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Myelodysplastisches Syndrom

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Behandlungsarten bei myelodysplastischem Syndrom

Wie dein MDS behandelt wird, hängt von mehreren Faktoren ab: deinem Risikoscore (basierend auf zytogenetischen Aberrationen, Blastenpercentil und anderen Merkmalen), deinem allgemeinen Gesundheitszustand, deinem Alter und welche Symptome du hast. In den letzten Jahren sind neue Medikamente und Kombinationen hinzugekommen, und die Behandlungslandschaft entwickelt sich immer noch weiter. Dieser Überblick beschreibt die standardmäßigen Vorgehensweisen pro Risikostufe und die unterstützende Versorgung, die in allen Phasen wichtig ist.

Unterstützende Behandlungen

Auch ohne direkt gegen die MDS-Zellen vorzugehen, sind unterstützende Maßnahmen entscheidend für die Lebensqualität und manchmal für die Verzögerung der Progression.

**Bluttransfusionen**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Wenn dein Hämoglobin zu stark abfällt (meist unter 7–8 g/dL), können Erythrozytenkonzentrate gegeben werden. Dies hilft, Müdigkeit entgegenzuwirken und Herzprobleme durch Sauerstoffmangel zu verhindern. Bei niedrigen Thrombozytenzahlen (meist unter 10.000–20.000) können Thrombozytenkonzentrate gegeben werden, um Blutungen zu verhindern. Transfusionen bieten direkte, vorübergehende Linderung, aber wiederholte Transfusionen können langfristig zu Eisenüberladung führen (siehe Eisenchelation unten). Nach neuesten Forschungsergebnissen ist Transfusionsabhängigkeit ein unabhängiger Sterblichkeitsprediktor bei MDS-Patienten, unabhängig vom Risikoscore.

**Eisenchelation**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Wer viele Erythrozytenkonzentrate erhält, lagert Eisen in Herz, Leber und Hormondrüsen ein. Eisenchelatoren binden dieses Eisen, damit es aus dem Körper ausgeschieden werden kann. Diese werden als Injektion oder oral gegeben und können Nebenwirkungen wie Bauchbeschwerden, Übelkeit und manchmal Nieren- oder Gehörprobleme verursachen. Eine regelmäßige Kontrolle der Leber- und Nierenfunktion ist erforderlich.

**Antibiotische Prophylaxe**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt
(selektiv)

Wer sehr niedrige Zahlen weißer Blutkörperchen hat (Neutropenie), läuft Gefahr für ernsthafte Infektionen. In bestimmten Situationen — besonders um eine Chemotherapie oder Stammzelltransplantation — wird dies mit Antibiotika verhindert. Dies geschieht nicht standardmäßig bei allen MDS-Patienten, sondern nur, wenn die Neutropenie schwerwiegend ist und das Infektionsrisiko hoch.

**Wachstumsfaktoren (G-CSF)**

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Mittel, die die Herstellung weißer Blutkörperchen stimulieren (Granulozyten-Kolonie-stimulierende Faktoren), können das Infektionsrisiko senken. Sie werden hauptsächlich eingesetzt, wenn die Neutropenie schwerwiegend ist. Der Beweis, dass sie die Krankheitsprogression oder das Überleben verbessern, ist begrenzt, daher werden sie vorsichtig eingesetzt und normalerweise für kurze Zeiträume.

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Niedriges Risiko-MDS

Bei MDS mit niedrigem Risiko gibt es nur wenige Anomalien in den Knochenmarkzellen und der Blastenpercentil steigt langsam. Viele Patienten haben hier Jahre ohne weitere Behandlung, obwohl Beschwerden wie Blutarmut Aufmerksamkeit erfordern können.

**Niedrig-Dosis-Chemotherapie (hypomethylierende Mittel)**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Azacitidin und Decitabin — Mittel, die die Methylierung von DNA beeinflussen — werden in niedrigen Dosen gegeben (viel niedriger als bei akuter Leukämie). Sie können die Zellteilung hemmen und manchmal den Blastenpercentil niedriger halten. Sie werden in Zyklen gegeben, zum Beispiel intravenös oder als subkutane Injektionen. Nebenwirkungen sind unter anderem Rückgänge der Blutzellen, Infektionen, Übelkeit und Müdigkeit. Sie verlangsamen die Progression bei einem Teil der Patienten, heilen die Krankheit aber nicht.

**Lenalidomid**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Dieses immunmodulatorisches Mittel wird hauptsächlich bei MDS mit isolierter 5q-Deletion (eine spezifische Chromosomenaberration) gegeben. Es kann Blutarmut verbessern und kann Jahre ohne weitere Progression geben. Nebenwirkungen sind unter anderem Thrombusbildung (Blutgerinnsel), Sensibilitätsverlust in Händen und Füßen und erhöhtes Infektionsrisiko. Regelmäßige Kontrollen sind erforderlich.

**Lutetium-177-PSMA-617 und andere gezielt gerichtete Mittel**

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Neuere Medikamente richten sich auf spezifische genetische Aberrationen in MDS-Zellen (z. B. Mutationen in SF3B1). Einige befinden sich in der Forschungsphase und werden in klinischen Studien getestet. Laboruntersuchungen (Sequenzierung deiner MDS-Zellen) können zeigen, welche Mutationen du hast, was Aufschluss darüber geben kann, welches gezielte Medikament am besten geeignet wäre.

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MDS mit intermediärem Risiko

Bei intermediärem Risiko nimmt der Blastenanteil schneller zu. Eine Behandlung ist normalerweise erforderlich, um das Fortschreiten zu verlangsamen.

**Hypomethylierende Mittel (Azacitidin, Decitabin)**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Dies sind der Eckpfeiler der Behandlung auf diesem Risikoniveau. Sie werden nach festen Zyklen gegeben (normalerweise monatlich oder regelmäßig), ähnlich wie bei niedrigem Risiko, aber häufiger angewendet. Sie können die Zeit bis zum Fortschreiten in akute Leukämie verlängern. Bei etwa 40–50 % der Patienten tritt eine gewisse Verbesserung auf. Auch hier sind Zytopenien (niedrige Blutcellzahlen), Infektionen und gastrointestinale Nebenwirkungen möglich.

**Venetoclax in Kombination**

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung
(in Kombination mit hypomethylierenden Mitteln)

Venetoclax ist ein Mittel, das bestimmte Krebszellen zum Absterben bringen kann. In Kombination mit Azacitidin wird es bei intermediärem bis hohem Risiko MDS untersucht. Dies könnte möglicherweise die Ansprechquoten erhöhen. Nebenwirkungen sind unter anderem schwere Zytopenien und Infektionen. Aktuelle Forschung (2026) untersucht Venetoclax auch in der Erhaltungsphase nach Stammzelltransplantation.

**Physiologische Vorbereitung auf Stammzelltransplantation**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Für einige Patienten wird eine allogene (von Spendermark) Stammzelltransplantation vorbereitet. Dies ist eine eingreifende Behandlung; nicht jeder kommt dafür in Frage (Alter, allgemeiner Gesundheitszustand und Verfügbarkeit eines geeigneten Spenders spielen eine Rolle). Die Vorbereitung erfolgt mit Chemotherapie und/oder Bestrahlung, um Platz für Spenderzellen zu schaffen. Wir heben dies hervor, da es eine Kernbehandlung bei schwerer progressiver MDS ist.

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MDS mit hohem Risiko (und MDS in Transformation zur akuten Leukämie)

Bei hohem Risiko – viele zytogenetische Aberrationen, hoher Blastenanteil – ist eine schnelle Progression wahrscheinlich und akute Leukämie kann sich entwickeln.

**Hypomethylierende Mittel (erste Wahl)**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Azacitidin und Decitabin sind die Standardbehandlung für viele Patienten, die nicht für eine Stammzelltransplantation in Frage kommen. Sie können Remissionen verursachen (Normalisierung der Blutcellzahlen) bei etwa 30–40 % der Patienten und können die Krankheit stabilisieren. Dauer und Wirkung variieren stark von Person zu Person. Dieselben Nebenwirkungen wie zuvor erwähnt.

**Venetoclax mit Azacitidin**

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Die Kombination von Venetoclax und Azacitidin wurde untersucht und zeigt höhere Komplettremissionsraten als Azacitidin allein bei hohem Risiko MDS. Dies wird in einigen Richtlinien als Option genannt, besonders für Patienten, die nicht für eine Stammzelltransplantation in Frage kommen. Nebenwirkungen können erheblich sein (schwere Infektionen und Zytopenien).

**Allogene Stammzelltransplantation**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Dies ist die einzige potenziell kurative Behandlung. Die Spendermarkzellen wachsen an und können die MDS-Zellen verdrängen. Die Vorbereitung erfolgt mit Chemotherapie und/oder Bestrahlung; intensive Vorbereitung ist für jüngere, fittere Patienten geeignet, während ältere oder weniger fitte Patienten eine weniger intensive Vorbereitung erhalten. Große Risiken sind Abstoßung (Graft Failure) und Graft-versus-Host-Krankheit (GVHD), bei der Spenderzellen den Körper des Empfängers angreifen. Unterstützende Pflege nach Transplantation ist intensiv. Das Überleben nach Transplantation hängt von vielen Faktoren ab: Spenderkompatibilität, Alter, Krankheitsstadium und Komorbiditäten. Aktuelle Forschung (2026) untersucht neue Vorbereitungsschemata (Melphalan mit niedriger Dosis mit Thiotepa und Fludarabin) und Erhaltungskombinationen (z. B. Venetoclax) nach Transplantation.

**Kinase-Inhibitoren**

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Neue selektive Kinase-Inhibitoren (z. B. Pacritinib, gerichtet auf CSF1R, IRAK1, JAK2 und FLT3) werden bei MDS getestet. Sie können Entzündungswege hemmen und die Zellteilung bei bestimmten MDS-Typen unterdrücken. Dies sind noch Forschungsphasen; Nebenwirkungen und Wirksamkeit werden derzeit bestimmt.

**CAR-T und manipulierte Immuntherapie**

ExperimentelliLäuft im Studienzusammenhang, das Ergebnis ist noch unbekannt

Modifizierte T-Zellen (CAR-T) und andere immunmodifizierte Zellen (z. B. NK-Zellen) werden in Forschungsstadien gegen MDS eingesetzt. Dies geschieht in klinischen Versuchen mit strikten Auswahlkriterien. Nebenwirkungen können schwerwiegend sein (Zytokinfreisetzungssyndrom, Immunaktivierung).

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Molekular gesteuerte Ansätze (aufstrebend)

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung
/ **Experimentell**

Mit der zunehmenden Kenntnis genetischer Merkmale von MDS ergeben sich Möglichkeiten, spezifische Mutationen zu bekämpfen. Beispiele:

- **SF3B1-Mutationen**: Kleine Studien deuten darauf hin, dass bestimmte Arzneimittel (derzeit in der Forschungsphase) wirksamer sind, wenn diese Mutation vorhanden ist.
- **TP53-Mutationen**: Sehr schwieriger MDS-Typ mit schlechter Prognose. Neue Kombinationen werden untersucht, besonders nach Stammzelltransplantation (Hypomethylierungsmittel zur Erhaltung).

Dies ist noch weitgehend Forschungsgebiet; genetische Tests können in Spezialbzentren durchgeführt werden, aber noch nicht überall routinemäßig.

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Unterstützende Vorbereitung auf alle Phasen

Unabhängig davon, welche aktive Behandlung gewählt wird:

- **Psychologische Unterstützung**: Beratung hilft, mit der Diagnose umzugehen.
- **Ernährung und Diät**: Gesunde Ernährung kann Energieniveau und allgemeine Gesundheit unterstützen.
- **Körperliche Aktivität**: Mäßige Bewegung, soweit du dich gut genug fühlst.
- **Infektionsprävention**: Handhygiene, Vorsicht in belebten Umgebungen bei niedriger Immunfunktion.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Forschung geht, damit du dich nicht auf einen englischen Fachtitel verlassen musst. Weitere Studien über Myelodysplastisches Syndrom findest du bei Veröffentlichungen und Studien.

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codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.