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Asbestose

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Letzte Aktualisierung: 09.08.2020 · redaktionell geprüft

# Asbestose

Was ist das

Asbestose ist eine ernsthafte Lungenerkrankung, die durch das Einatmen von Asbestfasern entsteht. Es ist eine Form von Berufskrankheit, die besonders häufig bei Menschen auftritt, die über Jahre hinweg Asbest ausgesetzt waren, beispielsweise im Bauwesen, Schiffbau, in der Industrie oder Textilproduktion.

Asbest ist ein natürlich vorkommendes Mineral, das aufgrund seiner Festigkeit, Flexibilität und Hitzebeständigkeit häufig in Isolationsmaterialien, Dächern, Bremsen und vielen anderen Produkten verwendet wurde. Wenn asbesthaltige Materialien beschädigt oder abgerissen werden, können sehr feine Fasern freigesetzt werden, die in der Luft schweben und eingeatmet werden.

Diese Fasern gelangen tief in die Lungen und können dort jahrelang verbleiben. Sie reizen das Lungengewebe ständig, was schließlich zur Narbenbildung (Fibrose) führt. Dies schränkt die Elastizität und Funktion der Lungen zunehmend ein.

Der Unterschied zwischen Asbestose und Asbestexposition ist wichtig: Exposition allein bedeutet nicht automatisch, dass du krank wirst. Die Wahrscheinlichkeit für Asbestose hängt ab von:
- **Der Dauer der Exposition**: normalerweise Jahre regelmäßigen Kontakts
- **Der Konzentration**: wie viele Fasern in der Luft
- **Der Art des Asbests**: bestimmte Formen sind schädlicher
- **Individuellen Faktoren**: deine Lungenkapazität und genetische Eigenschaften spielen auch eine Rolle

Viele Menschen hatten jahrelang Kontakt mit Asbest, ohne Asbestose zu entwickeln. Andere werden nach kürzerer Exposition krank. Dies ist nicht immer vorhersehbar.

Ursachen

Asbestose entsteht ausschließlich durch das Einatmen von Asbestfasern. Dies geschieht fast immer in einem beruflichen Kontext.

**Typische Expositionssituationen:**
- Arbeitsplätze, wo Asbest verarbeitet, angebracht oder entfernt wird
- Altes Baumaterial während der Renovierung oder beim Abriss
- Schiffswerfts- und Marineeinsätze
- Textillfabriken
- Isolierarbeiten
- Autoreparatur (Bremsen enthalten Asbest)
- In einigen Ländern: informelle Unternehmen ohne Sicherheitsmaßnahmen

**Das Risiko nimmt zu mit:**
- Längerer Exposition am Arbeitsplatz
- Höherer Fasernkonzentration in der Luft
- Schlechterer Schutzausrüstung und Belüftung
- Rauchen neben Asbestexposition (verschärft das Risiko erheblich)

Es ist wichtig zu wissen, dass Exposition außerhalb des Berufs (beispielsweise durch Asbestfasern in deinem Haus) selten zu Asbestose führt, obwohl das Risiko nie völlig null ist.

Es gibt keine "sichere" Dosis von Asbestfasern; jeder Kontakt stellt theoretisch ein Risiko dar, aber die praktische Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung hängt stark von Menge und Dauer ab.

Wie die Krankheit verläuft

Asbestose entwickelt sich langsam und unsichtbar. Dieser Verlauf ist wichtig für das Verständnis der Krankheit:

**Inkubationszeit**: Normalerweise dauert es **10 bis 40 Jahre**, bis erste Anzeichen auf Aufnahmen sichtbar werden oder sich die Lungenfunktion verändert, nachdem die Exposition begonnen hat. Einige Menschen bleiben ihr ganzes Leben asymptomatisch, obwohl Bilder Veränderungen zeigen. Andere bekommen schneller Beschwerden.

**Verlauf**: Hat sich Asbestose einmal entwickelt, verschlimmert sie sich normalerweise allmählich. Die Lungenfunktion nimmt Schritt für Schritt ab. Dieses Tempo unterscheidet sich stark zwischen Personen – einige bleiben jahrzehntelang stabiler, andere verschlechtern sich schneller.

**Was passiert in der Lunge:**
Die eingeatmeten Fasern verfangen sich im Lungengewebe. Der Körper versucht, sie zu entfernen, aber das funktioniert nicht gut. Dies löst Entzündungsreaktionen aus, bei denen sich Schichten von Narbengewebe (Fibrose) bilden. Diese Narben machen das Gewebe steif und weniger elastisch, wodurch der Gasaustausch erschwert wird.

Die Narbenbildung beginnt normalerweise an der Lungenbasis (Unterseite) und kann sich nach oben ausbreiten.

**Zusätzliche Risiken**:
Menschen mit Asbestose haben ein erhöhtes Risiko für bestimmte Lungenkrebsarten und Mesotheliom (Krebs der Lungenhaut). Dieses Risiko steigt erheblich an, wenn sie auch rauchen oder geraucht haben.

Symptome pro Stadium

Asbestose verläuft nicht in scharf abgegrenzten "Stadien", aber man kann von einem schrittweisen Übergang von fehlenden Beschwerden zu zunehmenden Einschränkungen sprechen.

**Frühes Stadium (keine oder minimale Symptome):**
- Oft keine bemerkenswerten Beschwerden
- Aufnahmen können bereits Veränderungen zeigen
- Lungenfunktionstests können leicht vermindert sein
- Viele Menschen fühlen sich noch ganz normal

**Mittleres Stadium (geringe bis mäßige Symptome):**
- Leichte Kurzatmigkeit, besonders bei körperlicher Anstrengung
- Milder Husten, manchmal trocken
- Möglicherweise etwas Müdigkeit
- Lungenfunktionstests zeigen deutlicheren Funktionsverlust
- Aufnahmen werden abnormaler

**Fortgeschrittenes Stadium (schwere Symptome):**
- Merkliche Kurzatmigkeit bereits bei leichten Aktivitäten
- Hartnäckiger Husten
- Möglicherweise Sputumproduktion
- Möglicherweise Bruststeifheit oder Schmerzen
- Müdigkeit nimmt zu
- Körperliche Belastung wird zunehmend beschwerlich
- Lungenfunktion ist erheblich vermindert
- Aufnahmen zeigen umfangreiche Narbenbildung

**Sehr fortgeschrittenes Stadium:**
- Kurzatmigkeit bereits in Ruhe
- Schlafprobleme aufgrund von Atemwegseinschränkungen
- Möglicherweise bläuliche Lippen oder Finger bei Anstrengung
- Große Einschränkung in der alltäglichen Funktionsfähigkeit
- Risiko für Rechtsherzbelastung (pulmonales Cor), wenn Lungen schwer beschädigt sind

Der wichtige Vorbehalt: nicht jeder folgt diesem Muster. Manche sind über viele Jahre minimal symptomatisch. Andere bekommen schneller Beschwerden. Die Variabilität ist groß.

Was es für das tägliche Leben bedeutet

Asbestose kann das tägliche Leben erheblich einschränken, je nach Schweregrad.

**Am Anfang:**
Für viele Menschen ändert sich anfangs nicht viel Merkbares. Du fühlst dich normal, gehst zur Arbeit, treibst Sport. Aber du bist dir der Diagnose bewusst, was psychologisch belastend sein kann.

**Mit Fortschreiten der Krankheit:**
- **Arbeit**: Körperliche Berufe werden schwieriger. Treppensteigen, schwere Lasten tragen oder Arbeit bei hohen Temperaturen oder mit viel Staubexposition wird problematisch. Viele Menschen können ihre bisherige Funktion nicht mehr ausüben.
- **Sport und Freizeit**: Intensive Aktivitäten (Laufen, Fitness, Fußball) werden allmählich weniger machbar. Spaziergang, Schwimmen oder Radfahren können länger möglich bleiben.
- **Haushalt**: Intensives Putzen, Fensterputzen oder Gartenarbeit kann anstrengend werden.
- **Schlaf**: Kurzatmigkeit kann das Liegen erschweren; manche schlafen besser mit zusätzlichen Kissen.
- **Sozialleben**: Dies hängt von deinem Energieniveau und von deinen Freundeskreis ab. Vieles ist lange Zeit noch möglich.

**Medizinische Folgen:**
- Regelmäßige Kontrolluntersuchungen und Lungenfunktionstests sind erforderlich
- Medikamente zur Linderung von Symptomen (Bronchodilatatoren, manchmal Kortikosteroide)
- Bei schwerer Erkrankung kann eine Heimsauerstofftherapie erforderlich sein
- Infektionen (Grippe, Pneumokokken) sind gefährlicher und erfordern schneller ärztliche Hilfe

**Psychologisch und sozial:**
Viele Menschen finden es schwierig, mit einer chronischen, fortschreitenden Krankheit zu leben, für die es keine Heilung gibt. Depression und Angst sind nicht ungewöhnlich. Beratung und Selbsthilfegruppen können helfen.

Aussichten

Die Aussichten für Asbestose sind gemischt und sehr persönlich.

**Das Wichtigste zu wissen:**
- Asbestose ist chronisch und nicht heilbar
- Die Erkrankung stoppt nicht von selbst; Narben, die einmal entstanden sind, verschwinden nicht
- Aber die Progressionsgeschwindigkeit variiert enorm

**Was wir über die Langzeitprognose wissen (Bevölkerungsebene):**
Studien zeigen, dass Menschen mit diagnostizierter Asbestose eine verminderte Lebenserwartung haben, besonders wenn die Erkrankung schwerwiegend ist. Die genaue Anzahl von Jahren unterscheidet sich stark zwischen Individuen und hängt von der Schweregrad bei der Diagnose, deinem Alter, deiner Rauchergeschichte und der Geschwindigkeit der Krankheitsprogression ab. Verschiedene Länder und Studien geben unterschiedliche Zahlen an, und diese Zahlen sagen nichts über deine persönliche Situation aus.

**Positive Punkte:**
- Viele Menschen können Jahrzehnte lang mit Asbestose leben, besonders wenn diese in einem frühen Stadium entdeckt wird
- Medikamente können Symptome lindern
- Sauerstofftherapie kann die Lebensqualität erheblich verbessern, wenn du dazu kommst
- Regelmäßige Behandlung und Infektionsprävention helfen
- Die Lebensqualität hängt nicht nur von der Lungenfunktion ab, sondern auch davon, wie du damit umgehst und welche Unterstützung du erhältst

**Risiken:**
- Lungenkrebs: Menschen mit Asbestose haben ein erhöhtes Risiko, besonders Raucher
- Mesotheliom: Krebs der Lungenhaut, selten aber schwerwiegend
- Herzprobleme: wenn die Lungen stark beschädigt sind
- Infektionen: Grippe und Lungenentzündung können schwerwiegend verlaufen

Eine regelmäßige Kontrolluntersuchung bei deinem Pneumologen, Infektionsprävention (Impfung) und das Rauchen aufzugeben sind von großer Bedeutung.

Häufig gestellte Fragen

**Kann Asbestose geheilt werden?**
Nein, Asbestose kann nicht geheilt werden. Die Narben in der Lunge sind dauerhaft. Was möglich ist, ist deine Symptome zu lindern und die Progression durch Infektionsprävention, Vorsicht bei Exposition und manchmal Medikamente zu verlangsamen. Regelmäßige Behandlung und gesunde Gewohnheiten sind wichtig.

**Ich bin vor langer Zeit Asbest ausgesetzt gewesen. Bekomme ich Asbestose?**
Das hängt von vielen Faktoren ab: wie viel, wie lange, welcher Asbesttyp und deine individuelle Anfälligkeit. Sehr viele Menschen, die Asbest ausgesetzt waren, bekommen nie Asbestose. Andere bekommen es, mit Jahren oder Jahrzehnten Verzögerung. Wenn du unsicher bist, ist regelmäßiger Kontakt mit einem Pneumologen ratsam.

**Kann mein Partner oder meine Kinder Asbestose von mir bekommen?**
Asbestose ist nicht ansteckend. Dein Partner oder deine Kinder können es nicht von dir "bekommen". Allerdings: wenn du viele Asbestfasern auf deiner Kleidung oder deinen Schuhen nach Hause bringst und deine Mitbewohner chronisch ausgesetzt sind, können sie theoretisch auch ein Risiko haben. Dies ist jedoch selten und sollte mit normaler Hygiene kein Problem sein.

**Muss ich jetzt Allergiemedikamente nehmen oder meine Ernährung umstellen?**
Allergiemedikamente helfen nicht spezifisch gegen Asbestose. Deine Ernährung zu ändern hilft nicht, um die Erkrankung zu stoppen. Allerdings: gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung (soweit möglich), das Rauchen aufgeben und Infektionsprävention sind Fragen eines gesunden Lebens. Befrage immer deinen eigenen Arzt.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Forschung geht, damit du dich nicht auf einen englischen Fachtitel verlassen musst. Weitere Studien über Asbestose findest du unter Veröffentlichungen und Studien.

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codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.