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Polyzystische Nierenerkrankung

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Behandlungsmethoden bei polyzystischer Nierenkrankheit

Die Behandlung der polyzystischen Nierenkrankheit (PKD) zielt auf zwei Ziele ab: die Verlangsamung des Zystenwachstums und den Schutz der verbleibenden Nierenfunktion. Der Ansatz unterscheidet sich zwischen den zwei wichtigsten Typen (ADPKD und ARPKD) und hängt davon ab, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist. Im Folgenden sind die wichtigsten Behandlungen aufgeführt, wie sie in der Praxis angewendet werden.

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Blutdrucksenking

Hoher Blutdruck beschleunigt die Nierenschädigung bei PKD erheblich. Die Blutdrucksenkung ist daher ein Eckpfeiler der Behandlung.

**ACE-Hemmer und Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARBs)**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Diese Medikamente senken den Blutdruck und haben eine schützende Wirkung auf das Nierengewebe. Sie wirken, indem sie ein Hormon (Angiotensin II) blockieren, das normale Nierenzellen reizt und Entzündungsstoffe anzieht. Bei PKD helfen sie auch, das Zystenwachstum zu hemmen. Viele Richtlinien empfehlen sie als erste Wahl, besonders weil sie auch Entzündungsprozesse in den Nieren unterdrücken, die mit Zystenwachstum zusammenhängen.

Bekannte Nebenwirkungen sind unter anderem trockener Husten, Schwindel und in manchen Fällen Verschlechterung der Nierenfunktion in den ersten Wochen (daher wird die Nierenfunktion anfangs eng überwacht). Der Kaliumspiegel im Blut kann ansteigen.

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Verringerung der Wasserretention und Vasopressin-Hemmung

Bei ADPKD zeigen Untersuchungen, dass Vasopressin (ein Körperhormon, das die Wasserspeicherung fördert) das Zystenwachstum beschleunigt. Dies hat zu gezielten Behandlungen geführt.

**Tolvaptan**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Dieses Mittel blockiert Vasopressin-Rezeptoren, sodass die Nieren weniger Wasser zurückhalten und der Druck in den Zysten abnimmt. Untersuchungen zeigen, dass Tolvaptan das Zystenwachstum verlangsamt und den Rückgang der Nierenfunktion verlangsamt. Es wird besonders bei Patienten mit ADPKD und schnellem Zystenwachstum eingesetzt.

Bekannte Nebenwirkungen sind Durst (da der Körper mehr Wasser verliert), erhöhte Urinausscheidung (besonders nachts), Kopfschmerzen und in seltenen Fällen Leberfunktionsstörungen (daher wird die Leberfunktion regelmäßig überprüft). Das Mittel ist nicht für jeden geeignet; die Wahl hängt von der individuellen Situation ab.

**Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Natriumeinschränkung**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Unterstützendes Verhalten spielt eine Rolle: reichliche Flüssigkeitszufuhr und Begrenzung der Salzzufuhr helfen, die Vasopressin-Signalgebung niedrig zu halten. Dies wird oft neben Medikamenten empfohlen.

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SGLT2-Inhibitoren

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

SGLT2-Inhibitoren (Medikamente, die Glukose über den Urin ausscheiden) werden auf ihre schützende Wirkung auf die Nieren untersucht. Bei Patienten mit Diabetes haben sie eine günstige Wirkung auf die Nierenfunktion. Bei PKD werden Untersuchungen zu ihrer Fähigkeit durchgeführt, Fibrose (Vernarbung des Nierengewebes) zu verlangsamen und die Nierenfunktion länger zu erhalten. Es gibt Hinweise darauf, dass sie sowohl die Struktur als auch die Funktion des Nierengewebes schützen können, aber dies ist noch keine Standardbehandlung.

Bekannte Nebenwirkungen aus anderen Indikationen sind unter anderem milde Harnwegsinfektionen und in seltenen Fällen Entzündungsreaktionen.

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Entzündungshemmer und experimentelle zielgerichtete Therapien

**siRNA-basierte Therapien**

ExperimentelliLäuft im Studienzusammenhang, das Ergebnis ist noch unbekannt

Die Forschung konzentriert sich auf die Aktivierung bestimmter Gene (besonders PKD1 und PKHD1) mit Hilfe kleiner RNA-Moleküle. Dieser Ansatz zielt direkt auf die genetische Ursache der Zystenbildung ab. Laborstudien zeigen vielversprechende Ergebnisse, aber Tests am Menschen befinden sich noch in frühen Phasen.

**Modulatoren des Zystenwachstums (einschließlich GLIS3-Inhibitoren und andere Signalhemmer)**

ExperimentelliLäuft im Studienzusammenhang, das Ergebnis ist noch unbekannt

Verschiedene molekulare Wege, die das Zystenwachstum steuern, werden untersucht. Laborstudien deuten darauf hin, dass bestimmte Proteine (wie GLIS3) gehemmt werden können, um das Zystenwachstum zu bremsen. Untersuchungen zur Sicherheit und Wirksamkeit beim Menschen laufen.

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Zusätzliche Unterstützung

**Symptombekämpfung für Schmerzen und Hypertension**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Mit dem Wachstum von Zysten entstehen häufig Schmerzen in den Flanken oder im Rücken. Dies wird symptomatisch mit Schmerzmitteln (Paracetamol, nichtsteroidale Antirheumatika unter sorgfältiger Überwachung der Nierenfunktion) und manchmal Wärmeanwendung behandelt. Für Patienten mit starken Schmerzen gibt es weitere Optionen, immer in Absprache mit dem Behandler.

**Nierenersatztherapie (Dialyse und Transplantation)**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Wenn die Nierenfunktion stark abnimmt (Nierenversagen im Endstadium), wird eine Dialyse oder Nierentransplantation erforderlich. Bei PKD kann die Dialyse mittels Hämodialyse oder Peritonealdialyse erfolgen; beide sind wirksam, haben aber unterschiedliche Vor- und Nachteile, die von Person zu Person variieren. Die Transplantation ist für viele ein Ziel, sofern ein Spender verfügbar ist.

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Behandlung von Komplikationen

**Hochgradige Proteinurie (viel Eiweiß im Urin)**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

ACE-Hemmer und ARBs helfen, die Eiweißausscheidung zu verringern. Dies ist wichtig, da die Eiweißausscheidung die Nieren weiter schädigt. Manchmal wird zusätzlich eine gezielte Ernährung empfohlen.

**Zysteninfektion**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Zysten können sich entzünden oder infizieren (Zysteninfektion). Dies wird mit Antibiotika behandelt, die gut in Zysten eindringen. Die Wahl des Antibiotikums und die Dauer werden anhand von Symptomen und Urinkultur bestimmt.

**Nierensteine**

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Patienten mit PKD haben ein erhöhtes Risiko für Nierensteine. Die Behandlung folgt einem Standard-Ansatz: viel trinken, Ernährung anpassen und in bestimmten Fällen Medikamente oder minimalinvasive Entfernung.

**Erhöhter Blutdruck in der Lungenarterie (pulmonale Hypertonie)**

UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung

Ein kleiner Teil der ADPKD-Patienten entwickelt eine Hypertonie in der Lunge. Dies wird nach Standard-Ansatz für pulmonale Hypertonie behandelt, aber die Forschung zu spezifischen Ansätzen bei PKD läuft noch.

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Genetische Beratung und Familienscreening

BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt

Da PKD erblich ist, wird Angehörigen häufig empfohlen, sich untersuchen zu lassen (mittels Ultraschall oder CT-Scan). Genetische Beratung hilft Patienten und Familien, die erbliche Natur und Risiken besser zu verstehen. Dies ist keine medizinische Behandlung, sondern ein wichtiger Teil der Versorgung.

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Zukünftige Ansätze in der Forschung

Aktuelle Untersuchungen betreffen unter anderem:
- Molekulare Bildgebung zur frühzeitigen Erkennung von Fibrose
- Arzneimittel, die auf das Immunsystem und Entzündungswege abzielen
- Abgabesysteme für Gentherapie

Diese fallen außerhalb der Standardbehandlung und sind nur im Rahmen von Studien erhältlich.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worüber die Forschung geht, damit du dich nicht auf einen englischen Fachjargon verlassen musst. Weitere Studien über polyzystische Nierenkrankheit findest du bei Veröffentlichungen und Studien.

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codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.