# Ernährung und Diät bei Folgen von Sepsis
Viele Menschen, die Sepsis hatten, erleben langfristige Folgen: Müdigkeit, Muskelschwäche, Konzentrationsprobleme. Die Rolle der Ernährung bei der Genesung wird zunehmend erforscht. Im Folgenden finden Sie, was über verschiedene Ernährungsansätze bekannt ist.
Proteinreiche Ernährung
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung
Dieses Ernährungsmuster betont mehr Proteine in den täglichen Mahlzeiten — aus Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Hülsenfrüchten oder pflanzlichen Quellen. Die Idee ist, dass Proteine notwendig sind, um Muskelgewebe wiederaufzubauen, besonders nach einer Phase schwerer Krankheit, in der der Körper viel Muskel verliert.
Nach Sepsis tritt oft Muskelabbau auf, und Forschung deutet darauf hin, dass ausreichend Protein wichtig für die Wiederherstellung der Muskelkraft sein kann. Dies gilt besonders in den Monaten nach der akuten Krankheit. Allerdings: Der genaue Bedarf unterscheidet sich von Person zu Person und hängt davon ab, wie schwer die Sepsis war und wie dein Körper reagiert.
**Vorsicht:** Wenn du Nierenbeschwerden durch Sepsis bekommen hast, kann eine hohe Proteinzufuhr Einschränkungen haben. Dies sollte immer mit deinem Arzt oder deiner Diätistin besprochen werden.
Antioxidantienreiche Ernährung
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung
Dieses Muster umfasst viel Gemüse, Obst, Nüsse und Samen — Lebensmittel mit vielen Vitaminen (C, E), Mineralien (Zink, Selen) und Pflanzenstoffen, die schädliche Stoffe im Körper neutralisieren können. Nach Sepsis entsteht im Körper eine Art Entzündung, die länger anhält, und einige Studien deuten darauf hin, dass Antioxidantien diesen Prozess normalisieren können.
Neuere Studien weisen auf Schädigungen von Mitochondrien (den "Energiefabriken" deiner Zellen) nach Sepsis hin, was Müdigkeit und Muskelprobleme verursachen kann. Antioxidantien können Mitochondrien möglicherweise schützen. Viel Forschung hierzu befindet sich jedoch noch im Laborstadium und ist nicht direkt auf Empfehlungen für Patienten übertragen worden.
**Vorsicht:** Supplemente mit sehr hohen Dosen von Antioxidantien (außerhalb von Lebensmitteln) können manchmal mit Medikamenten interagieren; dies besprichst du mit deinem Arzt.
Mediterranes Ernährungsmuster
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung
Dieses Muster betont Olivenöl, Fisch, Getreide, Gemüse, Obst, Nüsse und moderate Mengen Milchprodukte — und wird in vielen Richtlinien für die Genesung nach schweren Krankheiten empfohlen. Das Muster hat entzündungshemmende Eigenschaften und unterstützt Herz-Kreislauf- und Gehirnfunktion.
Für Septikämie-Patienten ist dies interessant, da Sepsis langfristige Auswirkungen auf das Herz und die Blutgefäße haben kann. Forschung zeigt, dass dieses Ernährungsmuster zu besserer kardiovaskulärer Gesundheit und schnellerem neurologischem Genesungsprozess beiträgt. Es gibt jedoch noch keine septikämie-spezifischen Studien, die dieses Muster direkt getestet haben.
Dieses Muster passt gut zu protein- und antioxidantienreicher Ernährung, daher kann es ein guter übergeordneter Ansatz sein.
Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung
Dies umfasst Lebensmittel mit vielen Omega-3-Fettsäuren: fettiger Fisch (Lachs, Makrele), Leinsamen, Chiasamen und Walnüsse. Diese Fettsäuren haben entzündungshemmende Wirkung und können Blutgefäße schützen.
Nach Sepsis sind Entzündungsreaktionen im Körper noch lange Zeit erhöht, auch wenn es dir bereits besser geht. Omega-3-Fettsäuren können diesen chronischen Entzündungsprozess dämpfen. Forschung zu diesem Nährstoff nach Sepsis ist jedoch noch begrenzt und meist indirekt (über Studien zu anderen Krankheiten mit ähnlichen Entzündungsmustern).
**Vorsicht:** Wenn du Blutverdünner nimmst, solltest du große Mengen Omega-3-Supplemente mit deinem Arzt besprechen. Lebensmittel selbst sind fast immer sicher.
Ausreichende Kalorien und regelmäßige Mahlzeiten
BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt
Dies ist eigentlich keine "Diät", sondern ein Grundprinzip: Dein Körper braucht Energie, um zu genesen. Nach Sepsis sind Appetit und Essensunfähigkeit oft gestört (du kannst schnell satt werden, wenig Hunger haben oder Schwierigkeiten beim Essen haben), und Unterernährung verlangsamt die Genesung erheblich.
Untersuchungen in Krankenhäusern zeigen, dass sich onkologische und kritisch kranke Patienten viel schneller erholen, wenn sie regelmäßig und ausreichend essen. Dies gilt auch für Sepsis-Patienten — Mangelernährung verschlimmert Müdigkeit, Schwäche und das Infektionsrisiko. Regelmäßige kleine Mahlzeiten wirken oft besser als drei große.
Begrenzung von raffiniertem Zucker und ultraverarbeiteten Lebensmitteln
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung
Dieses Muster vermeidet viel Zucker, Erfrischungsgetränke, Süßigkeiten und Fertiggerichte und betont unverarbeitete Lebensmittel. Nach einer Sepsis können Blutzuckerschwankungen und Insulinresistenz auftreten, und Zucker kann die Entzündungsreaktionen verstärken.
Untersuchungen zeigen, dass Patienten mit schweren Entzündungszuständen von einer geringeren Zuckeraufnahme profitieren. Dies wurde noch nicht direkt auf die Folgen einer Sepsis untersucht, aber da langfristige Entzündungen ein Kernproblem sind, erscheint dies ratsam.
Nahrung und Glucosamin
Unbewiesenes mögliches Risiko
Glucosamin wird häufig für Gelenke verwendet. In einer kürzlich durchgeführten Langzeitstudie (2025) wurden mehr als 70.000 Teilnehmer 16 Jahre lang beobachtet. Dabei wurde ein möglicherweise erhöhtes Sepsis-Risiko bei regelmäßiger Einnahme von Glucosamin festgestellt, insbesondere bei Frauen über 60 Jahren.
Diese Studie ist Beobachtungsstudie, sie beweist also nicht, dass Glucosamin Sepsis verursacht, aber sie gibt Anlass zur Vorsicht. Viele Fragen sind noch offen (warum sollte dieses Risiko bestehen? gilt es für alle?). Diejenigen, die Glucosamin einnehmen und zuvor eine Sepsis hatten, sollten dies mit ihrem eigenen Arzt besprechen.
Die Auswahl der Speisen ist individuell
Die Ernährung spielt eine Rolle bei der Genesung von Sepsis-Folgen, aber das ist kein Einzelgespräch. Am besten isst du warm, regelmäßig mit viel Gemüse, unverarbeiteten Lebensmitteln, viel Protein und gesunden Fetten — in Absprache mit deinem Therapeuten oder einem Ernährungsberater, der deine Situation kennt. Jemand, der nach einer Sepsis an Nierenkomplikationen, psychischen Folgen oder Schluckbeschwerden leidet, braucht einen anderen Rat als jemand mit „nur“ Muskelschwäche. Lassen Sie sich also immer individuell beraten.
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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._