alles über unheilbare Krankheiten
← Alle Krankheiten Infektionskrankheiten

Folgen von Sepsis

Möchtest du eine Nachricht erhalten, wenn es neue Forschung über Folgen von Sepsis gibt? Das geht mit einem Account. Erstelle einen kostenlosen Account oder melde dich an.

Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Post-Sepsis-Syndrom: Folgen von Sepsis

Was ist das

Das Post-Sepsis-Syndrom ist die Gesamtheit körperlicher, mentaler und emotionaler Probleme, die nach einer schweren Sepsis-Infektion entstehen. Sepsis selbst ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei der der Körper überreagiert auf eine Infektion. Wer Sepsis überlebt, ist nicht einfach genesen: Viele Menschen erleben Monate oder sogar Jahre lang Beschwerden.

Das Post-Sepsis-Syndrom ist keine einzelne Krankheit mit einer einzigen Ursache. Es ist vielmehr eine Sammlung von Folgen, die aus dem entsteht, was Sepsis im Körper bewirkt. Daher können zwei Menschen, die dieselbe Sepsis gehabt haben, ganz unterschiedliche Probleme erleben.

Der Begriff Post-Sepsis-Syndrom wird relativ neu verwendet, und Ärzte arbeiten noch an einer einheitlichen Definition. Was klar ist: Wer Sepsis gehabt hat, läuft ein erheblich höheres Risiko für Gesundheitsprobleme in den folgenden Jahren.

Ursachen

Die Ursachen des Post-Sepsis-Syndroms liegen in dem biologischen Schaden, den Sepsis in der akuten Phase verursacht.

**Entzündung, die anhält**
Sepsis führt zu massiver Entzündung im ganzen Körper. Dieser Entzündungsprozess stoppt nicht sofort, wenn die Infektion behandelt ist. Untersuchungen zeigen, dass bestimmte Entzündungsstoffe lange Zeit erhöht bleiben können, was die Körperzellen beschädigt.

**Schaden an Zellen und Geweben**
Sepsis verursacht direkten Schaden an wichtigen Organen — Herz, Lunge, Nieren, Gehirn — und am Immunsystem. Die Heilung dieser Gewebe verläuft nicht immer vollständig. Auch können Zellen altern, ohne völlig abzusterben (sogenannte zelluläre Seneszenz), was ihre Funktion beeinträchtigt.

**Gestörtes Immunsystem**
Sepsis schwächt das Immunsystem stark. Wer von Sepsis genesen ist, hat ein schlechter funktionierendes Immunsystem und läuft daher ein höheres Risiko für neue Infektionen. Manchmal dauert es Monate, bis sich die Abwehr erholt.

**Veränderungen im Gehirn**
Sepsis kann Entzündungsprozesse im Gehirn auslösen. Dies kann zu anhaltenden kognitiven Beschwerden (Gedächtnis, Konzentration) und emotionalen Problemen wie Angst und Depression führen.

Wie die Krankheit verläuft

Das Post-Sepsis-Syndrom folgt nicht immer demselben Verlauf, aber es gibt einige erkennbare Muster.

**Direkt nach der Entlassung aus dem Krankenhaus**
Viele Menschen fühlen sich in den ersten Wochen sehr schwach und erschöpft. Körperliche Kraft kehrt nicht sofort zurück. Einige bemerken auch mentale Verwirrtheit.

**Erste Monate**
Die ersten drei bis sechs Monate sind für viele Menschen am schwierigsten. Einige erholen sich schnell und kräftig; andere erleben, dass sich ihre Verbesserung auf einem niedrigen Niveau stagniert. Wiederholte Infektionen oder Krankenhausaufenthalte kommen vor — der Körper ist anfälliger geworden.

**Monate bis Jahre**
Nach sechs bis zwölf Monaten bemerken viele Menschen Fortschritte, obwohl dies manchmal langsam vorangeht. Einige Symptome verschwinden, andere bleiben bestehen. Für einige wird das Leben schließlich wieder relativ normal; für andere bleiben langfristige Einschränkungen bestehen.

Die individuellen Unterschiede sind groß. Alter, Schweregrad der ursprünglichen Sepsis, andere Erkrankungen und das Ausmaß der Unterstützung nach der Entlassung spielen alle eine Rolle.

Symptome pro Stadium

Direkt nach Aufnahme/Entlassung - Extreme Müdigkeit und Muskelschwäche - Kurzatmigkeit - Schwierigkeiten beim Essen und Trinken - Verwirrung oder Konzentrationsprobleme - Viel Schlaf nötig, aber trotzdem nicht ausgeruht fühlen - Angst und Sorgen um die Gesundheit

Erste Monate - Anhaltende Müdigkeit, die nicht mit Ruhe verschwindet - Muskel- und Gelenkschmerzen - Kopfschmerzen - Schlafprobleme - Schwierigkeiten beim Denken, Gedächtnis und Konzentration - Stimmungsprobleme: Niedergeschlagenheit, Angst, Reizbarkeit - Brustschmerzen - Wiederholte Infektionen oder anhaltende Fieber - Flüssigkeitsansammlung und Schwellungen

Später (Monate bis Jahre) - Chronische Müdigkeit (bleibt für einige bestehen) - Körperliche Schwäche, Muskelschwund - Anhaltende kognitive Beschwerden - Depression oder Angststörungen - Verminderte Belastungstoleranz - Albträume, Flashbacks oder PTBS-ähnliche Beschwerden - Verminderte Lebensqualität, soziale Isolation

Was es für das tägliche Leben bedeutet

Post-Sepsis-Syndrom kann den Alltag erheblich beeinträchtigen.

**Arbeiten**
Viele Menschen können wochenlang oder monatelang nicht arbeiten. Selbst wenn sie zurückkehren können, müssen sie unerwartet kleinere Aufgaben aufgeben. Konzentrationsprobleme und Erschöpfung spielen dabei eine Rolle. Manche müssen ihre Arbeit dauerhaft anpassen oder beenden.

**Haushalt und Selbstversorgung**
Aufgaben, die früher selbstverständlich waren — waschen, kochen, putzen — können plötzlich überwältigend wirken. Partner und Familie übernehmen diese Aufgaben oft, was Beziehungen belasten kann.

**Beziehungen und Sozialleben**
Erschöpfung, Depression und Angst können soziale Kontakte erschweren. Manche fühlen sich einsam, weil sie nicht an Aktivitäten teilnehmen können. Familienmitglieder und Freunde wissen manchmal nicht, wie sie mit den Veränderungen umgehen sollen.

**Körperliche Aktivität**
Sport und Bewegung, die vielleicht wichtig waren, werden unmöglich. Vorsicht ist geboten: zu viel tun führt zu einer Verschlechterung.

**Medizinische Versorgung**
Viele Post-Sepsis-Patienten benötigen regelmäßige Nachuntersuchungen, Untersuchungen und möglicherweise Medikamente. Die Angst vor neuen Infektionen kann groß sein.

Aussichten

Es kann schwierig sein, konkrete Aussichten zu geben, da das Post-Sepsis-Syndrom so vielfältig ist.

**Allgemeine Muster**
Studien zeigen, dass viele Sepsisüberlebende im ersten Jahr eine gewisse Verbesserung erfahren. Für manche ist die Genesung erheblich; für andere verläuft sie langsam oder stagniert. Nach eineinhalb bis zwei Jahren haben viele Menschen sich erheblich verbessert, allerdings nicht immer auf das Niveau vor der Sepsis.

**Langzeit**
Forschungen zeigen, dass Menschen, die Sepsis hatten, auch Jahre später noch eine schlechtere Gesundheit berichten als Gleichaltrige ohne Sepsis. Das Risiko für neue schwere Infektionen und Krankenhausaufenthalte bleibt erhöht. Manche haben bleibende Einschränkungen.

**Sterblichkeitsraten**
Etwa 10 bis 30 Prozent der Menschen, die Sepsis überleben, sterben im folgenden Jahr — aber dies sagt nichts darüber aus, was für dich persönlich gilt. Dies hängt stark vom Alter, anderen Erkrankungen und der Schwere der Sepsis ab.

**Was hilft bei besseren Aussichten**
- Gute Genesung und Rehabilitation direkt nach der Entlassung
- Unterstützung durch das Ärzteteam bei anhaltenden Beschwerden
- Unterstützung durch Familie und soziales Umfeld
- Psychische Gesundheit (Behandlung von Depression, Angst)
- Vorsichtige Wiederaufbau der körperlichen Kraft

Häufig gestellte Fragen

**Kann ich Sepsis erneut bekommen?**
Das Risiko ist größer als für Menschen ohne Sepsisgeschichte, da das Immunsystem geschwächt bleibt. Gute Hygiene, Impfung wenn empfohlen und schnelle Behandlung von Infektionen sind daher wichtig. Aber Sepsis erneut zu bekommen ist nicht unvermeidlich.

**Wird es jemals wieder normal?**
Das hängt davon ab, wie schwer deine Beschwerden sind. Viele Menschen fühlen sich nach ein oder zwei Jahren ziemlich genesen. Andere haben bleibende Probleme, aber lernen, damit umzugehen. Professionelle Hilfe (Physiotherapie, Psychotherapie, Rehabilitation) kann den Unterschied ausmachen.

**Was kann ich selbst tun, um zu genesen?**
Das ist sehr persönlich und unterscheidet sich von Person zu Person. Im Allgemeinen helfen Ernährung, schrittweise Aktivität, Schlaf und Aufmerksamkeit für mentales Wohlbefinden. Aber Vorsicht ist geboten: über deine Grenzen hinauszugehen kann dich verschlechtern. Sorge dafür, dass dein Arzt oder Therapeut dich anleitet.

**Wie lange dauert es?**
Niemand kann das vorhersagen. Für manche dauert es Wochen, für andere Monate oder Jahre. Die Genesung verläuft selten linear — es gibt gute und schlechte Tage, gute und schlechte Phasen.

---

_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

↑ Zurück nach oben

Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Forschung geht, damit Sie sich nicht auf einen englischen Fachbegriff verlassen müssen. Weitere Studien über Folgen der Sepsis finden Sie unter Veröffentlichungen und Studien.

↑ Zurück nach oben

codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.