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Eierstockkrebs

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Symptome und Phasen von Eierstockkrebs

Eierstockkrebs entwickelt sich normalerweise stufenweise. Der Verlauf ist jedoch von Person zu Person sehr unterschiedlich, abhängig von der Art des Krebses, den genetischen Eigenschaften der Tumorzellen und davon, wie gut der Krebs auf die Behandlung anspricht. Auf dieser Seite werden die häufigsten Phasen des Krankheitsverlaufs, die damit verbundenen Symptome und ihre Folgen für das tägliche Leben beschrieben.

Frühstadium (Stadium I—II)

In den frühen Stadien ist der Krebs immer noch auf die Eierstöcke beschränkt oder hat sich gerade auf nahegelegene Gewebe ausgebreitet. Dies können beispielsweise das Bauchfell oder die unteren Bauchorgane sein.

**Symptome: **
- Oft nur wenige oder keine offensichtlichen Symptome — viele frühe Eierstockkrebsarten werden zufällig entdeckt
- Bauch- oder Beckenschmerzen (oft unterschiedlich und mild)
- Bauchschwellungen
- Veränderung der Menstruationsmuster (Unregelmäßigkeit, stärkere Blutung)
- Vageres Gefühl von Unwohlsein oder Müdigkeit
- Veränderungen des Verdauungssystems (Übelkeit, Verstopfung, Appetitveränderung)

**Auswirkungen auf das tägliche Leben: **
Bei vielen Frauen mit Eierstockkrebs im Frühstadium sind diese Symptome subtil genug, dass sie bei weitem nicht wahrnehmbar sind oder auf andere Ursachen zurückzuführen sind. Dies ist auch der Grund dafür, dass viele Eierstockkrebserkrankungen relativ spät erkannt werden. Liegen Beschwerden vor, können diese die tägliche Funktionsfähigkeit nur geringfügig einschränken.

**Informationen zu diesem Stadium:**
Der genaue Prozentsatz der Frauen, bei denen Eierstockkrebs im Stadium I oder II diagnostiziert wird, variiert. In vielen westlichen Ländern werden etwa 15— 20% aller Fälle in diesem frühen Stadium erkannt. Dies hängt von den Bevölkerungsgruppen, den Vorsorgeprogrammen und dem Zugang zur Versorgung ab. Frauen mit Eierstockkrebs im Frühstadium haben im Allgemeinen bessere Überlebenschancen als Frauen mit fortgeschrittener Erkrankung, aber die genauen Zahlen variieren stark je nach Art des Tumors und der Behandlung.

Fortgeschrittenes Stadium (Stadium III—IV)

Dies ist das häufigste Stadium der Diagnose. Der Krebs hat sich über die Eierstöcke hinaus ausgebreitet — zum Beispiel auf das Bauchfell, die Lymphknoten, andere Bauchorgane oder sogar weiter auf Lunge oder Leber.

**Symptome: **
- **Bauchschmerzen und Verspannungen: ** oft offensichtlich, manchmal schwer
- **Bauchschwellung (Aszites) :** Flüssigkeitsansammlung im Bauchraum, wodurch sich der Bauch vergrößert und sich oberflächlich angespannt und geschwollen anfühlt
- **Verdauungsveränderungen: ** Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, manchmal im Wechsel mit Durchfall
- **Spätbarer Gewichtsabnahme** trotz normalem Essen oder Gewichtszunahme aufgrund von Flüssigkeitsansammlungen
- **Müdigkeit: ** kann sehr ausgeprägt sein und viele Aktivitäten einschränken
- **Verminderter Appetit: ** fühlt sich schnell voll an
- **Veränderungen beim Wasserlassen: ** häufiger oder brennend
- **Vage Allgemeinsymptome: ** Unwohlsein, Fieber (nicht immer vorhanden)

**Auswirkungen auf das tägliche Leben: **
Die Symptome in diesem Stadium haben in der Regel erhebliche Folgen. Ein geschwollener Bauch kann passen, die Kleidung wechseln und Beschwerden verursachen. Übelkeit und Müdigkeit können Arbeit, Hobbys und soziale Kontakte behindern. Für viele Frauen wird die Selbstpflege (Duschen, Anziehen) anstrengender. Die Ansammlung von Flüssigkeit kann zu Atemproblemen führen, insbesondere im Liegen.

**Informationen zu diesem Stadium:**
Ungefähr 75— 80% aller Eierstockkrebsdiagnosen werden im Stadium III oder IV gestellt. Bei hochgradigem serösem Eierstockkrebs — der häufigsten Form — liegt das mediane progressionsfreie Überleben (Zeit bis zum Wiederauftreten oder Fortschreiten des Krebses nach einer Erstlinienbehandlung) in den letzten Behandlungsreihen bei etwa 18—24 Monaten (Quellen aus den Jahren 2024—2025). In den westlichen Ländern liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate für alle Stadien zusammengenommen bei etwa 40— 50%, wobei die Raten stark variieren: Im Frühstadium sind die Raten besser, im fortgeschrittenen Stadium sind die Raten niedriger. Bei diesen Zahlen handelt es sich um Durchschnittswerte für große Gruppen. Die individuellen Ergebnisse hängen von vielen Faktoren ab, unter anderem von der Art des Tumors, genetischen Mutationen (wie BRCA1/2), dem Alter und davon, wie gut der Krebs auf die Behandlung anspricht.

Rückkehr (Wiederholung)

Nach der Erstbehandlung (Operation und Chemotherapie) kehrt der Krebs bei vielen Frauen zurück. Dies kann Monate oder Jahre nach der ersten Behandlung geschehen.

**Platinempfindliches Rezidiv (Wiedererkrankung nach ≥6 Monaten Behandlungspause):**

Dies ist der Fall, wenn der Krebs mindestens sechs Monate nachdem die platinhaltige Chemotherapie beendet wurde zurückkehrt.

- **Symptome:** ähnlich wie fortgeschrittenes Stadium — Bauchschmerzen, Flüssigkeitsansammlung, Übelkeit, Müdigkeit
- **Aussicht:** diese Frauen haben in der Regel mehr Optionen für eine Neubehandlung, da ihr Tumor noch empfindlich gegenüber Platinchemotherapie und möglicherweise gegenüber anderen Medikamenten (PARP-Inhibitoren) ist

**Platinresistentes Rezidiv (Wiedererkrankung innerhalb <6 Monaten):**

Dies ist der Fall, wenn der Krebs zurückkehrt, während die Frau noch Platinchemotherapie erhält, oder weniger als sechs Monate danach.

- **Symptome:** können schwerwiegend sein und schneller auftreten
- **Aussicht:** dieser Tumor ist weniger empfindlich gegenüber Platinchemotherapie; andere Behandlungen (wie Bevacizumab, PARP-Inhibitoren oder gezielte Medikamente) werden in der Regel erwogen

**Auswirkungen auf das tägliche Leben: **
Das Rezidiv führt erneut zu Krankenhausbesuchen, Neubehandlung und Rückkehr von Nebenwirkungen. Für viele Frauen fühlt sich dies emotional belastend an; manche fühlen sich erleichtert, dass Behandlung verfügbar ist, andere erleben mehr Müdigkeit oder Angst. Der Alltag kann stärker durch medizinische Termine in Anspruch genommen werden.

**Informationen zu diesem Stadium:**
Bei Frauen mit platinempfindlichem Rezidiv beträgt das mediane progressionsfreie Überleben unter Neubehandlung (normalerweise Chemotherapie + PARP-Inhibitor oder Chemotherapie allein) etwa 9–12 Monate, abhängig davon, welche Medikamente verwendet werden (Studien 2023–2025). Bei platinresistentem Rezidiv ist dies kürzer, normalerweise 3–6 Monate. Dies sind Durchschnittswerte; manche Frauen haben eine längere Ansprache, andere eine kürzere. PARP-Inhibitoren (wie Olaparib) als Erhaltungstherapie nach platinempfindlichem Rezidiv haben in neueren Studien (2024–2025) gezeigt, dass sie das progressionsfreie Überleben verlängern können. Die Gesamtüberlebensrate unterscheidet sich je nach Patientengruppe und Behandlungsreihe.

Langfristige Ansprache und Erhaltungstherapie

Manche Frauen erreichen langfristige Remission (kein sichtbarer Krebs mehr auf Bildgebung) nach Erst- oder Neubehandlung. In diesem Fall wird manchmal eine Erhaltungstherapie gegeben — Medikamente, um ein Rezidiv so lange wie möglich hinauszuzögern.

**Symptome: **
- In Remission sind Symptome von aktivem Krebs abwesend
- Nebenwirkungen von Erhaltungsmedikamenten können vorhanden sein (siehe unten)

**Häufig verwendete Erhaltungsmedikamente:**
- **PARP-Inhibitoren** (z. B. Olaparib, Niraparib): gerichtet auf DNA-Reparaturdefekte in Krebszellen; können Müdigkeit, Blutarmut, Übelkeit und Übelkeit verursachen
- **Bevacizumab** (Anti-Angiogenese-Medikament): kann Blutdruckanstieg, Protein im Urin und Wundheilung beeinflussen
- **Chemotherapie**: in einigen Fällen wird zusätzliche Chemotherapie gegeben

**Auswirkungen auf das tägliche Leben: **
Frauen in Remission können sich größtenteils normal fühlen. Regelmäßige Kontrollen (Bluttests, Ultraschalluntersuchungen, Arztbesuche) bleiben notwendig. Für manche bringt die Angst vor einem Rezidiv psychische Belastung mit sich. Nebenwirkungen von Erhaltungsmedikamenten können chronisch sein, sind aber normalerweise leichter als die intensive Chemotherapie.

**Informationen zu diesem Stadium:**
Für Frauen mit einer BRCA-Mutation (erbliche genetische Veränderung) oder homologer Rekombinationsdefizienz ist die Verwendung von PARP-Inhibitoren als Erhaltungstherapie Standard. In neueren Studien (2024–2025) wurde gezeigt, dass PARP-Inhibitor-Erhaltungstherapie nach Erst-Chemotherapie das progressionsfreie Überleben um 6–12 Monate verlängern kann. Die Langzeiteffekte (einschließlich des Risikos für sekundäre Malignome) werden noch untersucht. Frauen ohne BRCA-Mutation können auch von PARP-Inhibitoren profitieren, abhängig von anderen genetischen Merkmalen ihres Tumors.

Fortgeschrittene/metastatische Erkrankung und palliative Phase

Wenn der Krebs nicht mehr auf Standardbehandlungen anspricht oder dies nicht mehr sinnvoll ist, verschiebt sich der Fokus auf Symptomlinderung und Lebensqualität.

**Symptome: **
- Alle Symptome der fortgeschrittenen Erkrankung können vorhanden sein: starke Bauchschmerzen, starke Bauchschwellung, Übelkeit/Erbrechen, Müdigkeit, Gewichtsverlust
- Atemprobleme (durch Flüssigkeitsansammlung oder Lungenbeteiligung)
- Schmerzen (im Bauch, Becken, manchmal anderswo)
- Möglicherweise neuropsychische Symptome (Verwirrung, Schläfrigkeit) in sehr späten Phase

**Auswirkungen auf das tägliche Leben: **
In dieser Phase stehen Selbstfürsorge und Komfort im Mittelpunkt. Viele Frauen sind ohne Hilfe nicht mehr mobil. Schmerzlinderung, Flüssigkeitsableitung (bei Bauchschwellung), Antiemetika (gegen Erbrechen) und psychologische Unterstützung sind wichtig. Die Kommunikation mit dem Hausarzt, der Heimbetreuung und dem häuslichen Team wird intensiver.

**Informationen zu diesem Stadium:**
Das mediane Gesamtüberleben für Frauen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom (Stadium III–IV bei Diagnose) liegt bei etwa 3–5 Jahren, abhängig von Tumor- und Behandlungsmerkmalen; dies ist jedoch ein Durchschnittswert, und individuelle Unterschiede sind groß. Bei platinresistenter Erkrankung ist die Prognose kürzer. Diese Zahlen stammen aus Patientenregistern aus 2020–2024. Eine Prognose für eine einzelne Person kann nicht aus diesen Durchschnittswerten abgeleitet werden; nur ein Behandler, der den spezifischen Tumor, die Behandlung und die Gesundheit des Patienten kennt, kann hierzu Auskunft geben.

Wann Sie Ihren Arzt kontaktieren sollten

Rufen Sie Ihren Behandler an oder besuchen Sie die Notaufnahme, wenn Sie eines der folgenden Symptome haben:
- **Plötzliche starke Bauchschmerzen** oder Bauchspannung, die nicht verschwindet
- **Hartnäckiges Erbrechen**, durch das Sie nicht essen oder trinken können, und Sie fühlen sich dehydriert
- **Starke Übelkeit**, die die täglichen Aktivitäten behindert
- **Schwindel, Ohnmacht oder sehr niedriges Energieniveau**, das neu ist
- **Fieber** (über 38,5°C), besonders wenn Sie eine Chemotherapie erhalten
- **Blutungen** (rektal, vaginal, im Urin), die abnormal sind
- **Schwere Kurzatmigkeit** oder Brustschmerzen
- **Verwirrung, extreme Schläfrigkeit oder ungewöhnliche Symptome**, die schnell auftreten
- **Nebenwirkungen von Medikamenten**, die Sie nicht mehr tolerieren können, oder Fragen zu Medikamenten

Regelmäßiger Kontakt mit Ihrem Team ist wichtig, um Probleme frühzeitig zu erkennen und sicherzustellen, dass Behandlung und Unterstützung aufeinander abgestimmt bleiben.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

Die Phasen in Zahlen

Fünf-Jahres-Überlebensrate nach Stadium bei der Diagnose (2016-2022)
Fünfjahresüberleben nach Stadium bei der Diagnose (2016-2022): Nicht metastasiert 91,9%, Metastasiert in Lymphknoten 70,1%, Metastasiert anderswo 31,5%, Stadium unbekannt 38,5% 0% 25% 50% 75% 100% Nicht metastasiert: 91,9% 91,9% Noch nichtmetastasiert Metastasiert in Lymphknoten: 70,1% 70,1% Metastasiert zuLymphknoten Metastasiert anderswo: 31,5% 31,5% Metastasiert zuanderen Organen Stadium unbekannt: 38,5% 38,5% Stadium unbekannt
Die Zahlen als Tabelle
Fünf-Jahres-Überlebensrate nach Stadium bei der Diagnose (2016-2022)
Noch nicht metastasiert91,9%
Metastasiert zu Lymphknoten70,1%
Metastasiert zu anderen Organen31,5%
Stadium unbekannt38,5%

Gemessen als Ovarian Cancer · Vereinigte Staaten. Quelle: SEER, National Cancer Institute (Vereinigte Staaten) — Cancer Stat Facts. Der Anteil, der fünf Jahre nach der Diagnose noch lebte — nicht der Anteil der Geheilten — aufgeschlüsselt nach dem Fortschritt der Krankheit bei der Diagnose.

Eine Zahl über Tausende von Menschen sagt nichts über einen Menschen aus. Diese Zahlen gelten für alle Altersgruppen, Gesundheitszustände und Gesundheitssysteme zusammen. Was sie für deine Situation bedeuten, kann dir nur dein eigener Behandler sagen.

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Studie geht, sodass du dich nicht auf einen englischen Fachbegriff verlassen musst. Weitere Studien zum Eierstockkrebs findest du unter Veröffentlichungen und Studien.

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codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.