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Chronische Hepatitis C

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Chronische Hepatitis C

Was ist das

Chronische Hepatitis C ist eine langfristige Infektion der Leber mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV). Das Virus verbreitet sich hauptsächlich durch Blut-zu-Blut-Kontakt. Bei etwa 15 bis 45 Prozent der infizierten Menschen verschwindet das Virus von selbst; bei den anderen vermehrt es sich weiterhin in den Leberzellen. Dies führt zu anhaltenden Entzündungen und Schädigungen des Lebergewebes.

Die Krankheit entwickelt sich normalerweise ohne deutliche Symptome in den ersten Jahren oder sogar Jahrzehnten. Erst wenn die Leber schwerwiegend geschädigt ist, entstehen merkliche Beschwerden. Dies ist der Grund, warum chronische Hepatitis C lange Zeit unbemerkt bleiben kann.

Ursachen

Chronische Hepatitis C entsteht, wenn das Hepatitis-C-Virus nach der Infektion nicht durch das Immunsystem beseitigt wird. Das Virus kann sich dann jahrelang in der Leber ansiedeln.

Die Infektion erfolgt durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut. Dies kann geschehen durch:
- Injektionsnadelngebrauch (besonders wenn Nadeln gemeinsam genutzt werden)
- Medizinische Verfahren mit unzureichender Sterilisation
- Bluttransfusionen (besonders in Ländern mit weniger strenger Screening)
- In seltenen Fällen durch sexuellen Kontakt, besonders bei Menschen mit Wunden oder Haut- und Schleimhautverletzungen

Nicht jeder, der infiziert wird, entwickelt chronische Hepatitis C. Es hängt von Faktoren wie Alter, Geschlecht und Immunfunktion ab, ob der Körper das Virus bekämpfen kann.

Wie die Krankheit verläuft

Chronische Hepatitis C verläuft normalerweise in Phasen, obwohl das Tempo stark von Person zu Person variiert.

**Erste Phase: Stille ohne Symptome**
Nach der Infektion können Jahre oder Jahrzehnte vergehen, ohne merkbare Beschwerden. Das Virus vermehrt sich in der Leber, was langsam zu Entzündungen und Narbenbildung (Fibrose) führt. Viele Menschen wissen nicht, dass sie infiziert sind.

**Zweite Phase: Progressive Fibrose**
Mit fortdauernder Entzündung bildet sich Lebernarbengewebe. Die Leber versucht, beschädigtes Gewebe zu entfernen, aber das neue Gewebe ist weniger flexibel und funktionell. Dieser Prozess verläuft bei einigen schnell, bei anderen sehr langsam. Genetische Faktoren, Alter und ob jemand andere Infektionen hat (zum Beispiel Hepatitis B oder HIV), spielen eine Rolle.

**Dritte Phase: Zirrhose**
Wenn viel Lebergewebe durch Narben ersetzt ist, spricht man von Zirrhose. Die Leber wird steif und kann ihre Funktionen nicht mehr richtig erfüllen. Dies führt zu einer Reihe von Problemen: Blutrückstau in der Pfortader, Flüssigkeitsansammlung im Bauch und in den Beinen, Verwirrung durch Toxinablagerung und erhöhtes Risiko für Leberkrebs.

**Nach Behandlung mit modernen Medikamenten (DAAs)**
Mit direkt wirkenden antiviralen Mitteln können mehr als 95 Prozent der Patienten geheilt werden. Das Virus verschwindet dann aus dem Körper. Dies stoppt die fortschreitende Schädigung. Bereits vorhandenes Narbengewebe kann jedoch nicht vollständig verschwinden, daher bleibt für diejenigen, die bereits Zirrhose haben, das Risiko für Komplikationen bestehen.

Symptome pro Stadium

**Frühe Stadien (ohne Zirrhose)**
Die meisten Menschen haben lange Zeit keine Symptome. Wer sie dennoch verspürt, kann folgende melden:
- Müdigkeit
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Kopfschmerzen
- Konzentrationsstörungen

Diese Erscheinungen sind vage und leicht mit anderen Erkrankungen zu verwechseln.

**Fortgeschrittene Stadien (Zirrhose)**
Mit fortgeschrittener Leberschädigung können auftreten:
- Schwere Müdigkeit und Schwäche
- Gelbsucht (gelbliche Verfärbung von Haut und Augen)
- Dunkler Urin und blasse Ausscheidungen
- Juckreiz
- Aufgeblähter Bauch (Aszites) durch Flüssigkeitsansammlung
- Geschwollene Beine und Füße
- Blutergüsse und Nasenbluten (weil die Leber die Blutgerinnung nicht gut reguliert)
- Verwirrung oder Schwierigkeiten beim klaren Denken (hepatische Enzephalopathie)
- Blutspucken (aus Varizen: erweiterten Adern)

Was es für das tägliche Leben bedeutet

**Für Menschen ohne schwere Fibrose**
Wenn die Leber noch wenig geschädigt ist, kann das tägliche Leben weitgehend normal weitergehen. Viele Menschen wissen lange nicht, dass sie infiziert sind. Allerdings ist es wichtig:
- Kein Blut mit anderen zu teilen (zum Beispiel keine gemeinsame Zahnbürste oder Rasierer, wenn Blutkontakt entstehen kann)
- Vorsicht beim Geschlechtsverkehr
- Keine Organe oder Gewebe spenden

**Für Menschen mit fortgeschrittener Erkrankung (Zirrhose)**
Dies erfordert deutlich mehr Anpassungen:
- Müdigkeit kann Arbeit oder Hobbys einschränken
- Alkoholkonsum ist meist nicht ratsam (mehr Belastung für die Leber)
- Bestimmte Ernährung kann erforderlich sein (zum Beispiel weniger Salz bei Flüssigkeitsansammlung)
- Regelmäßige Kontrollen und möglicherweise Medikamentengebrauch gegen Komplikationen
- Vorsicht mit bestimmten Medikamenten, weil die Leber sie nicht mehr gut verarbeitet

**Psychische Auswirkungen**
Eine Diagnose von chronischer Hepatitis C kann Besorgnis über die Prognose und Ansteckung anderer auslösen. Unterstützung von Familie, Freunden oder Sozialarbeitern kann helfen.

Aussichten

**Mit Behandlung**
Die modernen Behandlungen (direkt antivirale Mittel, DAAs) heilen chronische Hepatitis C in mehr als 95 Prozent der Fälle. Das Virus verschwindet, was weitere Schädigungen stoppt. Dies ist ein erheblicher Fortschritt gegenüber älteren Therapien.

Nach erfolgreich behandelt zu sein, verschwindet das Virus aus dem Blut. Die körpereigene Abwehr erholt sich. Bei Menschen ohne Zirrhose ist die Aussicht ausgezeichnet.

Bei Menschen, die bereits Zirrhose haben, stoppt die Behandlung weitere Schädigungen, aber vorhandene Narbenbildung bleibt. Diese Gruppe muss Vorsicht walten lassen und wird regelmäßig auf Leberkrebs untersucht.

**Ohne Behandlung**
Ohne Therapie schreitet chronische Hepatitis C bei vielen Menschen innerhalb von 20 bis 30 Jahren zu Zirrhose fort, dies variiert aber stark. Einige bleiben Jahrzehnte lang relativ stabil; andere verschlechtern sich schneller. Sobald Zirrhose vorhanden ist, steigt das Risiko für Leberversagen und hepatozelluläres Karzinom (Leberkrebs).

**Anmerkung**
Statistische Daten gelten für Gruppen, nicht für Einzelpersonen. Die Geschwindigkeit des Fortschreitens und die Reaktion auf die Behandlung unterscheiden sich von Person zu Person.

Häufig gestellte Fragen

**Kann Hepatitis C geheilt werden?**
Ja, mit den aktuellen antiviralen Medikamenten (DAAs) heilt das Virus bei mehr als 95 Prozent der Patienten aus dem Körper aus. Bei älteren Therapien geschah dies viel seltener. Nach erfolgreicher Behandlung ist das Virus nicht mehr im Blut nachweisbar. Allerdings ist eine Reinfektion theoretisch möglich bei erneutem Expositionsrisiko.

**Wie oft muss ich untersucht werden?**
Dies hängt von Ihrem Stadium der Lebererkrankung ab. Jemand ohne Fibrosierung benötigt weniger häufige Kontrollen als jemand mit Zirrhose. Dies wird in Absprache mit Ihrem Arzt festgelegt. Nach erfolgreich behandelt zu sein, vermindert sich normalerweise die Kontrollhäufigkeit.

**Kann ich Hepatitis C an meinen Partner weitergeben?**
Hepatitis C verbreitet sich nicht durch Speichel, Nahrung oder normale tägliche Kontakte. Das Risiko durch Geschlechtsverkehr ist klein, besonders ohne sichtbare Blutungen oder Wunden. Für Partner ist regelmäßiges Screening sinnvoll. Trinkgläser, Zahnbürste und Rasierer sollten nicht geteilt werden.

**Was ist, wenn ich auch andere Leberprobleme habe?**
Wenn Sie zum Beispiel auch Hepatitis-B-Infektion, Übergewicht, starken Alkoholkonsum oder HIV haben, kann die Lebererkrankung schneller voranschreiten. Dies macht Behandlung und Überwachung noch wichtiger. Ihr Arzt wird dies in den Behandlungsplan einbeziehen.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Untersuchung geht, sodass Sie sich nicht auf einen englischen Fachtitel verlassen müssen. Weitere Studien zu chronischer Hepatitis C finden Sie unter Veröffentlichungen und Studien.

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codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.