn dies unzureichend wirkt, werden Chemotherapie oder lokale Behandlungen (Injektion in den Tumor oder Bestrahlung) angewendet.
Aktuelle Forschung beschreibt das breite Spektrum des Kaposi-Sarkoms und HHV-8-bezogener Castleman-Krankheit, einschließlich neuer Diagnose- und Therapieansätze.
Lymphome und Gebärmutterhalskrebs
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HIV-positive Personen haben ein erhöhtes Risiko für Non-Hodgkin-Lymphom und Gebärmutterhalskrebs. Diese werden mit Standard-Chemotherapie oder Chirurgie behandelt, ähnlich wie bei nicht-HIV-Patienten, aber es muss auf mögliche Wechselwirkungen mit ART und den Status des Immunsystems geachtet werden.
Behandlung von Koinfektion
Hepatitis B und C
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Viele HIV-positive Menschen haben auch Hepatitis B oder C. Für Hepatitis B gibt es jetzt wirksame Behandlung mit antiviralen Mitteln; für Hepatitis C sind Medikamente erhältlich, die in den meisten Fällen zur vollständigen Heilung führen. ART und Hepatitis-Behandlung müssen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.
Aktuelle Forschung in Indien zeigt, dass Koinfektion mit Hepatitis B oder C bei neu diagnostizierten HIV-Patienten ziemlich häufig vorkommt.
Tuberkulose
Siehe oben unter opportunistische Infektionen.
Andere sexuell übertragbare Infektionen
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HIV-positive Personen bekommen häufiger andere sexuell übertragbare Infektionen (Chlamydien, Gonorrhoe, Syphilis). Diese werden mit Antibiotika nach Standardschema behandelt. Screeninguntersuchungen werden empfohlen, um diese Infektionen frühzeitig zu erkennen.
Immunrekonstitutions-Inflammatorisches Syndrom (IRIS)
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IRIS kann auftreten, wenn ART begonnen wird und das Immunsystem beginnt sich zu erholen. Das Immunsystem reagiert plötzlich stark auf Krankheitserreger oder Antigene, die bereits vorhanden waren. Dies kann Symptome wie Fieber, geschwollene Lymphknoten und Entzündung verursachen. IRIS wird durch Fortsetzung von ART behandelt, manchmal ergänzt durch Kortikosteroide zur Mäßigung von Entzündungsreaktionen.
Aktuelle Forschung beschrieb Pneumocystis-bezogenes IRIS als eine selbstlimitierende Erkrankung.
Unterstützung des Immunsystems
Impfung
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Wenn das Immunsystem ausreichend wiederhergestellt ist (normalerweise eine CD4-Zahl über einem bestimmten Grenzwert), wird eine Impfung gegen Infektionen empfohlen, die für HIV-positive Menschen ein besonderes Risiko darstellen: Influenza, Pneumokokken, HPV (um das Gebärmutterhals- und andere Krebsrisiken zu verringern), Hepatitis A und B (falls nicht immun) und COVID-19.
Aktuelle Forschung untersuchte die Immunantwort auf COVID-19-Booster bei Bewohnern von Pflegeheimen.
Zusätzliche Prävention
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Prophylaxe (vorbeugende Medikamente) wird gegeben, wenn die CD4-Zahl unter bestimmte Grenzwerte fällt, um opportunistische Infektionen zu verhindern. Typische Beispiele sind Medikamente gegen PCP, Toxoplasmose, TB und MAC (Mycobacterium avium complex). Diese werden abgesetzt, wenn das Immunsystem durch ART ausreichend wiederhergestellt ist.
Unterstützende Versorgung
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Neben antiretroviralen Mitteln umfasst die Behandlung regelmäßige Überwachung (Bluttests für Viruslast, CD4-Zellzahl und Organfunktion), Behandlung von Nebenwirkungen, Beratung zur Therapietreue, psychologische Unterstützung und Behandlung von Komorbiditäten wie Herzerkrankungen, Diabetes und Knochenkrankheit. Aktuelle Forschung deutete auf eine höhere Prävalenz von Vorhofflimmern bei Erwachsenen mit HIV in bestimmten Regionen hin.
Untersuchungen zu neuen Behandlungen
Verschiedene neue Ansätze werden untersucht:
- **Langwirkende Injektionen**: Antiretrovirale Mittel, die weniger häufig verabreicht werden müssen (z. B. einmal pro Monat oder alle zwei Monate), werden entwickelt und einige sind bereits zugelassen.
- **Gentherapie**: Experimentelle Ansätze, bei denen das Immunsystem so verändert wird, dass es besser gegen HIV ankämpfen kann.
- **Kurative Strategien**: Forschung zu möglicher Heilung konzentriert sich auf die Beseitigung von Virusreservoirs oder die Veränderung des Immunsystems, sodass es das Virus ohne Medikamente kontrollieren kann. Dies ist noch stark experimentell.
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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._