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Lungenkrebs (nicht-kleinzellig)

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Behandlungsmethoden für nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom

Die Behandlung von nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) hängt stark vom Krankheitsstadium, den genetischen Eigenschaften des Tumors und der allgemeinen Gesundheit des Patienten ab. Nachfolgend beschreiben wir die wichtigsten Behandlungen pro Phase und Behandlungsgruppe.

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Chirurgie

Bei frühem Stadium (I–II) und einigen Fällen von Stadium III ist die chirurgische Tumorentfernung oft die erste Wahl. Der Chirurg entfernt das befallene Lungengewebe, normalerweise einen Lungenlappen (Lobektomie) oder einen Teil davon (Segmentresektion), zusammen mit den umliegenden Lymphknoten.

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Chirurgie basiert auf jahrzehntelanger Erfahrung und ist in allen internationalen Richtlinien als Standardbehandlung für resektable Tumoren aufgeführt. Aktuelle Studien zeigen, dass robotische Unterstützung bei diesem Eingriff sicher durchgeführt wird und die gleichen Ergebnisse wie offene Chirurgie liefert, möglicherweise mit weniger Komplikationen. Die Risiken hängen vom Ausmaß des Eingriffs und der Lungenfunktion des Patienten ab; Komplikationen können Entzündungen, Blutungen oder Flüssigkeitsansammlung um die Lunge sein.

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Chemotherapie

Chemotherapie wird in verschiedenen Situationen angewendet: manchmal vor der Chirurgie (neoadjuvant), um den Tumor zu verkleinern, manchmal danach (adjuvant), um restliche Zellen zu bekämpfen, oder als Hauptbehandlung in fortgeschrittenen Stadien.

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Chemotherapie ist seit mehr als zwei Jahrzehnten die Standardbehandlung und ist in allen Richtlinien aufgeführt. Sie wirkt durch DNA-Schäden an teilenden Zellen. Viele verwendete Kombinationen enthalten platinhaltige Stoffe (Cisplatin oder Carboplatin) zusammen mit anderen Mitteln. Häufige Nebenwirkungen sind Übelkeit, Müdigkeit, Haarausfall, verminderte weiße und rote Blutkörperchenzahl (wodurch Infektionsrisiko und Blutarmut entstehen) und Neuropathie (Kribbeln in Fingern und Zehen).

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Zielgerichtete Therapie (Targeted Therapy)

Wenn ein Tumor spezifische genetische Mutationen enthält (wie in den EGFR-, ALK-, ROS1-, MET-, KRAS G12C-Genen oder anderen), können Medikamente, die gegen diese Mutationen gerichtet sind, sehr wirksam sein.

EGFR-Inhibitoren

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Diese Medikamente blockieren das Wachstumssignal, das durch EGFR-Mutationen gesendet wird. Sie werden als Erstlinienbehandlung bei Patienten mit EGFR-mutierten Tumoren verwendet und sprechen oft schneller auf Behandlung an als nur Chemotherapie. Bekannte Nebenwirkungen sind Hautausschlag (akneähnlich), Durchfall, Müdigkeit und in seltenen Fällen schwere Lungenentzündung.

ALK-, ROS1- und MET-Inhibitoren

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Diese richten sich auf andere genetische Anomalien. Sie wirken ähnlich wie EGFR-Inhibitoren: Sie blockieren aberrante Wachstumssignale. Nebenwirkungen variieren, umfassen aber oft Magenprobleme, Müdigkeit und Sehveränderungen.

KRAS G12C-Inhibitoren

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Inhibitoren gegen KRAS G12C-Mutationen haben sich in klinischen Studien als wirksam erwiesen. Mehrere Studien deuten auf Vorteile hin, besonders in Kombination mit anderen Mitteln. Diese Behandlung wird derzeit in laufenden Studien in größerem Maßstab bewertet.

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Immuntherapie (Immun-Checkpoint-Inhibitoren)

Diese Medikamente 'entsperren' das Immunsystem, so dass es den Krebs selbst bekämpfen kann.

PD-1/PD-L1-Inhibitoren

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Medikamente wie Pembrolizumab, Nivolumab und Durvalumab werden in allen Krankheitsstadien angewendet und sind in offiziellen Richtlinien aufgeführt. Sie wirken durch Aufhebung der Hemmung von Kontrollproteinen auf Immunzellen, wodurch diese den Krebs besser erkennen und angreifen können. Im Stadium III ist Durvalumab nach Kombinationsbehandlung mit Chemostrahlentherapie als Konsolidierungsbehandlung Standard geworden.

Nebenwirkungen von PD-1/PD-L1-Inhibitoren sind immungesteuert: Entzündungen in Lungen, Darm, Leber oder Hormondrüsen können auftreten. Einige Patienten haben Hautreaktionen, Arthralgien (Gelenkschmerzen) oder Müdigkeit.

Kombinationen von Immuntherapie und Chemotherapie

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

In fortgeschrittenen Stadien wird Immunotherapie regelmäßig mit Chemotherapie kombiniert. Untersuchungen zeigen, dass diese Kombination wirksamer ist als jedes Mittel allein. Nebenwirkungen sind additiv: sowohl chemo- als auch immunitätsbezogene Toxizität können auftreten.

SGLT2-Inhibitoren in Kombination mit Immunotherapie

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass SGLT2-Inhibitoren (Arzneimittel, die ursprünglich für Diabetes entwickelt wurden) die Wirksamkeit von Immunotherapie verbessern können. Dies wird derzeit systematisch untersucht; bisherige Ergebnisse deuten auf mögliche Vorteile hin, besonders für Patienten mit Komorbiditäten.

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Strahlentherapie

Strahlentherapie zerstört Tumorzellen durch ionisierende Strahlung. Sie wird in verschiedenen Kontexten eingesetzt.

Primäre Strahlentherapie (nicht resektable Stadien)

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Bei Patienten, die nicht operiert werden können oder nicht für eine Operation in Frage kommen, ist Strahlentherapie Standard. Oft wird dies mit Chemotherapie kombiniert (Chemoradiotherapie). Nebenwirkungen können Radiodermatitis (Hautschädigung), Müdigkeit und im Falle von Thorax-Bestrahlung Lungentoxizität (Entzündung oder Fibrose) sein.

Kohlenstoff-Ionenstrahlentherapie

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Dies ist eine fortgeschrittenere Form der Strahlentherapie, bei der schwere Ionen anstelle von Photonen (reguläre Röntgenstrahlung) verwendet werden. Dies bietet theoretisch höhere Präzision und weniger Schäden an umgebendem Gewebe. Untersuchungen vergleichen derzeit ihre biologische Wirksamkeit mit konventioneller Photonen-Strahlentherapie. Diese Technologie ist noch nicht weit verbreitet verfügbar.

Stereotaktische Strahlentherapie (SBRT)

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Bei kleinen Tumoren im frühen Stadium kann hochkonzentrierte Strahlung in wenigen Sitzungen ausreichend sein. Dies ist eine anerkannte Option, besonders für Patienten, die nicht operiert werden können oder wollen.

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Kombinationsbehandlungen in Stadium III

Für lokal fortgeschrittenes (Stadium III) nicht resektables Lungenkarzinom ist der aktuelle Standard:

1. **Chemoradiotherapie**: gleichzeitige Chemotherapie und Strahlentherapie
2. **Konsolidierungsbehandlung**: anschließend häufig Immunotherapie (Durvalumab)

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Dieser Ansatz wird durch mehrere große randomisierte Studien gestützt und ist in internationalen Richtlinien verankert. Real-World-Daten aus 2024–2026 bestätigen, dass Konsolidierungs-Immunotherapie nach Chemoradiotherapie die Überlebensrate verbessert, obwohl nicht alle Patienten diese Behandlung erhalten, weil soziale und gesundheitliche Bedingungen hinderlich sind.

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Unterstützende Maßnahmen

Neben der direkten Krebsbekämpfung sind unterstützende Behandlungen wichtig.

Kardiotoxizitätsmanagement

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Einige Krebsbehandlungen (besonders bestimmte Tyrosin-Kinase-Inhibitoren) können die Herzfunktion beeinträchtigen. Untersuchungen prüfen nun, wie natürliche oder pharmakologische Stoffe (wie Salidrosid) diese Toxizität lindern können. Dies befindet sich im Forschungsstadium und ist noch keine Standardpraxis.

Palliative und unterstützende Versorgung

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Schmerzbekämpfung, Ernährungsunterstützung, psychosoziale Hilfe und sonstiges Symptommanagement sind integrale Bestandteile der Behandlung in jeder Phase der Krankheit, nicht nur am Ende. Dies verbessert die Lebensqualität erheblich.

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Aufstrebende und experimentelle Ansätze

Biomarker und zirkulierendes Tumor-DNA (ctDNA)

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Untersuchungen zeigen, dass die Messung von Tumor-DNA im Blut (ctDNA) frühzeitig vorhersagen kann, wie gut ein Patient auf Immunotherapie reagiert. Dies wird für prognostische und prädiktive Erkenntnisse untersucht, ist aber noch keine Routinemaßnahme.

Methylierungs-Fragmentomik von cfDNA

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Dies ist ein fortgeschrittener, nicht-invasiver Test, der DNA-Fragmente im Blut auf Krankheitssignaturen nach der Operation analysiert. Er kann helfen, Patienten mit hohem Rezidivrisiko zu identifizieren. Dies befindet sich im Forschungsstadium.

Photodynamische Therapie

ExperimentelliLäuft im Studienzusammenhang, das Ergebnis ist noch unbekannt

Neue Photosensibilisatoren werden auf ihre Fähigkeit hin untersucht, reaktive Sauerstoffspezies zu erzeugen und Krebszell-Apoptose einzuleiten. Dies läuft in präklinischen und frühen klinischen Studien.

p53-restituierende Therapie

ExperimentelliLäuft im Studienzusammenhang, das Ergebnis ist noch unbekannt

Da viele Lungenkrebstumoren p53-Mutationen aufweisen, wird untersucht, wie bestimmte natürliche Stoffe die Funktion von mutiertem p53 wiederherstellen können. Dies befindet sich noch im computationellen und Laborstadium.

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Wahl der Behandlung pro Stadium

**Frühes Stadium (I–II)**
Normalerweise: Chirurgie; nach der Operation möglicherweise adjuvante Chemotherapie je nach Tumoreigenschaften.

**Lokal fortgeschritten (III, resektabel)**
Normalerweise: neoadjuvante Chemotherapie oder Chemoradiotherapie, gefolgt von Chirurgie und/oder Konsolidierungs-Immunotherapie.

**Lokal fortgeschritten (III, nicht resektabel)**
Normalerweise: gleichzeitige Chemoradiotherapie, gefolgt von Konsolidierungs-Immunotherapie (Durvalumab).

**Fortgeschritten (IV)**
Abhängig vom genetischen Profil:
- Keine Mutation: Immunotherapie (PD-1/PD-L1-Inhibitor) ± Chemotherapie
- EGFR/ALK/ROS1/MET-Mutation: zielgerichtete Therapie
- KRAS G12C-Mutation: zielgerichteter Inhibitor (in Untersuchung)

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Forschung geht, damit du dich nicht auf einen englischen Fachtitel verlassen musst. Weitere Studien zu Lungenkrebsvorkommen (nicht-kleinzellig) findest du unter Veröffentlichungen und Studien.

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