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Morbus Wilson

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Symptome und Phasen der Wilsonschen Krankheit

Morbus Wilson führt zu einer Kupfereinlagerung im Körper, besonders im Gehirn, in der Leber und in den Augen. Dies verursacht Symptome, die stark davon abhängen, welche Organe betroffen sind und wie schwerwiegend die Beeinträchtigung ist. Der Krankheitsverlauf ist sehr individuell: Manche Menschen entwickeln hauptsächlich Leberbeschwerden, andere hauptsächlich neurologische Symptome. Nachfolgend beschreiben wir die verschiedenen Phasen und wie diese sich darstellen können.

Phase 1: Asymptomatisch (Kupfereinlagerung ohne Beschwerden)

In dieser Phase lagert sich Kupfer im Körper ein, hat aber noch keine merkbaren Folgen für den Patienten. Oft wird die Krankheit erst in dieser Phase entdeckt, weil ein Familienmitglied, bei dem bereits Symptome aufgetreten sind, diagnostiziert wird – woraufhin andere Familienmitglieder untersucht werden.

**Beschwerden:**
- Keine Beschwerden; die Person fühlt sich vollkommen gesund
- Es können jedoch bereits Abweichungen bei der Untersuchung festgestellt werden (zum Beispiel erhöhte Kupferniveaus im Blut oder Urin, leicht erniedrigte Coeruloplasminwerte)

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
Für den täglichen Funktionszustand ändert sich nichts. Es ist jedoch wichtig, dass untersucht Familienmitglieder regelmäßig kontrolliert werden, denn die Krankheit kann jederzeit in die nächste Phase fortschreiten.

**Zahlen zu dieser Phase: **
Wann diese Phase beginnt und wie lange sie dauert, hängt stark von genetischen Faktoren und Umweltbedingungen ab. Es gibt keine bekannten Standarddaten über die mittlere Dauer dieser asymptomatischen Periode auf Bevölkerungsebene. Individuelle Unterschiede sind sehr groß.

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Phase 2: Lebererkrankung (ohne oder mit milden neurologischen Symptomen)

Dies ist oft die erste Phase, in der Symptome auftreten. Die Leber wird durch die Kupfereinlagerung geschädigt. Das Ausmaß der Schädigung variiert stark: Manche entwickeln nur leichte Entzündungen, andere bekommen schwere Zirrhose.

**Beschwerden in dieser Phase:**
- **Am häufigsten:** Müdigkeit und Unwohlsein
- Gelbfärbung von Haut und Augenweiß (Ikterus)
- Bauchschmerzen oder Unbehagen in der rechten Oberbauchregion
- Übelkeit und Appetitlosigkeit
- Gewichtsverlust
- Dunkler Urin und blasser Stuhl
- Aufgeblähter Bauch (Aszites) bei schwererer Schädigung
- In einigen Fällen: leichte Konzentrationsprobleme oder Stimmungsveränderungen (frühes Zeichen einer Leberentzündung)

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
Müdigkeit kann es schwierig machen, vollzeitig zu arbeiten oder Haushaltsaufgaben zu erledigen. Essprobleme können zu Unterernährung führen. Bei schwerer Leberschädigung kann das Bauchneuwasser die Bewegung erschweren. Viele Patienten fühlen sich unwohl und können soziale Aktivitäten nicht durchhalten.

**Zahlen zu dieser Phase: **
Daten über die mittlere Überlebensdauer ohne Behandlung bei Patienten mit symptomatischer Lebererkrankung sind selten und sehr stark abhängig vom Ausmaß der Zirrhose. Im Allgemeinen gilt, dass eine Behandlung in einem frühen Stadium viel besser ausfällt. Die individuelle Prognose hängt von vielen Faktoren ab, die sich von Person zu Person unterscheiden.

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Phase 3: Neurologisches Wilson (mit Symptomen aus dem Nervensystem)

Dies ist die schwerste Form. Kupfer schädigt verschiedene Teile des Gehirns, was zu schwerwiegenden Bewegungs- und Verhaltensstörungen führt. Diese Phase kann plötzlich auftreten oder schrittweise aus der Lebererkrankung entstehen.

**Beschwerden in dieser Phase:**

*Bewegungsstörungen (am häufigsten):*
- Tremor (Zittern), besonders sichtbar, wenn die Hände ausgestreckt sind oder bei feineren Bewegungen
- Rigor: Muskeln fühlen sich steif und widerstandsfähig an
- Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinesie)
- Schwierigkeit, Bewegungen zu beginnen
- Unsicherer Gang und Gleichgewichtsprobleme
- Dysarthrie: undeutliche oder nasale Sprache
- Dysphagie: Schwierigkeiten beim Schlucken, Aspirationsrisiko

*Verhaltensstörungen und kognitive Symptome:*
- Plötzliche Stimmungsschwankungen oder Aggressivität
- Depression
- Angststörungen
- Zwanghaftes Verhalten
- Verhaltensveränderungen, die einer Persönlichkeitsveränderung ähneln
- Konzentrationsprobleme und Gedächtnisschwierigkeiten
- Psychotische Erscheinungen (sehr selten, aber möglich)

*Augenerscheinungen:*
- Kayser-Fleischer-Ring: goldgrüne Verfärbung an der Innenseite der Hornhaut (nur durch spezielle Untersuchung sichtbar, aber Zeichen einer schweren Erkrankung)

*Andere neurologische Symptome:*
- Muskelkrämpfe
- Epileptische Anfälle (selten)
- Migräneähnliche Kopfschmerzen

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
Dies ist sehr belastend. Die Kombination von Bewegungsproblemen und Verhaltensveränderungen macht eigenständiges Funktionieren schwierig. Arbeit ist in der Regel nicht mehr möglich. Viele Patienten benötigen Hilfe bei der Selbstversorgung, da Waschen, Anziehen und Essen erschwert werden. Sprachprobleme machen die Kommunikation frustrierend. Verhaltensveränderungen können Beziehungen stark belasten, da Angehörige die Person manchmal nicht wiedererkennen.

**Zahlen zu dieser Phase: **
Die neurologische Form der Morbus Wilson ist schwerwiegend, aber mit moderner Behandlung können viele Symptome stabilisieren oder sogar verbessern. Ohne Behandlung ist die Prognose sehr schlecht. Zuverlässige Bevölkerungszahlen über Überleben und Krankheitsverlauf sind selten; vieles hängt davon ab, wie schnell die Diagnose gestellt wird und wie gut der Patient auf Kupferausscheider anspricht. Individuelle Unterschiede sind sehr groß.

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Phase 4: Fulminante Lebererkrankung (akutes, lebensbedrohliches Leberversagen)

Dies ist eine seltene, aber sehr akute und lebensbedrohliche Form. Die Leber versagt plötzlich.

**Beschwerden in dieser Phase:**
- Sehr schnelle Zunahme von Gelbsucht (Ikterus)
- Schwere Blutarmut
- Gerinnungsstörungen (Blutungsneigung)
- Akute neurologische Symptome (Verwirrung, Desorientierung, Koma)
- Nierenversagen
- Hepatische Enzephalopathie: Verwirrung und Schläfrigkeit bis hin zum Koma

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
Dies ist ein medizinischer Notfall. Patienten sind nicht mehr selbstständig und benötigen intensive Krankenhausversorgung. Dies kann sehr schnell nach Symptombeginn notwendig sein (manchmal innerhalb von Tagen).

**Zahlen zu dieser Phase: **
Die fulminante Form ist selten (etwa 3-5% aller präsentierten Fälle), aber ohne Lebertransplantation ist die Sterblichkeit sehr hoch (ohne Transplantation: Sterblichkeit innerhalb von Wochen bis Monaten). Dies ist eine unmittelbar lebensbedrohliche Erkrankung.

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Phase 5: Erholung und Stabilisierung unter Behandlung

Bei früher Diagnose und konsequenter Behandlung können Patienten erheblich verbessern, auch nach schweren Symptomen.

**Was sich verändert:**
- Tremor und andere Bewegungsstörungen nehmen allmählich ab, manchmal über Wochen bis Monate
- Stimmungs- und Verhaltensveränderungen stabilisieren sich und verbessern sich
- Leberwerte normalisieren sich
- Energie und Appetit kehren zurück
- Sprache und Schlucken verbessern sich

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
Viele Patienten können zu regulären Aktivitäten zurückkehren, obwohl dies von der Schwere früherer Schäden abhängt. Einige können die Arbeit wieder aufnehmen, andere haben bleibende Einschränkungen. Physikalische Rehabilitation kann notwendig sein. Entscheidende Voraussetzung: konsequente lebenslange Behandlung und regelmäßige Kontrollen.

**Zahlen zu dieser Phase: **
Bei angemessener Behandlung gilt: Je früher die Diagnose und je früher die Behandlung beginnt, desto besser die Erholung. Viele Patienten können Jahrzehnte lang gut funktionieren, solange sie ihre Behandlung gewissenhaft befolgen. Die Überlebensraten für behandelte Morbus-Wilson-Patienten sind viel besser, aber genaue Zahlen variieren sehr je nach Zeitpunkt der Diagnose und Schweregrad der ursprünglichen Schädigung.

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Wahrscheinlichkeit des Übergangs zur nächsten Phase ohne Behandlung

Ohne Behandlung wird der Krankheitsverlauf allmählich schlimmer. Dies kann jedoch schneller oder langsamer voranschreiten. Einige gehen von asymptomatisch direkt zu schwerer Lebererkrankung oder neurologischen Symptomen über, andere haben Jahre lang leichte Symptome. Dies ist auf individueller Ebene sehr unvorhersehbar.

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Warum zum Behandler?

Kontaktieren Sie Ihren Arzt oder gehen Sie zur Notaufnahme, wenn:
- Sie plötzlich stark gelblich werden, besonders wenn dies schnell geschieht
- Sie verwirrt werden, Halluzinationen haben oder Ihr Verhalten sich plötzlich stark ändert
- Sie aus dem Magen bluten (Blut im Erbrochenen oder schwarzer, teerartiger Stuhl) — dies kann bei fortgeschrittener Lebererkrankung auftreten
- Sie chronischen Tremor oder Spastizität (steife Muskeln) bekommen, die schnell schlimmer werden
- Sie Doppelsehen bekommen oder Ihr Auge nicht gut kontrollieren können (sehr selten, aber kann ein akutes neurologisches Zeichen sein)
- Du schnelle Atemprobleme bekommst
- Du Bauchschmerzen hast, die nicht weggehen

Auch wenn dir Wilson-Krankheit diagnostiziert wurde und du merkst, dass sich deine Symptome trotz Behandlung verändern, ist der Kontakt mit deinem Arzt wichtig.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Untersuchung geht, damit du dich nicht auf einen englischen Fachtitel verlassen musst. Weitere Studien zur Wilsonschen Krankheit findest du unter Veröffentlichungen und Studien.

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codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.