# Behandlungsmethoden bei Herzerkrankungen
Die Behandlung von Herzerkrankungen hängt davon ab, welche Klappe betroffen ist, wie schwerwiegend die Erkrankung ist und wie gut das Herz noch funktioniert. Oft beginnt die Behandlung mit Beobachtung und Medikamenten und geht später zu einem Eingriff über, wenn die Klappe immer schlechter funktioniert. Dieser Tab beschreibt die regulären Behandlungen pro Phase.
Beobachtung und Medikamente in frühen Stadien
Viele Herzerkrankungen gehen anfangs ohne Beschwerden einher. In dieser Phase wird die Erkrankung normalerweise mit regelmäßigen Echos (Ultraschalluntersuchungen des Herzens) überwacht. Das Ziel ist zu sehen, ob die Klappe schlechter wird oder sich stabil hält.
Wenn die Klappe zwar zu versagen beginnt, aber das Herz noch gut funktioniert, können bestimmte Medikamente helfen:
**Niedriger Blutdruck** kann dazu beitragen, dass eine undichte Klappe weniger stark belastet wird. Dies geschieht unter Anleitung eines Kardiologen.
BewährtiIn offizielle Richtlinien aufgenommen oder von EMA oder FDA genehmigt
ACE-Hemmer und ähnliche Mittel werden manchmal bei bestimmten Klappenschäden gegeben, besonders bei schwerem Leck, wenn das Herz pumpen muss. Sie helfen dem Herzen, weniger hart zu arbeiten. Diese Medikamente können Nebenwirkungen wie Husten, Schwindel oder niedriger Blutdruck haben. Sie werden immer unter ärztlicher Aufsicht verwendet.
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung
Für viele Herzerkrankungen gilt: Medikamente können Beschwerden lindern und das Herz entlasten, können aber nicht verhindern, dass die Klappe schließlich ersetzt oder repariert werden muss.
Perkutane (kathetergestützte) Eingriffe
Bei moderner Diagnostik und Behandlung ist ein wachsender Teil der Behandlungen kathetergestützt: Der Arzt führt dünne Schläuche (Katheter) über ein Blutgefäß ein, ohne den Brustkorb zu öffnen.
**Transkatheter-Aortenklappenimplantation (TAVI)**
Dies ist ein Verfahren, bei dem eine neue Herzklappenprothese über einen Katheter in die Aortenklappe eingesetzt wird. Die neue Klappe wird dort platziert, wo die alte war. Dies geschieht unter Röntgen- und/oder CT-Führung (Scans, die sehr präzise beim Einsetzen helfen).
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TAVI wird meist bei schwerer Aortenenge (Verengung der Aortenklappe) angewendet, wenn eine Operation ein größeres Risiko darstellt. Vorteile sind, dass der Eingriff weniger belastend ist als eine offene Herzoperation.
Mögliche Komplikationen sind Entzündungen der Herzklappenprothese (Endokarditis), Undichtheiten um die Prothese herum, Herzrhythmusstörungen, Blutgefäßverletzungen und in seltenen Fällen Schlaganfall. Auch Lungenbeschwerden (wie interstitielle Lungenerkrankung) können den Eingriff riskanter machen.
Neue Navigationstechniken, wie intraprozedurale CT-Fluoroskopie-Bildfusion, helfen die Platzierung immer genauer zu machen, sind aber noch nicht überall Standard.
**Transkatheter-Mitralklappenrand-zu-Rand-Reparatur (TEER)**
Dies ist ein Verfahren, bei dem eine 'Klammer' oder 'Clip' zwischen den zwei Segeln der Mitralklappe angebracht wird, damit sie besser aneinander schließen. Dies hilft besonders bei Mitrallecks.
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Der Eingriff wird unter Echo- und Röntgenführung durchgeführt. Er ist weniger invasiv als Chirurgie. Komplikationen können Entzündungen der Herzklappenprothese und Lecks sein.
**Transkatheter-Pulmonalklappenerersatz (TPVR)**
Dies ist ein Kathetereingriff, bei dem eine neue Herzklappenprothese in die Pulmonalisklappe eingesetzt wird. Dies wird besonders bei Patienten durchgeführt, die bereits chirurgische Pulmonalisventrikel-Ersetzungen hatten und wieder eine neue Klappe benötigen.
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Der Eingriff ist weniger belastend als erneut zu operieren. Die Risiken scheinen vergleichbar mit TAVI zu sein.
**Transkatheter-Trikuspidalklappenersatz (TTVR)**
Dies ist ein neues Verfahren für die Trikuspidalklappe (rechte Herzerkrankung). Sie befindet sich noch im Forschungsstadium und wird hauptsächlich in Studienzusammenhang angewendet.
ExperimentelliLäuft im Studienzusammenhang, das Ergebnis ist noch unbekannt
Chirurgische Klappenreparatur und -ersatz
Offene Herzchirurgie ist immer noch die Standardbehandlung für viele Patienten, besonders für junge und diejenigen mit niedrigen Operationsrisiken.
**Mitralklappenreparatur (Wiederherstellung)**
Der Chirurg versucht, die Mitralklappe zu reparieren, anstatt sie zu ersetzen. Dies kann durch Befestigung von Segeln, Verengung der Klappe oder andere Techniken erfolgen. Der minimalinvasive Ansatz (über kleinere Schnitte) wird zunehmend häufiger verwendet.
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Der Vorteil ist, dass die eigene Klappe weiterhin funktioniert. Die Risiken sind die gleichen wie bei jeder offenen Herzoperation: Infektionen, Blutungen, Herzrhythmusstörungen und selten Schlaganfall. Die Genesungsphase dauert normalerweise einige Wochen bis Monate.
Neuere Techniken, wie robotergestützte Reparatur, können die Präzision erhöhen.
**Klappenersatz (chirurgisch)**
Eine beschädigte Klappe wird entfernt und durch eine Prothese ersetzt. Dies kann eine mechanische Klappe sein (künstlich, sehr haltbar, erfordert aber Blutverdünner) oder eine biologische Klappe (aus Tier- oder menschlichem Gewebe, weniger haltbar, normalerweise keine Blutverdünner erforderlich).
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Die Wahl hängt vom Alter, der Nierenfunktion, dem Blutungsrisiko und der Patientenpräferenz ab. Die Risiken sind ähnlich wie bei der Klappenreparatur. Bei mechanischen Klappen ist eine lebenslange Antikoagulationstherapie (Blutverdünnung) erforderlich, mit Blutgerinnungsprüfungen. Bei biologischen Klappen können Jahre später Verschleißerscheinungen auftreten, woraufhin eine Reoperation erforderlich sein kann.
**Aortenstenose-Chirurgie**
Wenn die Aortenklappe schwer verengt ist und der Patient nicht für TAVI geeignet ist, kann ein chirurgischer Ersatz oder in seltenen Fällen eine Erweiterung durchgeführt werden.
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Die gleichen Grundsätze der Prothesenauswahl gelten.
Herzrehabilitation nach dem Eingriff
Nach sowohl kathetergestützten als auch chirurgischen Eingriffen folgt normalerweise eine Herzrehabilitation: angeleitetes Training und Schulung in einer Klinik oder zu Hause.
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Dies hilft dem Herzen, wieder stark zu werden, und gibt den Patienten Selbstvertrauen zurück. Zu Hause durchgeführte Programme werden zunehmend untersucht und scheinen für viele Menschen gut zu funktionieren.
Lebenslange Nachsorge und Medikamente
Unabhängig von der gewählten Behandlung benötigen Patienten mit Herzklappenerkrankungen normalerweise regelmäßige Kontrolluntersuchungen (Echokardiogramm, Arztbesuch).
Bei bestimmten Eingriffen sind spezifische Medikamente erforderlich:
- **Antikoagulantien (Blutverdünner)** bei mechanischen Herzklappenprothesen (Standardbehandlung).
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- **Thromboseprophylaxe** manchmal kurz nach dem Eingriff, um Blutgerinnsel zu verhindern.
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- **Antibiotikaprophylaxe** (vorbeugende Antibiotika) vor bestimmten Eingriffen bei Patienten mit hohem Risiko für Herzklappenentzündung, obwohl dies umstritten ist.
UntersuchtiPositive Ergebnisse in klinischen Studien, noch keine Standardbehandlung
Diabetes und Aortenstenose
Neue Untersuchungen deuten darauf hin, dass Typ-2-Diabetes mit einer schnelleren Progression der Aortenstenose verbunden ist. Dies bedeutet, dass Diabetiker genauer überwacht werden müssen und möglicherweise früher eine Behandlung erforderlich ist. Dies ändert nicht die Art der Behandlung, unterstreicht aber die Bedeutung regelmäßiger Kontrollen.
Besondere Situationen
**Myxom (Tumor) das Klappensymptome verursacht**
In seltenen Fällen verursacht ein gutartiger Tumor des Herzens (Myxom) Funktionsstörungen der Klappe. Dies kann durch minimalinvasive Chirurgie entfernt werden.
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**Infektiöse Endokarditis (Herzklappenentzündung)**
Dies ist eine schwerwiegende Infektion von Herzklappen, oft durch Bakterien verursacht. Antibiotika sind das erste Mittel. Wenn die Infektion nicht unter Kontrolle kommt oder großen Schaden anrichtet, ist ein chirurgischer Eingriff erforderlich. Dies ist ein Notfall.
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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._