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Epidermolysis bullosa

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Symptome und Phasen der Epidermolysis bullosa

Epidermolysis bullosa (EB) verläuft nicht in scharf definierten Phasen wie manche andere Krankheiten. Es handelt sich eher um eine andauernde Erkrankung, bei der Blasenbildung und Wundheilungsprobleme ein Leben lang auftreten. Es gibt jedoch Unterschiede in der Schwere der Symptome und wie sie sich im Laufe der Zeit entwickeln — besonders in den ersten Jahren und später, wenn Komplikationen auftreten. Diese Beschreibung folgt dem Krankheitsverlauf von früh bis spät.

Die ersten Monate und Jahre (neonatale Periode und frühe Kindheit)

In vielen Fällen wird EB bemerkt, wenn der Neugeborene bereits Bläschen oder Wunden hat, manchmal sogar noch im Mutterleib. Bei anderen erscheinen die Symptome in den ersten Wochen oder Monaten des Lebens.

**Was passiert:**
- **Blasenbildung** auf Haut, Mund, Lippen und Schleimhäuten; diese können spontan entstehen oder nach kleinen Traumata (Reibung, Druck, Temperaturwechsel)
- **Blutende Erosionen und offene Wunden**, die schmerzhaft sind und langsam heilen
- **Infektionen** der Wunden, weil die natürliche Hautbarriere beschädigt ist
- **Eiterpusteln** auf Haut und manchmal auch auf Schleimhäuten
- **Ernährungsprobleme**: Bläschen in und um den Mund erschweren das Trinken und Essen, was zu Wachstumsverzögerungen führen kann
- **Schmerzen**, besonders beim Wickeln, Waschen oder Berühren; viele Kinder schreien intensiv
- **Unruhe und Schlafprobleme** durch Unbehagen und Schmerzen

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
- Eltern müssen vorsichtig mit dem Kind umgehen; selbst normale Handlungen wie Wickeln, Baden und Anziehen erfordern Vorsicht
- Die Ernährung kann schwierig sein; das Kind trinkt möglicherweise langsamer oder nimmt weniger zu sich
- Viele Krankenhausaufenthalte zur Infektionsbekämpfung und Unterstützung
- Eltern erleben starken Stress und Unsicherheit

**Zahlen zu diesem Zeitraum:**
Die schwersten Formen (besonders schwere rezessiv dystrophische EB und junktionale EB mit ausgedehnter Beteiligung) können schwerwiegende Komplikationen in den ersten Lebenswochen verursachen. Patienten mit der ausgedehntesten Form haben eine höhere Sterblichkeitsrate in der neonatalen Periode und frühen Kindheit, besonders durch Infektionen und Unterernährung. Allerdings sind genaue Überlebensziffern für diesen Zeitraum nicht konsistent in der aktuellen Literatur berichtet; sie variieren stark je nach EB-Typ und Schweregrad.

Frühe und mittlere Kindheit (etwa 1-12 Jahre)

Mit zunehmendem Alter des Kindes stabilisiert sich das Krankheitsmuster oft etwas, aber die Symptome bleiben erheblich.

**Was passiert:**
- **Wiederkehrende Blasenbildung** besonders an Stellen, die Druck ausgesetzt sind: Füße, Hände, Knie, Ellbogen, Gesäß
- **Offene Wunden**, die Wochen bis Monate dauern können, bevor sie heilen
- **Narben und Kontrakturen** (Verkürzungen) der Haut; besonders an Händen und Füßen kann der Bewegungsapparat eingeschränkt werden
- **Nagelprobleme**: Nägel wachsen verformt oder gehen verloren
- **Mund- und Rachenbeteiligung**: Bläschen und Erosionen in der Mundhöhle können Schmerzen beim Essen verursachen; manche Kinder haben Schluckprobleme
- **Magen- und Darmbeschwerden**: Verstopfung ist sehr häufig
- **Infektionen** von Wunden, manchmal mit Bakterien, die schwer zu behandeln sind
- **Juckreiz**, manchmal sehr intensiv
- **Haarausfall** (Alopecia) kann vorkommen, je nach EB-Typ
- **Zahnprobleme**: Zahnabrasion und Zahnfleischentzündung
- **Wachstumsverzögerung** durch chronische Infektionen, unzureichende Ernährung und die Krankheitslast selbst

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
- Kinder haben Schwierigkeiten beim Spielen, Sport und normalen körperlichen Aktivitäten
- Wundversorgung ist eine tägliche Aufgabe, die Stunden in Anspruch nehmen kann
- Schule kann schwierig sein; viele Kinder versäumen viele Unterrichtsstunden durch Krankheitsphasen
- Soziale Interaktion kann durch sichtbare Wunden und Narben belastet sein
- Eltern müssen ständig auf Infektionen und neue Bläschen achten
- Ernährung und Wachstum erfordern zusätzliche Aufmerksamkeit

**Zahlen zu diesem Zeitraum:**
Die meisten Kinder mit weniger schweren Formen von EB erreichen die Pubertät. Für Kinder mit rezessiver dystrophischer EB (RDEB) und schweren junktionalen Formen gilt: Die Überlebenschancen im Kindesalter variieren stark. Patienten mit RDEB haben nach neuesten Daten mediane Lebenserwartungen, die von einigen Jahren bis ins Erwachsenenalter reichen können, abhängig von individuellen Faktoren und Typ. Die genaue mediane Lebenserwartung ist in den aktuellen Richtlinien nicht eindeutig angegeben.

Pubertät und Adoleszenz (12-18 Jahre)

Dies ist ein kritischer Punkt im Krankheitsverlauf für viele Menschen mit EB.

**Was passiert:**
- **Dasselbe Blasenmuster**, aber hormonelle Veränderungen können Juckreiz und Entzündungsreaktionen verschlimmern
- **Zunehmende Narbenbildung und Kontrakturen**, besonders wenn die Krankheit bisher nicht gut kontrolliert wurde
- **Bewegungseinschränkungen**: Hände können weniger flexibel werden, Füße können steifer werden
- **Sexuelle Entwicklung und Geschlechtsreife** können erschwert oder verzögert sein
- **Psychische Belastung**: Jugendliche kämpfen mit sichtbaren Unterschieden, chronischen Schmerzen und Einschränkungen
- **Infektionen** bleiben häufig
- **Erhöhter Juckreiz**
- **Haut- und Schleimhauterscheinungen**: Bei einigen EB-Formen kann die Haut dünner und brüchiger werden

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
- Soziale Isolation; Jugendliche schämen sich für sichtbare Wunden und Narben
- Schwierigkeiten mit Identitätsbildung und Selbstakzeptanz
- Schulleistungen können leiden
- Beziehungen und Freundschaften werden beeinflusst
- Unabhängigkeit von Eltern ist schwierig, da intensive Pflege noch notwendig ist
- Zukunftspläne (Ausbildung, Beruf, Karriere) müssen realistisch eingeschätzt werden

**Zahlen zu diesem Zeitraum:**
Jugendliche mit EB haben ein Risiko für Depression und Angststörungen. Aktuelle Studien zur Lebensqualität (wie die QoL-REB-Studie aus 2026) zeigen, dass sowohl Kinder als auch Erwachsene mit EB in Aktivitäten und sozialer Partizipation erheblich eingeschränkt sind, aber genaue Überlebenszahlen für diese Phase sind nicht separat angegeben.

Erwachsenenalter (18+ Jahre)

Erwachsene mit EB, die die Pubertät erreicht haben, haben oft einen stabileren Krankheitsverlauf, aber kontinuierliche Pflege bleibt notwendig.

**Was passiert:**
- **Fortlaufende Blasenbildung** nach dem gleichen Muster wie zuvor
- **Zunehmende Narbenbildung und Kontrakturen** im Laufe der Jahre; besonders Hände und Füße können starr und steif werden
- **Mobilität kann abnehmen**: Gehen wird manchmal schwierig
- **Wunden, die schwer heilen**, manchmal persistent offen bleibend
- **Chronische Schmerzen**
- **Infektionen** von Wunden
- **Augen- und Zahnprobleme** können auftreten
- **Psychische Belastung**: Depression und soziale Isolation sind nicht selten
- **Onkologisches Risiko**: Patienten mit bestimmten EB-Formen (besonders RDEB) haben ein erhöhtes Risiko für Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom) im Erwachsenenalter
- **Ernährungsprobleme** durch gastrointestinale Schwierigkeiten; einige Erwachsene benötigen Sondenernährung
- **Lungenentzündung und Atemwegskomplikationen** in schweren Fällen

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
- Erwachsene können manchmal unabhängig leben, aber viele benötigen kontinuierliche Pflege
- Arbeit ist für viele schwierig; viele Erwachsene mit EB können nicht vollständig arbeiten
- Beziehungen und Partnerschaft sind möglich, werden aber durch die Krankheitslast erschwert
- Elternschaft wird durch die Krankheitslast und manchmal durch genetische Faktoren erschwert
- Finanzielle Belastung durch medizinische Kosten
- Soziale Isolation bleibt ein Thema

**Zahlen zu diesem Zeitraum:**
Die Lebenserwartung für Erwachsene mit EB hängt stark vom Typ und Schweregrad ab. Patienten mit weniger schweren Formen (wie einfache EB) können eine normale Lebenserwartung haben. Für Patienten mit rezessiver dystrophischer EB ist die Situation komplizierter: Historisch wurde angenommen, dass viele nicht über das dritte oder vierte Lebensjahrzehnt hinausgehen, aber mit verbesserter Wundversorgung und Infektionskontrolle erreichen mehr Patienten höhere Lebensalter. Aktuelle Überlebenszahlen sind jedoch nicht kürzlich in der aktuellen Literatur veröffentlicht worden.

Spätstadium und zunehmende Komplikationen

Für Patienten, die in das Erwachsenenalter fortschreiten, können schwerwiegende Komplikationen auftreten.

**Was passiert:**
- **Ausgedehnte Narben und Kontrakturen**, die die Mobilität stark einschränken
- **Chronische Wunden**, die trotz intensiver Pflege nicht heilen
- **Wiederholte Infektionen**, manchmal mit antibiotikaresistenten Bakterien
- **Unterernährung** durch Magen-Darm-Beschwerden
- **Anämie** (Blutarmut) durch Blutverlust aus Wunden
- **Hautkrebs**: dies ist ein wichtiges Risiko, besonders bei RDEB-Patienten in ihren 30er-40er Jahren und später
- **Lungenbeschwerden**: verengt durch Narben in der Speiseröhre oder durch Inhalation schädlicher Partikel
- **Arthritis und Gelenksteifheit**
- **Psychologische Probleme**: chronische Schmerzen, soziale Isolation und wiederholte Krankenhausaufenthalte fordern ihren Tribut
- **Organschaden**: in schweren Fällen können Nieren, Herz oder andere Organe betroffen sein

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
- Viele Patienten sind stark in ihrer Mobilität eingeschränkt
- Krankenhausaufenthalte können häufiger erforderlich sein
- Wundbehandlung kann noch mehr Zeit und Sachverstand erfordern
- Palliativbetreuung und Symptombekämpfung werden wichtiger
- Lebensqualität steht im Mittelpunkt

**Zahlen zu diesem Zeitraum:**
Über das späte Stadium der EB sind wenige detaillierte Zahlen verfügbar. Der Verlauf und die Komplikationen unterscheiden sich stark je nach Person. Die Diagnose von Hautkrebs bringt einen eigenen Krankheitsverlauf mit sich.

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Wann Sie Ihren Arzt kontaktieren sollten

Kontakt mit deinem Arzt ist wichtig bei:
- **Starke Zunahme** von Blasenbildung oder Wunden, die nicht heilen
- **Infektionszeichen**: stärkere Rötung, Wärmegefühl, Eiter, Fieber oder Wunden, die mehr jucken und anschwellen
- **Neue Symptome**: zum Beispiel Schluckbeschwerden, Nasenausfluss, Gesichtsschmerzen
- **Starke Schmerzen** trotz Medikamenten
- **Wachstumsverzögerung** oder Ernährungsprobleme (besonders bei Kindern)
- **Ausgedehnte neue Narben** oder Kontrakturen, die die Bewegung einschränken
- **Psychologische Not**: Depression, Angst, soziale Isolation

_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

Die Phasen in Zahlen

Keine Zahlen pro Phase

Zahlen pro Phase werden nur für Krebserkrankungen erfasst, bei denen bei der Diagnose dokumentiert wird, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Bei dieser Krankheit beschreiben die Phasen den Krankheitsverlauf, und es gibt keine separaten Sterbe- oder Überlebenszahlen dafür.

Eine Zahl über Tausende von Menschen sagt nichts über einen Menschen aus. Diese Zahlen gelten für alle Altersgruppen, Gesundheitszustände und Gesundheitssysteme zusammen. Was sie für deine Situation bedeuten, kann dir nur dein eigener Behandler sagen.

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Untersuchung geht, sodass du dich nicht auf einen englischen Fachtitel verlassen musst. Weitere Studien zu Epidermolysis bullosa findest du bei Veröffentlichungen und Studien.

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codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.