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Multiples Myelom

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Symptome und Phasen des multiplen Myeloms

Multiples Myelom verläuft nicht bei jedem gleich, aber es gibt deutliche Stadien, in denen der Krankheitsverlauf stattfindet. Diese Beschreibung behandelt, was in jedem Stadium typischerweise geschieht, welche Beschwerden auftreten und was das für das tägliche Leben bedeutet. Die Erkrankung kann in unterschiedlichen Geschwindigkeiten verlaufen.

Phase 1: Stille Phase (MGUS und smoldering Myelom)

Bevor sich multiples Myelom vollständig manifestiert, können Jahre vergehen, in denen die veränderten Blutzellen vorhanden sind, aber noch kaum Beschwerden verursachen. Dies wird auch die "stille Phase" genannt.

**Was passiert im Körper:**
Plasmazell-ähnliche Zellen vermehren sich im Knochenmark und produzieren abnormale Proteine (Paraproteine), aber noch nicht in großen Mengen, um ernsthafte Schäden anzurichten. Dieses Stadium heißt MGUS (monoklonale Gammopathie unbestimmter Signifikanz) oder smoldering Myelom, je nachdem, wie viele Zellen bereits vorhanden sind.

**Symptome: **
Normalerweise *keine* Symptome. Viele Menschen werden erst zufällig diagnostiziert, wenn Blutuntersuchungen aus ganz einem anderen Grund durchgeführt werden. Manchmal fühlen sich Patienten müde, aber dies kann viele Ursachen haben und wird nicht immer dieser Phase zugeordnet.

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
Für viele Menschen ändert sich nichts Merkliches. Sie fühlen sich gesund, können ihre normalen Aktivitäten fortsetzen und wissen möglicherweise nicht einmal, dass sie diese Zellen haben. Manche brauchen Überwachung und benötigen Kontrollterminen.

**Zahlen zu dieser Phase: **
Nicht jeder mit MGUS oder smoldering Myelom wird jemals ein echtes Myelom entwickeln; manche bleiben stabil ohne Fortschreiten. Die durchschnittliche Zeit, bis jemand mit MGUS zu Myelom fortschreitet, ist sehr variabel — von nie bis zu einigen Jahren. In den vergangenen Jahrzehnten sah man bei MGUS etwa 1% pro Jahr Progression, aber dies hängt stark von Risikofaktoren ab.

Phase 2: Aktives/neu diagnostiziertes Myelom

Zum Zeitpunkt der offiziellen Diagnose eines multiplen Myeloms haben sich normalerweise bereits eine beträchtliche Anzahl abnormaler Plasmazellen im Körper angesiedelt. Dies nennen Ärzte "neu diagnostiziertes Myelom".

**Symptome in dieser Phase: **

**Knochenschmerzen und knochenbezogene Probleme**
Dies ist die häufigste Beschwerde. Die abnormalen Zellen im Knochenmark produzieren Stoffe, die das Knochengewebe schneller abbauen, als es aufgebaut wird. Dies führt zu:
- Starke Schmerzen im Rücken, Becken, Rippen und langen Knochen
- Ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche — manchmal sogar spontan, ohne Trauma
- Mögliche Kompression von Nerven durch eingefallene Wirbel, was Ausstrahlung in Armen oder Beinen verursachen kann

**Nierenbeschwerden**
Die abnormalen Proteine, die die Plasmazell-Tumoren produzieren, können durch die Nieren gefiltert werden und dort Schädigungen anrichten. Dies führt zu:
- Hohen Blutdruck
- Müdigkeit und Kurzatmigkeit (durch Anämie und Flüssigkeitsansammlung)
- Geschwollene Knöchel und Füße
- In schweren Fällen: Niereninsuffizienz, für die eine Dialyse erforderlich sein kann

**Blutarmut und damit verbundene Erscheinungen**
Die abnormalen Zellen verdrängen die gesunde Blutzellenproduktion im Knochenmark:
- Schwere Müdigkeit und fehlende Energie
- Kurzatmigkeit, auch bei leichter Anstrengung
- Blässe
- Kopfschmerzen und Schwindel

**Infektionen**
Weil die abnormalen Zellen das Immunsystem unterdrücken, treten Infektionen häufiger auf:
- Lungenentzündungen (Pneumonien)
- Harnwegsinfektionen
- Infektionen, die länger anhalten und schwerer heilen

**Neurologische Symptome**
In einigen Fällen können abnormale Proteine sich um Nerven ablagern:
- Kribbeln und Taubheit in Händen und Füßen
- Kribbeln, das sich allmählich nach oben ausbreiten kann

**Hyperkalzämie (zu viel Calcium im Blut)**
Durch den schnellen Abbau von Knochengewebe kann Calcium freigesetzt werden:
- Schwerer Durst
- Häufiges Wasserlassen
- Verwirrtheit und Konzentrationsprobleme
- Übelkeit und Obstipation (schwere Verstopfung)

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
Für viele Patienten wird dieses Stadium einschneidend. Die Knochenschmerzen können so heftig sein, dass Sitzen und Stehen schwierig werden; Schlafen ist problematisch. Viele Menschen müssen ihre Arbeit anpassen oder beenden. Einkaufen, Hausarbeit und Treppensteigen können erheblich belastend werden. Infektionen erfordern schnelle medizinische Hilfe. Die psychische Auswirkung ist groß: Eine Krebsdiagnose verursacht Angst und Unsicherheit.

**Zahlen zu dieser Phase: **
Das mediane Überleben (der Zeitpunkt, an dem leider die Hälfte der Patienten verstorben ist) für neu diagnostiziertes Myelom hat sich in den letzten Jahrzehnten durch bessere Behandlungen erheblich verbessert. Mit moderner Therapie liegt das mediane progressionsfreie Überleben (wie lange man ohne Krankheitsprogression bleibt) auf Bevölkerungsebene irgendwo zwischen 4 und 7 Jahren, abhängig von Risikokategorien (Daten von 2023-2025). Dies sind Bevölkerungsdurchschnitte; die individuelle Verlaufsgeschwindigkeit unterscheidet sich stark und hängt von vielen Faktoren ab: genetische Merkmale der Tumorzellen, Reaktion auf die Behandlung, Alter und andere Erkrankungen.

Phase 3: Behandlung und Reaktionsphase

Sobald das Myelom diagnostiziert ist, beginnt die Behandlung. Diese Phase kann Monate bis Jahre dauern.

**Symptome während der Behandlung:**
Viele der oben beschriebenen Symptome (Knochenschmerzen, Müdigkeit, Infektionen) können sich allmählich verbessern, wenn die Behandlung anschlägt. Gleichzeitig können Nebenwirkungen von Medikamenten auftreten:

- Übelkeit, Erbrechen und Appetitverlust
- Durchfall oder Verstopfung
- Mundprobleme (Geschwüre, Mundtrockenheit)
- Periphere Neuropathie (Kribbeln in Füßen und Händen) — kann manchmal empfindlich auf bestimmte Medikamente reagieren und weniger auf andere
- Müdigkeit durch die Behandlung selbst
- Erhöhtes Infektionsrisiko durch Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken
- Schlaflosigkeit und Angst

**Knochenmark- und Stammzelltransplantation:**
Viele Patienten unterziehen sich einer autologen hämatopoetischen Stammzelltransplantation (Verwendung eigener Stammzellen). Dies führt zu zusätzlichen Symptomen:
- Schwere Müdigkeit und Schwäche
- Durchfall
- Mundschleimhautentzündungen
- Höheres Infektionsrisiko (das Immunsystem muss sich erholen)
- Dies dauert normalerweise 2-4 Wochen im Krankenhaus

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
Für viele Patienten ist die Behandlung intensiv. Regelmäßige Krankenhausbesuche (wöchentlich bis monatlich), Bluttests und Infusionen strukturieren die Wochen. Viele Menschen können nicht arbeiten und sind stark auf Hilfe von Angehörigen angewiesen. Sozialkontakte werden eingeschränkt (wegen Infektionsrisiken). Körperlich sind viele Menschen schwach; selbst Anziehen kann anstrengend sein. Finanzielle Sorgen entstehen (Einkommensverlust, Ausgaben). Psychisch ist dies eine schwierige Zeit, mit Wechsel zwischen Hoffnung (wenn die Krankheit anspricht) und Angst (vor Nebenwirkungen oder unzureichendem Ansprechen).

**Zahlen zu dieser Phase: **
Das Ansprechen auf die Erstlinienbehandlung (wie gut der Tumor anspricht) hat sich mit neueren Medikamentenkombinationen verbessert. Von Patienten mit neu diagnostiziertem Myelom erreichen 80-95% eine teilweise oder vollständige Remission (erhebliche Abnahme der Krankheitsmarker) — dies hängt von den spezifischen Medikamenten und dem Risikoprofil ab. Mit Erstlinienbehandlung beträgt das mediane progressionsfreie Überleben etwa 4-7 Jahre (abhängig vom Risiko), zeigt aber große Variation zwischen den Patienten. Das progressionsfreie Überleben ist seit der Einführung von Proteasom-Inhibitoren und Immunmodulatoren (2008-2020) länger geworden.

Phase 4: Remission und Überwachung

Nach der Behandlung kann die Krankheit auf nahezu nicht nachweisbare Niveaus zurückgehen. Dies wird "Remission" genannt. Dies bedeutet nicht Heilung, sondern dass die Krankheit unter Kontrolle ist.

**Symptome in Remission:**
In vielen Fällen verschwinden die hefitgen Symptome aus Phase 2:
- Knochenschmerzen nehmen ab oder verschwinden
- Energieniveau verbessert sich
- Infektionsrisiken normalisieren sich
- Nierenwerte können sich verbessern

Einige Nebenwirkungen der Behandlung können jedoch bestehen bleiben:
- Periphere Neuropathie (Kribbeln) kann bestehen bleiben
- Müdigkeit kann anhalten
- Knochenentkalkung kann spürbare Folgen haben (Bruchrisiko)

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
Dies ist für viele Patienten eine Erholungsphase. Viele Menschen können zur Arbeit zurückkehren, manchmal in angepasster Form. Die sozialen Kontakte erholen sich. Körperlich fühlen sich viele Menschen viel besser, obwohl die volle Energie nicht immer zurückkehrt. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen (alle 1-3 Monate) sind notwendig; Blutuntersuchungen und möglicherweise Bildgebung geben die Gewissheit, dass die Krankheit nicht wieder aufgetreten ist.

**Psychologischer Aspekt: **
Diese Phase bringt jedoch auch Unsicherheit mit sich: Die Patienten warten immer noch auf eine mögliche Rückkehr. Jeder Inspektionsbesuch wird mit Spannung erwartet. Für einige ist dies eine Zeit, um wieder Pläne für die Zukunft zu schmieden; für andere bleibt die Angst im Vordergrund.

Phase 5: Rezidiv und refraktäres Myelom

Leider tritt das Multiple Myelom bei vielen Patienten erneut auf — dies wird als „Rezidiv“ oder „Rezidiv“ bezeichnet. Dies kann Monate bis Jahre nach der Remission passieren. Wenn das Myelom auf eine vorherige Behandlung nicht gut anspricht (oder schnell wieder auftritt), spricht man von einem „refraktären“ Myelom.

**Rückkehrsymptome: **
Die Symptome der Phase 2 treten in der Regel wieder auf:
- Knochenschmerzen
- Nierenprobleme und hohe Stickstoffwerte
- Anämie mit Müdigkeit
- Infektionen
- Mögliche neue Symptome aufgrund neuer Tumorbelastung an anderen Stellen

**Behandlung in dieser Phase: **
Je nachdem, was zuvor verwendet wurde, gibt es verschiedene Optionen:
- Andere Arzneimittelkombinationen
- Beamer (bispezifische Antikörper)
- Immuntherapie
- CAR-T-Zelltherapie (gentechnisch veränderte eigene Zellen)

**Was das für das tägliche Leben bedeutet: **
Das ist psychisch sehr belastend. Viele Patienten hatten auf eine Langzeitüberwachung gehofft; die Rückkehr stellt sie wieder vor eine ungewisse Zukunft. Körperlich dieselbe Behinderung wie in Phase 2; je nachdem, wie viel Zeit nach der Remission vergangen ist, können die Erholungsmöglichkeiten des Körpers eingeschränkt sein.

**Zahlen zu dieser Phase: **
Ungefähr 90% der Patienten mit multiplem Myelom erleiden irgendwann einen Rückfall. In den letzten Kohorten (2020-2025) beträgt die Zeit bis zum Rückfall nach der Erstversorgung im Durchschnitt 3 bis 5 Jahre, aber das ist sehr unterschiedlich: Einige treten innerhalb von Monaten wieder auf, andere erst nach über 10 Jahren. Bei einer erneuten Behandlung ist die Prognose für eine zweite oder dritte Remission schlechter als die erste; das progressionsfreie Überleben halbiert sich in der Regel mit jeder neuen Linie. Dies sind Durchschnittswerte der Bevölkerungszahl; bei einigen Patienten wird nach mehreren Behandlungen eine Langzeitüberwachung erreicht.

Phase 6: Erkrankung im fortgeschrittenen/refraktären Stadium

Nach wiederholten Rezidiven wird es schwieriger, das Myelom zu bekämpfen. Die Tumorzellen entwickeln Resistenzen gegen Medikamente.

**Symptome: **
- Starke Knochenschmerzen, manchmal mit Knochenbrüchen
- Schwere Anämie (Müdigkeit, Atemnot)
- Niereninsuffizienz
- Infektionen werden immer häufiger und schwerwiegender
- Neurologische Symptome (Kribbeln, Verwirrung)

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Untersuchung geht, damit du dich nicht auf einen englischen Fachnamen verlassen musst. Weitere Studien über Multiples Myelom findest du bei Veröffentlichungen und Studien.

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