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Herzklappenkrankheiten

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Letzte Aktualisierung: 09.08.2020 · redaktionell geprüft

# Herzklappenstörungen

Was ist das

Die Herzklappen sorgen dafür, dass das Blut in eine Richtung durch das Herz fließt. Das Herz hat vier Kammern und vier Klappen: zwei zwischen den oberen Kammern und den unteren Kammern (Mitral- und Trikuspidalklappen) und zwei zwischen den unteren Kammern und Arterien (Aorten- und Lungenklappe).

Bei einer Herzklappenerkrankung funktionieren eine oder mehrere dieser Klappen nicht richtig. Dies kann auf zwei Arten geschehen:
- **Stenose** (Verengung): Die Klappe schließt nicht vollständig, sodass das Blut nur schwer hindurchfließen kann
- **Insuffizienz** (Insuffizienz): Die Klappe schließt nicht richtig, sodass das Blut zurückläuft

Beide Probleme führen dazu, dass das Herz härter arbeitet, um Blut zu pumpen. Auf lange Sicht kann dies schädlich für das Herz und den Rest des Körpers sein.

Herzklappenerkrankungen können angeboren sein (von Geburt an vorhanden) oder sich später im Leben entwickeln. Sie gehören zu den „vernachlässigten Herzerkrankungen“ — Krankheiten, denen weltweit weniger Aufmerksamkeit geschenkt wird als beispielsweise ein Herzinfarkt, obwohl sie durchaus schwerwiegend sein können.

Ursachen

Die Ursachen variieren je nach Herzklappe und Art der Störung.

**Aortenklappenstenose** (Verengung der Aortenklappe) wird häufig durch Alterung und Verkalkung (Kalziumablagerung) der Klappe verursacht. Dies ist die häufigste Herzklappenerkrankung bei älteren Menschen. Manchmal spielt eine Grunderkrankung eine Rolle, wie z. B. rheumatisches Fieber (vor allem in Ländern mit geringerer medizinischer Versorgung) oder eine angeborene Herzklappenstörung.

**Aorteninsuffizienz** (Aortenklappenleckage) kann durch eine Beschädigung der Klappe selbst, aber auch durch eine Erweiterung der Aortenwand (des Gefäßes, das die Klappe enthält) verursacht werden. Dies kann aufgrund eines hohen Blutdrucks, einer Entzündung (Entzündung) oder einer seltenen Aortendissektion (Bruch der Aortenwand) auftreten.

**Mitralstenose** (Verengung der Mitralklappe) ist in der Regel die Folge von rheumatischem Fieber im frühen Leben. Rheumatisches Fieber kann Narben in der Klappe hinterlassen, die gerinnen.

**Mitralinsuffizienz** (Mitralklappenleckage) kann aufgrund einer direkten Schädigung der Klappe (z. B. rheumatisches Fieber, Infektion) auftreten, aber auch, weil sich das Herz selbst vergrößert oder schwächer wird, wodurch sich die Klappe richtig schließt.

**Lungen- und Trikuspidalklappenerkrankungen** sind seltener und häufig sekundär — aufgrund anderer Herzprobleme oder Lungenerkrankungen.

**Infektiöse Ursachen** wie Endokarditis (Herzentzündung) können sich auf die Herzklappen auswirken.

Darüber hinaus spielen Faktoren wie Bluthochdruck, Rauchen, bestimmte Erbkrankheiten und Stoffwechselerkrankungen (wie Diabetes) eine Rolle bei der Progression.

Wie die Krankheit verläuft

Die Herzklappenerkrankung ist sehr unterschiedlich, je nachdem, welche Herzklappe betroffen ist, wie schwer und wie schnell die Erkrankung fortschreitet.

**Langsam fortschreitende Formen** können über Jahre oder Jahrzehnte sehr stabil bleiben. Eine Person kann lange Zeit ohne Symptome leben, während Untersuchungen bereits zeigen, dass eine Klappe nicht optimal funktioniert.

**Schneller fortschreitende Formen** — zum Beispiel die Aortenklappenstenose bei älteren Menschen oder bestimmte Formen der Aorteninsuffizienz — können innerhalb von Monaten bis einigen Jahren schwerwiegend werden.

Typischerweise verläuft die Krankheit stufenweise:
1. **Asymptomatische Phase**: Das Ventil funktioniert nicht richtig, es liegen jedoch keine Beschwerden vor. Dies kann festgestellt werden, wenn Sie nach etwas anderem suchen.
2. **Frühe symptomatische Phase**: Die ersten spürbaren Symptome treten auf (Atemnot beim Sport, Müdigkeit).
3. **Fortgeschrittene Phase**: Die Symptome werden stärker, treten auch in Ruhe auf und das Herz beginnt sich anzupassen (vergrößert oder geschwächt).
4. **Schwere Phase**: Ohne Behandlung kann das Herz dekompensiert werden — es pumpt nicht ausreichend, Flüssigkeit staut sich in Lunge und Bauch und lebenswichtige Organe erhalten zu wenig Sauerstoff.

Der Zeitpunkt, in dem Symptome auftreten, ist wichtig: viele Patienten bemerken in der frühen Phase, dass ihre Belastbarkeit abnimmt. Das Herz selbst kann größer werden (Hypertrophie oder Dilatation), was wiederum andere Probleme verursachen kann, wie beispielsweise Herzrhythmusstörungen.

Symptome pro Stadium

**Asymptomatische Phase (keine Symptome)**
- Keine merklichen Beschwerden
- Erkrankung wird meist zufällig entdeckt (zum Beispiel bei einem Ultraschall für etwas anderes)

**Frühe symptomatische Phase**
- Kurzatmigkeit bei körperlicher Belastung (Treppen steigen, Joggen, zügiges Gehen) – deutlich mehr als du gewöhnt bist
- Müdigkeit oder Erschöpfung, auch bei normalen Aktivitäten
- Leichte Brustbeschwerden oder Druck auf der Brust bei Belastung (besonders bei Aortenklappenenge)
- Das Gefühl, dass dein Herz unregelmäßig schlägt oder pocht (Herzklopfen)
- Leichtes Schwindel beim plötzlichen Aufstehen

**Fortgeschrittene Phase**
- Kurzatmigkeit auch in Ruhe, besonders im Liegen (du musst dich aufrecht hinsetzen, um besser atmen zu können)
- Müdigkeit, die Tag für Tag bemerkbar ist
- Geschwollene Knöchel, Füße oder Bauch durch Flüssigkeitsansammlung
- Verminderter Appetit, schneller Sättigungsgefühl
- Nächtliches Aufwachen durch Kurzatmigkeit

**Schwere Phase (Dekompensation)**
- Schwere Kurzatmigkeit bei minimaler Belastung oder in Ruhe
- Intensive Müdigkeit, kaum aus dem Bett können
- Erhebliche Schwellungen in Beinen und Füßen
- Mögliche Verwirrung oder Konzentrationsprobleme (durch unzureichende Sauerstoffversorgung des Gehirns)
- Schmerzen im rechten Oberbauch (durch Leber, die von Flüssigkeit geschwollen ist)
- In manchen Fällen Herzrhythmusstörungen mit schnellem Puls

Hinweis: Symptome verlaufen nicht immer linear. Manche Menschen fühlen sich lange Zeit nichts, bis plötzlich Symptome auftreten. Andere bemerken allmählich, dass ihre Grenze kleiner wird.

Was es für das tägliche Leben bedeutet

Herzklappenaandoeningen beeinflussen das tägliche Leben vor allem durch Einschränkung der Belastbarkeit.

In der asymptomatischen Phase ändert sich für viele Menschen nicht viel – du fühlst dich einfach normal. Aber regelmäßige Kontrollen (Ultraschalle, EKGs) sind Teil des Alltags. Dies kann sich wie ständige Unsicherheit anfühlen: dir geht es gut, aber der Arzt sagt dir, dass deine Klappe nicht richtig funktioniert.

Sobald Symptome auftreten, musst du lernen, auf welchem Niveau du dich belastet fühlst. Für manche bedeutet dies, dass Treppen vorsichtiger werden, oder dass ein Spaziergang kürzer wird. Du lernst deine eigenen Grenzen kennen. Viele Patienten passen ihre Arbeit und Freizeitaktivitäten an.

**Körperliche Aktivität**: Ärzte empfehlen normalerweise regelmäßige, sanfte Bewegung (Gehen, Schwimmen, Radfahren in eigenem Tempo), aber explosive Kraftanstrengungen oder plötzliche schwere Belastung können problematisch sein. Dies ist je nach Person und je nach Krankheitsstadium unterschiedlich.

**Arbeit**: leichtere Arbeit ist normalerweise länger durchzuhalten. Schwere körperliche Berufe können schwieriger werden. Vieles hängt davon ab, wann Symptome auftreten und wie schnell die Krankheit fortschreitet.

**Familie und Soziales**: Wenn Symptome schlimmer werden, können Ausflüge, Sport oder soziale Aktivitäten weniger werden. Dies kann emotional belastend sein, besonders für jüngere Patienten.

**Medikation**: viele Patienten nehmen mehrere Medikamente, wobei regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks, der Nierenfunktion und manchmal der Blutgerinnung erforderlich ist.

**Infektionsprävention**: bestimmte Klappen (besonders künstliche Klappen) erfordern Vorsichtsmaßnahmen gegen Infektionen (zum Beispiel in der Zahnarztpraxis).

**Psychische Belastung**: mit einer chronischen Herzerkrankung zu leben, besonders wenn du viel anpassen musst, kann Stress und manchmal Angst mit sich bringen. Die Unsicherheit darüber, wann es dir besser geht und was passieren wird, spielt eine Rolle.

Viele Patienten finden, dass sich das Leben zwar anpasst, aber es erfordert Bewusstsein für deine Grenzen und regelmäßige Kommunikation mit deinem Behandler.

Aussichten

Die Aussichten für Herzklappenaandoeningen hängen stark ab von:
- **Welche Klappe** betroffen ist
- **Wie schwerwiegend** die Erkrankung ist
- **Alter** und andere Gesundheitszustände
- **Zeitpunkt der Behandlung**: Je früher geholfen wird, desto besser für das Herz
- **Art der Behandlung**: Medikation, Chirurgie oder minimalinvasive Verfahren (wie kathetergestützte Eingriffe)

**Mit moderner Behandlung** geht es viel besser als vor einigen Jahrzehnten. Viele Patienten können dank besserer Medikamente, Überwachung und chirurgischer Möglichkeiten Jahre länger zu Hause leben und aktiv bleiben.

Bei **asymptomatischen Erkrankungen** kann es um regelmäßige Kontrolle und Medikation ohne unmittelbare Intervention gehen – manchmal bleibt es stabil, manchmal wechseln wir früher zu einem Eingriff über.

Bei **symptomatischen Erkrankungen**: wenn Medikation nicht ausreicht, ist normalerweise ein Eingriff erforderlich. Dies kann eine Operation sein, bei der die beschädigte Klappe durch eine Kunstklappe (mechanisch oder biologisch) ersetzt wird, oder zunehmend häufiger ein minimalinvasiver Eingriff über einen Katheter (zum Beispiel TAVR – transcatheter aortic valve replacement – bei Aortenklappenstenosе).

Nach einem erfolgreichen Eingriff fühlen sich viele Patienten deutlich besser – weniger kurzatmig, mehr Energie. Aber bestimmte Krankheiten erfordern eine lebenslange Kontrolle und manchmal auch Medikation.

**Langzeitergebnisse**: viele operierte Patienten haben Jahre gute Lebensqualität. Kunstklappen haben ihre eigenen Anforderungen (regelmäßige Kontrollen, manchmal Antikoagulanzien). Biologische Klappen nutzen sich schneller ab als natürliche Klappen, daher kann auf lange Sicht eine zweite Operation erforderlich sein.

Es ist wichtig zu wissen, dass **Überlebensraten auf Bevölkerungsebene** nichts über deine persönliche Situation aussagen. Alter, andere Krankheiten, der Zeitpunkt der Diagnose und wie gut du behandelt wirst, spielen alle eine Rolle. Nur dein eigener Arzt kann etwas Sinnvolles über deine Erwartungen sagen.

Häufig gestellte Fragen

**F: Kann eine Herzerkrankung geheilt werden?**

A: Nein, eine beschädigte Klappe heilt nicht von allein. Aber Symptome können sehr gut behandelt werden, und das Fortschreiten kann verlangsamt werden. Bei schweren Erkrankungen kann die Klappe ersetzt oder repariert werden, was oft dramatisch hilft. Das ist keine 'Heilung' im klassischen Sinne, aber eine bedeutsame Verbesserung.

**F: Bedeutet eine Herzerkrankung, dass ich nicht mehr Sport treiben darf?**

A: Nicht unbedingt. Viele Patienten können regelmäßige, sanfte körperliche Aktivität (wie Spaziergang, Radfahren in eigenem Tempo, Schwimmen) gut vertragen. Was du tun kannst oder nicht, hängt davon ab, wie schwerwiegend deine Erkrankung ist und wie dein Herz darauf reagiert. Dein eigener Arzt kann dir den besten Rat basierend auf Tests geben.

**F: Wie schnell verschlechtert sich eine Herzerkrankung normalerweise?**

A: Das ist sehr unterschiedlich. Manche Patienten haben jahrzehntelang eine stabile Erkrankung ohne Symptome. Andere sehen schneller Symptome auftreten. Regelmäßige Kontrollen (normalerweise jährlich, manchmal häufiger) helfen festzustellen, wie der Verlauf ist und wann Maßnahmen erforderlich sind.

**F: Kann ich mit dieser Krankheit normal leben und arbeiten?**

A: Viele Menschen tun dies sicherlich, besonders in den asymptomatischen und frühen symptomatischen Phasen. Wenn die Symptome schwerer werden, kann es notwendig sein, deine Arbeit oder Aktivitäten anzupassen. Das ist sehr individuell – was für dich passt, kann nur dein eigener Arzt gut berücksichtigen.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Untersuchung geht, damit du dich nicht auf einen englischen Fachbegriff verlassen musst. Weitere Studien über Herzerkrankungen findest du unter Veröffentlichungen und Studien.

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codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.