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Frontotemporale Demenz

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Symptome und Stadien der frontotemporalen Demenz

Frontotemporale Demenz (FTD) ist eine progressive Erkrankung, die sich in Stadien entwickelt. Der Verlauf ist sehr individuell: Bei der einen Person verläuft er schnell, bei der anderen langsam. Darüber hinaus können die ersten Symptome sehr unterschiedlich sein, je nachdem welcher Teil der Vorder- und Schläfenlappen des Gehirns betroffen ist. Diese Seite beschreibt die Stadien und Symptome, die häufig auftreten.

Frühe Phase

In der frühen Phase sind die Veränderungen oft subtil und können leicht auf Stress, Langeweile oder Persönlichkeitsveränderung zurückgeführt werden. Viele Menschen werden in dieser Phase nicht sofort diagnostiziert.

**Verhaltensveränderungen** sind oft das erste Zeichen. Jemand kann unerwartet unangemessenes Verhalten zeigen — etwa Witze zu unangemessenen Zeiten machen, ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer. Andere Formen sind Apathie (Mangel an Initiative) oder auch Impulsivität (Handeln ohne zu überlegen). Manche Menschen ziehen sich zurück und werden stiller; andere werden hingegen aktiver, aber ohne Ziel.

**Veränderungen im sozialen Verhalten** können auffallen: weniger Interesse an anderen Menschen, weniger Empathie oder auch egozentrisches Verhalten. Jemand kann sich von Regeln abwenden, die er oder sie zuvor streng befolgt hat.

**Sprach- und Sprachprobleme** können auftreten, besonders bei dem Typ, der primär progressive Aphasie (PPA) genannt wird. Dies kann sich in Schwierigkeiten beim Finden von Worten, Schwierigkeiten beim Sprachverständnis oder wiederholten, sinnlosen Sätzen äußern.

**Persönlichkeitsveränderungen** sind charakteristisch: Eine vorsichtige Person wird leichtsinnig, eine ruhige Person wird reizbar, oder jemand verliert das Interesse an Dingen, die er oder sie gerne tat.

**Das tägliche Funktionieren** leidet in dieser Phase wenig oder gar nicht. Viele Menschen können noch arbeiten, Auto fahren und für sich selbst sorgen. Angehörige bemerken jedoch, dass etwas anders ist, können aber nicht immer genau sagen, was. Es kann einige Zeit dauern, bis die Symptome schwer genug sind, um ärztliche Hilfe zu suchen.

In vielen Fällen dauert die frühe Phase **1 bis 3 Jahre**, obwohl dies stark variiert. Manche Menschen haben nur vage Symptome und einen langsamen Verlauf; andere verschlechtern sich schneller. Die Diagnose wird nun häufiger mit Gehirnscans (MRT oder PET) gestellt, die Atrophie (Schrumpfung) in der Vorder- und Schläfenlappen des Gehirns zeigen können.

Frühmittleres Stadium

In diesem Stadium werden die Symptome deutlicher und das tägliche Leben beginnt sich wirklich zu verändern. Verhaltensveränderungen werden stärker und für Angehörige schwieriger zu bewältigen.

**Schwerere Verhaltensveränderungen** können auftreten:
- Aggressivität oder explosive Wutausbrüche, manchmal ohne erkennbaren Grund
- Zwanghaftes Verhalten — jemand führt immer wieder die gleiche Handlung aus oder befolgt strikte, unlogische Rituale
- Sexuell unangemessenes Verhalten (verbal oder physisch)
- Nächtliche Unruhe und umgekehrten Schlaf-Wach-Rhythmus (nachts wach, tagsüber schläfrig)
- Verändertes Essverhalten — manche Menschen essen viel mehr, andere viel weniger; manche haben plötzlich eine Vorliebe für bestimmte Lebensmittel

**Apathie wird stärker**: Jemand verliert die Initiative, tut nichts aus eigenem Antrieb, sitzt stundenlang untätig da und reagiert nicht auf Ermutigung von Angehörigen.

**Sprach- und Sprachprobleme nehmen zu**, besonders bei PPA-Formen:
- Schwierigkeiten beim Finden von Worten (Anomie)
- Verständnisprobleme (besonders bei bestimmten PPA-Typen)
- Agrammatismus — Schwierigkeiten mit Grammatik und grammatikalischen Worten
- Wiederholungen oder Echolalie (automatisches Wiederholen von dem, was jemand hört)

**Reasoning und Urteilsfähigkeit verschlechtern sich**: Jemand kann Konsequenzen von Handlungen schwerer vorhersehen, Vorsicht ausschalten oder keinen Einblick mehr in seine oder ihre eigene Veränderung haben.

**Das tägliche Funktionieren beginnt zu leiden**:
- Haushaltsaufgaben werden vernachlässigt — jemand isst nicht gut, vergisst zu putzen oder kümmert sich nicht gut um sich selbst
- Persönliche Hygiene kann sich verschlechtern: jemand weigert sich zu waschen oder beteiligt sich nicht daran
- Finanzielle Probleme können entstehen, weil jemand unverantwortlich Geld ausgibt
- Die meisten Menschen können jetzt nicht mehr arbeiten
- Autofahren wird unsicher und muss meist eingestellt werden

**Ernährung und Gewicht**: Viele Menschen essen weniger oder haben Schwierigkeiten beim Essen selbst. Unterernährung kann auftreten. Bei einigen ist das Gegenteil der Fall: zwanghaftes Essen und Gewichtszunahme.

**Physische Symptome** können beginnen:
- Muskeln werden schwächer
- Das Gleichgewicht kann sich verschlechtern
- Bei einigen Formen von FTD können Parkinson-ähnliche Symptome auftreten (Steifheit, Bewegungsverlangsamung)

Die **mittlere Phase dauert normalerweise 2 bis 5 Jahre** nach der Diagnose, aber dies ist sehr unterschiedlich. Untersuchungen zu ADL (Aktivitäten des täglichen Lebens) und IADL (instrumentelle Aktivitäten des täglichen Lebens) zeigen, dass die Abhängigkeit allmählich zunimmt, aber das Ausmaß und die Geschwindigkeit hängen stark von der individuellen Form von FTD und der Geschwindigkeit der Hirnveränderung ab.

Spätes Stadium

In der späten Phase ist die Abhängigkeit nahezu vollständig. Die Person benötigt Hilfe bei fast allem.

**Verhalten wird weniger aktiv**: Viele Menschen sind apathischer und weniger impulsiv. Die heftigen Wutausbrüche, die früher auftraten, können abnehmen.

**Kommunikation verschwindet**: Bei PPA-Formen verliert jemand die Sprache. Wörter sind nicht mehr verfügbar, und das Verständnis wird schwieriger. Gegen Ende können nur noch Geräusche oder einzelne Wörter übrig bleiben.

**Körperlicher Verfall**:
- Muskeltonus verbreitet sich: besonders in späteren Stadien können Muskeln sehr steif und erstarrt werden (bei einigen Formen stärker als bei anderen)
- Schluckbeschwerden (Dysphagie) werden schwerwiegend — jemand hat Schwierigkeiten, Nahrung zu verzögern, und kann nicht mehr gut zwischen Nahrung und Speichel unterscheiden
- Festgestellter Zeitpunkt oder permanente Kontrakturen (Muskelverkürzung) können auftreten
- Infektionen werden wahrscheinlicher, besonders Lungenentzündung (Aspirationspneumonie)

**Ernährung**: Viele Menschen können nicht mehr selbst essen, und einige können nicht mehr sicher oral essen. Sondenernährung (über einen Schlauch im Magen) wird manchmal in Betracht gezogen, obwohl dies eine Entscheidung ist, die Angehörige schwierig und zusammen mit Behandlern treffen müssen.

**Inkontinenz**: Sowohl Urin als auch Stuhl können der Kontrolle entgehen.

**Schlaf-Wach-Rhythmus**: Oft stark gestört. Nächtliche Unruhe oder viel Schlafen tagsüber.

**Anfälle**: Einige Patienten bekommen epileptische Anfälle.

**Lethargie und Passivität**: Viele Menschen schlafen viel und sind schwer zu wecken.

**Physische Komplikationen**:
- Druckgeschwüre (Dekubitus)
- Infektionen
- Kontrakturen und Gelenkversteifungen

Die **späte Phase dauert normalerweise 1 bis 3 Jahre**, aber auch hier gibt es erhebliche Unterschiede. Gegen Ende ist vollständige Krankenhausbereiche Pflege erforderlich.

Bei FTD mit ALS-Merkmalen (FTD-ALS) können körperliche Symptome früher auftreten — Muskelschwäche, Muskelzuckungen, progressive Lähmung — und die Überlebensdauer kann kürzer sein.

Überlebensdauer

Die Überlebensdauer bei frontotemporaler Demenz ist im Durchschnitt kürzer als bei Alzheimer. Verschiedene Quellen geben an:
- **Mediane Überlebensdauer von etwa 6 bis 13 Jahren** nach Diagnose (unterschiedlich je nach Form, Geschlecht, Bildung und Genotyp).
- **Bei FTD-ALS** (frontotemporale Demenz mit Amyotrophe-Lateralsklerose-Merkmalen) ist die Überlebensdauer kürzer: durchschnittlich **2 bis 5 Jahre** nach Diagnose.
- Bei **primär progressiver Aphasie** (PPA), einer Form von FTD, kann die Überlebensdauer länger sein, manchmal mehr als 10 Jahre.

Diese Zahlen sind Bevölkerungsdurchschnitte. Individuelle Unterschiede sind groß und hängen von vielen Faktoren ab: Welches Gen beteiligt ist (z. B. C9orf72, GRN, MAPT), wie schnell sich die Gehirne verändern, das Vorhandensein von ALS-Merkmalen, sonstige Gesundheit, unterstützende Pflege und Ernährung. **Keine dieser Durchschnittswerte sagt etwas über eine einzelne Person aus.** Manche Menschen leben länger, andere kürzer.

Wann Sie Ihren Arzt kontaktieren sollten

Kontaktieren Sie Ihren Arzt oder Spezialisten, wenn:
- Sich Ihr Verhalten stark ändert und andere sind besorgt
- Du hast schwere Verhaltensausbrüche und bringst dich selbst oder andere in Gefahr
- Du hast Schwierigkeiten beim Sprechen, Verstehen oder Essen, und dies verschlimmert sich schnell
- Du hast Probleme mit Jahreszeiten oder Muskelverspannungen, die abnehmen
- Deine Ernährung verschlechtert sich und dein Gewicht sinkt
- Du hast Schluckbeschwerden oder verlierst viel Speichel
- Du bist ständig unruhig, schläfst nicht, oder bist sehr apathisch
- Deine Pflege ist nicht mehr ausreichend

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Forschung geht, damit du dich nicht auf einen englischen Fachjargon verlassen musst. Weitere Studien über Frontotemporale Demenz findest du bei Veröffentlichungen und Studien.

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codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.