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Kurzdarmsyndrom

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Ernährung bei Kurzdarmsyndrom

Rolle der Ernährung bei der Anpassung nach Darmresektion

Nach der Entfernung von Dünndarm muss der Körper lernen, mit weniger Absorptionsfläche zu arbeiten. Ernährung spielt dabei eine zentrale Rolle — nicht nur für die Nährstoffzufuhr, sondern auch um den verbleibenden Darm zu stimulieren, sich anzupassen. In der Zeit unmittelbar nach der Operation erholt sich der Darmkanal; die Ernährung muss vorsichtig eingeführt werden. Mit den verstreichenden Monaten kann immer mehr über den Mund gegessen werden, besonders wenn der Darm lernt, besser aufzunehmen.

Ernährung in der frühen Phase nach der Operation

**Intravenöse Ernährung und Infusionen**

In den Wochen und Monaten unmittelbar nach der Darmresektion erhalten viele Patienten Ernährung über einen Infusionszugang (parenterale Ernährung). Dies gibt dem Darm Ruhe und gibt dem Körper Zeit, sich zu erholen. Dies ist nichts, was du selbst zu Hause bewältigst — es wird im Krankenhaus oder zu Hause unter strenger ärztlicher Aufsicht durchgeführt.

**Schrittweise Nahrungszufuhr**

Wenn sich der Darm von der Operation erholt hat, beginnt das medizinische Team sehr vorsichtig mit kleinen Mengen flüssiger Nahrung über den Mund. Dies kann über ein Getränk oder eine Sonde erfolgen. Die Konzentration und Menge werden Schritt für Schritt erhöht. Dieser Prozess kann Wochen bis Monate dauern.

Arten von Nahrung, die besser aufgenommen werden

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Glukose, Salz und bestimmte Aminosäuren (Proteinbausteine) werden vom verbleibenden Darm relativ gut aufgenommen. Dextroselösungen (Glukosegetränke) werden daher in frühen Phasen häufig verwendet, da Glukose ohne zu viele Ballaststoffe den Darm unterstützt.

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Nahrung, die bereits verdaut wird, bevor sie in deinen Darm gelangt — enzymatisch vorverdaute Nahrung (Hydrolysate) — hilft dem verbleibenden Darm, weniger hart arbeiten zu müssen, und erhöht die Chance auf Aufnahme. Dies wird in medizinischen Nährstoffpräparaten verwendet.

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Bestimmte Lebensmittel mit kurzkettigem Zucker (Fette mit kurzer Kette, MCT) können besser aufgenommen werden und helfen, Energie zu liefern, ohne den Darm zu überlasten.

Was problematisch sein kann

**Große oder komplexe Mahlzeiten**

Große Mahlzeiten können am verbleibenden Darm vorbei gehen und als Durchfall wieder herauskommen. Deshalb essen viele Patienten viele kleine Mahlzeiten pro Tag.

**Ballaststoffe**

Unlösliche Ballaststoffe können für einen kurzen Darmkanal schwierig sein, besonders in der Anfangsphase. Dies bedeutet nicht, dass alle Ballaststoffe schlecht sind — lösliche Ballaststoffe können sogar hilfreich sein, aber dies unterscheidet sich stark von Person zu Person.

**Milchprodukte und Laktose**

Besonders nach Verlust von Dünndarmteilen kann sich die Verdauung von Laktose (Milchzucker) verschlechtern, da das Enzym Laktase weniger produziert werden kann. Dies ist nicht immer der Fall, aber viele Patienten stellen fest, dass Milchprodukte Unruhe verursachen.

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Manche Patienten vertragen Milch nach der Operation besser als andere; dies hängt davon ab, welche Darmteile entfernt wurden.

Medikamente, die die Ernährung beeinflussen

Manche Medikamente, die bei Kurzdarmsyndrom gegeben werden (wie Stoffe, die die Darmbewegung verlangsamen), können beeinflussen, wie du Nährstoffe aufnimmst. Auch manche Antibiotika können Einfluss auf die Nährstoffe haben, die dein Körper aufnehmen kann. Dein Behandler erklärt dies anhand deiner spezifischen Situation.

Anpassung und individuelle Unterschiede

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Der Dünndarm kann sich teilweise nach Verlust anpassen, besonders im ersten und zweiten Jahr. Dies heißt Darmanpassung. Dieser Prozess wird gefördert, indem man Nahrung über den Mund gibt — je mehr du isst, desto besser lernt dein Darm, aufzunehmen.

Jede Person ist unterschiedlich. Eine Diät, die bei einem funktioniert, kann bei einem anderen Probleme verursachen. Dies hängt davon ab:
- Wie viel Darm entfernt wurde
- Welche Teile entfernt wurden (Jejunum versus Ileum)
- Ob die Ileozäkalklappe (Grenze zwischen Dünn- und Dickdarm) vorhanden ist
- Ob auch Dickdarmteile fehlen

Rolle von Dickdarm und Gallensäuren

Wenn Teile des Dünndarms fehlen, kann der Körper bestimmte Fette und Gallensäuren (Stoffe, die bei der Fettverarbeitung helfen) nicht mehr so gut verarbeiten. Wenn der Dickdarm noch vorhanden ist, können diese Stoffe dort Reizungen verursachen und Durchfall auslösen. Dies kann durch bestimmte medizinische Entscheidungen begrenzt werden, aber auch die Ernährung spielt eine Rolle.

Informationen auf Lebensmittelverpackungen lesen

Für viele Patienten mit Kurzdarmsyndrom sind medizinische Nahrungen (speziell zusammengestellte Getränke oder Pulver) wichtig. Diese haben oft Etiketten mit vielen Informationen. Die Zusammensetzung wird speziell gewählt, damit sie leichter aufgenommen werden — aber dein Behandler und Ernährungsberater helfen dir, die richtige auszuwählen.

Was ein Ernährungsberater tun kann

Ein Ernährungsberater kann dir helfen herauszufinden, welche Lebensmittel du gut verträgst und welche nicht. Das ist sehr persönlich — was auf dem Papier funktionieren könnte, funktioniert für dich vielleicht anders. Ein Ernährungsberater kann auch überprüfen, ob du genug Kalorien, Eiweiß und Mineralstoffe aufnimmst, und gemeinsam mit deinem Team entscheiden, ob zusätzliche medizinische Nahrung oder Infusionen erforderlich sind.

Häufig gestellte Fragen zur Ernährung

**Kann ich alles essen, was ich vor der Operation gegessen habe?**
Das hängt davon ab, wie viel Darm du hast und wie sich dein Körper anpasst. Einige Patienten können nach Monaten viele Lebensmittel wieder vertragen, andere brauchen dauerhaft mehr Vorsicht. Dies entwickelt sich im Laufe der Zeit mit deinem Darm.

**Brauche ich für immer Infusionen?**
Das ist sehr individuell. Einige können im Laufe der Zeit vollständig von Mund-Ernährung abhängig werden; andere benötigen dauerhaft zusätzliche Infusionen oder Sondenernährung. Das hängt von deiner verbleibenden Darmlänge und davon ab, wie gut sich dein Darm anpasst.

**Kann Ernährung meinen Durchfall verringern?**
Ja, Ernährungsentscheidungen haben direkte Auswirkungen. Kleine, regelmäßige Mahlzeiten, Vermeidung bestimmter Auslösefaktoren (die du und dein Ernährungsberater herausfinden), und manchmal bestimmte medizinische Nahrungen können helfen. Das ist stark persönlich.

**Sind Nahrungsergänzungsmittel erforderlich?**
Das hängt von deiner Aufnahme und von den Stoffen ab, die dein Körper zu benachteiligen droht. Dein Behandler wird dies überprüfen und kann dir dann sagen, was erforderlich ist — das ist etwas, das du zusammen mit deinem Arzt entscheidest, nicht etwas, das du selbst ausfüllst.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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