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Chronische Atemwegsinsuffizienz

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Letzte Aktualisierung: 10.08.2020 · automatisch geprüft, stichprobenartig geprüft

# Symptome und Stadien des chronischen Atemversagens

Chronisches Atemversagen entwickelt sich in der Regel nicht plötzlich. Es entsteht, wenn die Lungen langsam ihre Fähigkeit verlieren, genügend Sauerstoff aufzunehmen und Kohlendioxid abzugeben. Dies geschieht in verschiedenen Stadien, von denen jedes eigene Merkmale hat und Auswirkungen darauf hat, wie sich jemand fühlt und was er oder sie tun kann. Diese Registerkarte beschreibt, wie sich die Krankheit normalerweise entwickelt und welche Symptome in welchem Stadium auftreten.

Frühes Stadium: milde Atemwegseinschränkung

In diesem Stadium bemerkt jemand normalerweise zum ersten Mal, dass sich etwas ändert. Die Lungen funktionieren noch ziemlich gut, beginnen aber, mühsamer zu werden.

**Symptome: **
- Kurzatmigkeit, die hauptsächlich bei Belastung auftritt — zum Beispiel bei schnellem Gehen oder Treppen steigen
- Chronischer Husten, manchmal mit Schleim
- Müdigkeit, besonders nach körperlicher Aktivität
- In manchen Fällen: ein Pfeifen oder Pfeifgeräusch beim Atmen
- Schmerzen oder Druckgefühl in der Brust, besonders nach Belastung

**Im Alltag:**
Viele Menschen passen ihre Aktivitäten an, ohne dies als ernst zu empfinden. Sie nehmen die Treppe langsamer oder nehmen den Aufzug. Spaziergang funktioniert noch, aber vielleicht etwas kürzer oder langsamer. Arbeit kann noch vollständig erledigt werden, obwohl Pausen manchmal willkommen sind. Der Schlaf ist normalerweise noch normal, aber manche bemerken in der Nacht leichtes Schnarchen oder unruhigen Schlaf.

**Zahlen zu dieser Phase: **
Dies ist keine formale medizinische Phase mit festen Überlebensdaten. Es ist eher ein Vorbote. Wie lange jemand in diesem Zustand verbringt, variiert stark — von Monaten bis Jahren — und hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab (COPD, Lungenfibrose, neuromuskuläre Erkrankungen usw.).

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Mittleres Stadium: deutliche Belastungsbeschränkungen

In diesem Stadium werden die Symptome deutlicher und beeinflussen klar, was jemand tun kann.

**Symptome: **
- Kurzatmigkeit auch bei weniger Belastung — zum Beispiel normales Gehen in normalem Tempo
- Müdigkeit und Erschöpfung nach kurzen Aktivitäten
- Chronischer Husten wird schlimmer oder tritt häufiger auf
- Schleim abhusten; manchmal mit Farbveränderung (gelb, grün)
- Schwellungen in Beinen und Füßen können beginnen (weil das Herz härter arbeiten muss, um Blut zu pumpen)
- Schlafprobleme nehmen zu — zum Beispiel Unterbrechungen, gedämpftes Schnarchen, Aufwachen mit dem Gefühl, nicht richtig atmen zu können
- Kopfschmerzen oder verschwommenes Sehen am Morgen nach dem Schlaf (Zeichen von nächtlichem Sauerstoffmangel)
- Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, das Gedächtnis fühlt sich weniger scharf an

**Im Alltag:**
Dies ist der Moment, in dem Menschen ihr Leben wirklich anpassen müssen. Schwere Hausarbeit wird schwierig — Staubsaugen, Fenster putzen, Gartenarbeit wird anstrengend. Die Arbeit kann schwieriger werden; manche müssen weniger Stunden arbeiten oder Pausen machen. Soziale Aktivitäten werden vorsichtiger geplant. Einkaufen erfordert Pausen. Viele Menschen fühlen sich ängstlich oder werden vorsichtig, weil sie nicht wissen, wie weit sie gehen können, bevor ihnen die Luft ausgeht. Dies kann zu Isolation führen.

**Medizinische Überwachung:**
In diesem Stadium überwacht ein Behandler normalerweise regelmäßig den Sauerstoffwert im Blut. Bei vielen Patienten beginnt hier die Notwendigkeit einer Sauerstofftherapie während bestimmter Aktivitäten oder tagsüber.

**Zahlen zu dieser Phase: **
Dies variiert stark je nach zugrunde liegender Ursache. Bei COPD kann dieses Stadium Jahre andauern. Bei fortschreitenden Erkrankungen wie Lungenfibrose geht es manchmal schneller. Genaue Überlebenszahlen für das "mittlere Stadium" gibt es nicht separat von der spezifischen Diagnose.

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Schweres Stadium: Sauerstoffmangel auch in Ruhe

Dies ist der Punkt, an dem chronisches Atemversagen wirklich deutlich wird. Die Lungen können nicht mehr ausreichend Sauerstoff liefern, selbst wenn jemand still sitzt.

**Symptome: **
- Kurzatmigkeit auch in Ruhe — es fühlt sich an, als hätte man Mühe zu atmen, selbst ohne etwas zu tun
- Tiefe Blauung (Zyanose): Lippen, Finger, Zehen oder Gesicht bekommen einen blauvioletten Ton durch niedriges Sauerstoffniveau
- Schwere Müdigkeit; viele Menschen können nur kurze Strecken gehen
- Brust fühlt sich aufgeblähter an; Husten wird intensiver
- Füße und Beine schwellen deutlich an (Ödem)
- Der Schlaf ist stark gestört: viele nächtliche Wachphasen, das Gefühl, nachts keine Luft zu bekommen
- Verwirrung, Schwindel oder Konzentrationsprobleme (durch Sauerstoffmangel im Gehirn)
- Magenbeschwerden, Übelkeit, schlechter Appetit
- Depression, Angst, Hoffnungslosigkeit sind sehr häufig

**Im Alltag:**
Die Selbstständigkeit wird stark eingeschränkt. Duschen, Anziehen, Essen können bereits erschöpfend sein. Viele Menschen können keine Einkäufe mehr selbstständig erledigen oder Haushaltsarbeiten verrichten. Sie fühlen sich ans Haus gebunden, manchmal an ein Zimmer. Die psychische Belastung ist groß: Verlust der Unabhängigkeit, Angst vor der Zukunft, Trauer um das Verlorene. Beziehungen verändern sich — große Abhängigkeit von Partnern oder Pflegepersonen.

**Medizinische Anpassungen:**
In dieser Phase erhalten Menschen fast immer Sauerstofftherapie — zu Hause tagsüber und manchmal auch nachts. Einige erhalten nicht-invasive Beatmung (NIPPV), bei der eine Maske und ein Gerät beim Atmen helfen, besonders nachts. Diese Hilfsmittel können die Symptome lindern und den Schlaf verbessern.

**Zahlen zu dieser Phase: **
Die mittlere Überlebensdauer in dieser Phase variiert stark je nach zugrunde liegende Ursache und individuellen Umständen. Bei COPD mit schweren Defiziten beträgt die mediane Erwartung einige Jahre, kann aber viel kürzer oder länger sein (Quelle: verschiedene Lungenforscher, 2024-2025). Bei aggressiveren Erkrankungen wie bestimmten Formen von Lungenfibrose kann dies Monate sein. Bei neuromuskulären Erkrankungen hängt es stark davon ab, welche Muskeln betroffen sind. **Diese Zahlen sagen nichts über eine einzelne Person aus** — vieles hängt von Begleiterkrankungen, der Gesundheit von Herz und Nieren und davon ab, wie gut jemand auf die Behandlung anspricht.

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Sehr kritische Phase: Atemunterstützung erforderlich

In dieser Phase kann der Körper praktisch nicht mehr selbstständig atmen, oder er kann dies nur für kurze Zeit durchhalten.

**Symptome: **
- Schnelle, flache Atmung
- Ständige Kurzatmigkeit, auch in Ruhe und mit Sauerstoffzufuhr
- Starke Zyanose (Lippen und Gesicht sind deutlich blau-violett)
- Verwirrung, Schläfrigkeit oder Bewusstseinstrübung (sehr niedriger Sauerstoffgehalt und hohes Kohlendioxid im Blut)
- Rasselndes oder gurgelndes Geräusch beim Atmen
- Extreme Müdigkeit — viele Menschen können nicht einmal selbst essen
- Ständiges Angstgefühl oder Panik
- Mögliche Bewusstlosigkeit

**Im Alltag:**
Vollständige Abhängigkeit von Pflege und medizinischen Hilfsmitteln. Viele Menschen sind zu Hause oder in einem Krankenhaus/Pflegeheim untergebracht. Die Kommunikation mit der Familie wird schwieriger. Der Fokus verschiebt sich zu Komfort und Würde. Viele Patienten und Familien denken in dieser Phase tiefer darüber nach, was Wohlbefinden noch bedeutet und was sie wollen oder nicht wollen.

**Medizinische Unterstützung:**
Nicht-invasive Beatmung (NIPPV) wird intensiv eingesetzt — möglicherweise fast ununterbrochen. Einige können noch zu Hause bleiben mit professioneller 24-Stunden-Pflege. Andere benötigen intensive stationäre Aufnahme, besonders wenn Komplikationen auftreten (Infektionen, Herzprobleme, Organversagen). Medikamente helfen, Symptome zu lindern (Angst, Kurzatmigkeit, Husten), können die zugrunde liegende Krankheit aber nicht stoppen.

**Zahlen zu dieser Phase: **
Für viele Krankheiten ist dies das letzte Stadium, bevor jemand an der Krankheit stirbt. Die Überlebensdauer variiert von Wochen bis Monaten, manchmal länger. Dies hängt von vielen Faktoren ab: welche Krankheit es ist, wie gut jemand auf Unterstützung anspricht, ob Infektionen auftreten und wie gut Herz und andere Organe noch funktionieren. **Keine einzige Zahl sagt voraus, was für eine einzelne Person gilt.**

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Krankenhausaufnahme und akute Verschärfungen

Viele Patienten mit chronischem Atemversagen erlebten eine oder mehrere akute Verschärfungen — eine plötzliche Verschlimmerung. Dies geschieht oft durch Infektionen (Lungenentzündung, Grippe), kann aber auch andere Ursachen haben.

**Was passiert:**
- Plötzlich viel stärkere Kurzatmigkeit
- Fieber oder im Gegenteil Kältegefühl
- Husten mit mehr Schleim, manchmal blutig
- Brustschmerz
- Verwirrung
- Möglicherweise nicht mehr selbstständig atmen können

In dieser Situation ist eine Krankenhausaufnahme meist erforderlich. Dort erhalten Patienten intensive Sauerstoffzufuhr, manchmal Beatmung über ein Mundstück oder Beatmungsgerät, Medikamente gegen Infektionen und Medikamente, um die Lungen offen zu halten. Viele Krankenhausaufenthalte von Patienten mit chronischem Atemversagen verlaufen erfolgreich und jemand geht nach Hause, obwohl man sich danach schwächer fühlt als zuvor. Andere bleiben länger oder sterben im Krankenhaus.

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Wann Sie Ihren Arzt kontaktieren sollten

Sie sollten Ihren Arzt oder Lungenfacharzt kontaktieren, wenn:

- Ihre Kurzatmigkeit plötzlich schlimmer wird, auch in Ruhe
- Sie blaue Lippen oder Finger bekommen
- Sie Blut husten
- Sie starke Brust- oder Bauchschmerzen bekommen
- Sie verwirrt sind oder sich sehr schläfrig fühlen
- Sie Fieber zusammen mit Husten oder Kurzatmigkeit bekommen
- Sie einen schnellen Herzschlag spüren, besonders mit Kurzatmigkeit
- Ihr Sauerstoffgerät (falls vorhanden) nicht mehr gut zu funktionieren scheint
- Ihre Füße und Beine schneller anschwellen
- Sie nicht mehr essen oder trinken können

Viele dieser Symptome können behandelt werden, besonders wenn sie früh bemerkt werden. Daher ist regelmäßiger Kontakt mit Ihrem Pflegeteam wichtig.

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_Diese Informationen ersetzen niemals das Urteil eines Arztes. Bespreche deine Situation immer mit deinem Behandler._

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Verwendete Quellen

Über jeder Quelle steht in einem Satz, worum es in der Untersuchung geht, damit Sie sich nicht auf einen englischen Fachtitel verlassen müssen. Weitere Studien über Chronisches Atemversagen finden Sie unter Veröffentlichungen und Studien.

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codex.care gibt keine medizinische Beratung. Bespreche Beschwerden, Medikamente und Behandlungsentscheidungen immer mit deinem Behandler.